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28.08.2013

19:05 Uhr

Telekommunikationsriese

Panne mit Mitarbeiterdaten bei der Telekom

Mitarbeiter der Telekom hatten Zugriff auf Personaldaten. Die hätten eigentlich nur in anonymer Form im System stehen dürfen. Der Fehler beim Datenschutz ist besonders für die Telekom peinlich.

Ein Spaziergänger in der Nähe des Telekom-Hauptsitzes in Bonn. Das Telekommunikationsunternehmen gab jetzt eine Panne beim Schutz persönlicher Mitarbeiterdaten zu. Reuters

Ein Spaziergänger in der Nähe des Telekom-Hauptsitzes in Bonn. Das Telekommunikationsunternehmen gab jetzt eine Panne beim Schutz persönlicher Mitarbeiterdaten zu.

BonnBei der Deutschen Telekom hat es trotz verschärfter Vorgaben beim Datenschutz eine Panne mit Personaldaten in einem IT-System gegeben. Ein begrenzter Kreis von Mitarbeitern habe Zugriff auf personenbezogene Daten gehabt, die in dem System eigentlich anonymisiert werden müssen, sagte ein Sprecher des Konzerns am Mittwoch. Er bestätigte damit einen Bericht des „Manager Magazins“. Es habe nach dem bisherigen Kenntnisstand des Unternehmens aber keine missbräuchlich Nutzung der Personaldaten geben.

„Wir bedauern sehr, dass wir unseren eigenen hohen Ansprüchen beim Schutz von Mitarbeiterdaten selbst nicht gerecht geworden sind“, erklärte das Unternehmen. Der Vorstand stehe im enger Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat und habe sich bei den Mitarbeitern entschuldigt. Der Schutz der Mitarbeiterdaten stehe für die Telekom an oberster Stelle, schrieb die Personalchefin der Telekom, Marion Schick, im Intranet an die Beschäftigten. „Unsere Ansprüche an den Datenschutz sind besonders hoch, deshalb dulden wir keine Verstöße“, erklärte Vorstandsmitglied Thomas Kremer, der im Unternehmen unter anderem für Datenschutz und Recht zuständig ist.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

Wie es überhaupt zu der Datenpanne kommen konnte, soll jetzt eine unabhängige externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft herausfinden. Der Betriebsrat will diese Arbeiten durch einen eigenen Anwalt begleiten lassen, hieß es in Bonn.

Für die Telekom ist der Vorfall mehr als peinlich: In den vergangenen Jahren hatte Konzernchef René Obermann den Datenschutz im Unternehmen kräftig ausgeweitet und sogar ein Vorstandsressort eingerichtet. Vor drei Jahren wurde ein ehemaliger Sicherheitschef zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er maßgeblich an der illegalen Ausspionierung von Journalisten und Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat beteiligt gewesen war.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Angela-Wendehals

28.08.2013, 21:00 Uhr

hmm, ob da etwa auch Frau Angela-Wendehals den Amis mit NSA freies Hand gegeben hat?

Auch wenn wir immer noch unter Kriegsrecht stehen, aber Angela hat uns an die NSA verraten und das besonders mit den deutschen Petenten, die der Ami dann für seine Firmen ausnutzt.

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