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26.02.2014

11:32 Uhr

Telekommunikationsbranche

Motorola bleibt Google treu

Der Handy-Pionier Motorola gibt einen ersten Ausblick auf die Zukunft mit dem künftigen Mutterkonzern Lenovo: Die Smartphones werden weiter mit dem Google-Betriebssystem Android laufen und eine Computerarmbanduhr kommt.

Ein Bild aus alten Zeiten: Der Google-Manager Eric Schmidt vor den Logos von Google und Motorola. Mittlerweile gehört Motorola Lenovo an, pflegt aber weiterhin enge Beziehungen zum ehemaligen Mutterkonzern. ap

Ein Bild aus alten Zeiten: Der Google-Manager Eric Schmidt vor den Logos von Google und Motorola. Mittlerweile gehört Motorola Lenovo an, pflegt aber weiterhin enge Beziehungen zum ehemaligen Mutterkonzern.

BarcelonaMotorola will einen neuen Anlauf im Geschäft mit Computeruhren machen. Das Gerät solle später in diesem Jahr auf den Markt kommen, kündigte Manager Rick Osterloh auf dem Mobile World Congress in Barcelona an. Der Handy-Konzern hatte bereits Ende 2011 die Smartwatch MotoACTV herausgebracht, die jedoch kein Hit wurde. Beim neuen Versuch wolle sich Motorola auf Design und Batterielaufzeit konzentrieren, sagte Osterloh am Dienstagabend.

Außerdem soll im zweiten Quartal auch in Westeuropa die Online-Plattform MotoMaker starten, auf der Käufer des Smartphones Moto X das Aussehen ihres Geräts gestalten können. Sie war seit der Markteinführung des Telefons im August vergangenen Jahres nur in den USA verfügbar.

Bei MotoMaker kann man derzeit zum Beispiel eine von 22 verschiedenen Gehäuse-Rückseiten aussuchen. Am populärsten seien die vier Varianten aus echtem Holz: Für sie entscheide sich rund ein Viertel der Kunden, sagte Osterloh. Das Moto X, das in Texas zusammengebaut wird, sollte für Motorola die Wende nach mehreren schwachen Jahren einläuten. Doch der Marktanteil in den USA lag im vierten Quartal weiter unter zehn Prozent, wie die Marktforschungsfirma NPD Group ermittelte. Das Geschäft wird dort von Apple mit dem iPhone und Samsung beherrscht.

Motorola gehörte zuletzt zu Google, der Internet-Konzern kündigte aber Ende Januar den Verkauf des Handy-Pioniers an den chinesischen PC-Hersteller Lenovo für knapp drei Milliarden Dollar an. Danach könnte sich Osterloh auch einen Vorstoß auf den boomenden chinesischen Markt vorstellen: „Als Teil von Google war es sehr schwer, Geschäfte in China zu machen. Als Teil von Lenovo sind wir in einer ganz anderen Situation.“

Geschichte von Motorola

Anfänge mit Autoradios

Der Vorläufer von Motorola, GMC, baute ab den 1920er Jahren Autoradios. Die Umbenennung in den heutigen Namen erfolgte 1947. Später entwickelte das Unternehmen auch Funkeinrichtungen. Die Halbleitersparte gliederte das Unternehmen in den 2000er Jahren aus.

Erster Handyhersteller

Vor 30 Jahren brachte Motorola das erste kommerziell verfügbare Mobiltelefon auf den Markt, das DynaTAC. Zehn Jahre darauf folgte als eines der ersten GSM-Handys das International 3200, das als „Knochen“ in die Geschichte einging. Auch die Razr-Klapphandys hatten viele Fans. In den vergangenen Jahren geriet das Unternehmen allerdings immer mehr ins Hintertreffen.

Aufspaltung in Mobility und Solutions

2011 spaltete sich Motorola in zwei eigenständige Unternehmen auf. Motorola Mobility stellte Mobiltelefone her, Motorola Solutions diente Geschäftskunden.

Neuanfang mit Android

Um den Trend zum mobilen Internet nicht komplett zu verpassen, nutzte Motorola das Betriebssystem Android – wie auch viele Konkurrenten. Der US-Konzern baute zwischenzeitlich außerdem Tablets wie das positiv bewertete, aber kommerziell nicht besonders erfolgreiche Xoom.

Erst Google, dann Lenovo

Mit seinem Betriebssystem Android ist Google ein wichtiger Anbieter im Smartphone-Markt – 2012 stieg der Konzern auch ins Hardware-Geschäft ein: Er übernahm Motorola Mobility für 12,5 Milliarden Dollar, nicht zuletzt, um mit den Patenten Klagen gegen seine Software abzuwehren. Anfang 2014 kündigte der Konzern indes an, die Smartphone-Herstellung an den chinesischen Elektronikhersteller Lenovo zu verkaufen.

Die Motorola-Smartphones werden weiterhin ausschließlich mit dem Google-Betriebssystem Android laufen, sagte der für Software zuständige Manager Steve Horowitz. „Google wollte, dass wir erfolgreich sind, war aber nicht darauf angewiesen“, beschrieb er das Verhältnis zum bisherigen Mutterkonzern.

Google hatte Motorola für 12,5 Milliarden Dollar gekauft. Als ein zentraler Grund dafür wurde das große Patent-Portfolio angegeben. Das behält Google auch beim Verkauf von Motorola an Lenovo.

Von

dpa

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