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11.06.2013

23:31 Uhr

Tempo-Bremse

Streit um Geschwindigkeit in Telekom-Leitungen

Die Telekom will das Tempo in ihren Datenleitungen weniger drastisch drücken als geplant. Einem Blogger zufolge kommt bald eine entsprechende Ankündigung.

Trotz Kritik will die Deutsche Telekom an den Tempo-Bremsen festhalten. Reuters

Trotz Kritik will die Deutsche Telekom an den Tempo-Bremsen festhalten.

BerlinDie Deutsche Telekom lenkt laut einem Blog-Bericht nach der heftigen Kritik an ihrer Tempo-Bremse ein und will die Geschwindigkeit einer gedrosselten Verbindung drastisch erhöhen. Statt der bisher vorgesehen 384 kBit pro Sekunde soll auf 2 MBit pro Sekunde gebremst werden, schrieb der bekannte Technologieblogger Carsten Knobloch am Dienstagabend unter Berufung auf Informationen aus zwei unabhängigen Quellen. Dies werde das Unternehmen morgen bekannt geben.

Mit 2 Megabit pro Sekunde wäre auch eine gedrosselte Leitung noch so schnell wie die langsamste DSL-Verbindung, würde aber zum Beispiel kein Video-Streaming in hoher Auflösung erlauben. Die Telekom äußerte sich nicht zu dem Bericht.

Die Telekom hatte am 2. Mai für Neukunden im Festnetz Daten-Obergrenzen eingeführt, bei deren Überschreiten die Geschwindigkeit der Internet-Verbindung gedrosselt werden kann.

Drosselkom: Was kostet die Anbieter ein Gigabyte?

Drosselkom

Was kostet die Anbieter ein Gigabyte?

Die DSL-Drosselungspläne der Telekom haben eine Diskussion darüber ausgelöst, wie viel Traffic im Internet eigentlich kostet. Aber sind die hohen Traffic-Kosten überhaupt das Problem?

Die Tempo-Bremse soll allerdings nicht vor 2016 greifen. Dann will die Telekom für einen Aufpreis aber auch „echte“ Flatrates ohne Einschränkungen anbieten.

Während sich viele der Leser des Blogs erfreut zeigten, gab es auch Kritik. „Netter Versuch von der der Telekom vom eigentlichen (!) abzulenken“, schrieb ein Nutzer, der sich mit dem Pseudonym „Netzneutralität“ kommentierte. „Die Neutralität allerdings kann m.E. nur der Bundestag/die Netzagentur regeln und sollte dies schleunigst tun.“

Andere vermuteten, die Telekom habe erst „völlig unrealistische Zahlen“ zur Diskussion gestellt habe, um dann „nachzugeben“.

Die Deutsche Telekom hatte mit der Ankündigung von Tempo-Bremsen für Internet-Nutzer eine Debatte über die sogenannte Netzneutralität ausgelöst. Wer pro Monat mehr als 75 Gigabyte an Daten herunterlädt, soll mit einer Tempobremse gezügelt werden. Nicht angerechnet werden jedoch unternehmenseigene Angebote. So würden also Nutzer, die auf YouTube Filme schauen anders behandelt, als Nutzer, die Angebote des unternehmenseigenen Angebotes „Entertain“ konsumieren.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

12.06.2013, 07:16 Uhr

"Dann will die Telekom für einen Aufpreis aber auch „echte“ Flatrates ohne Einschränkungen anbieten."

Nutzer vom Billig DSL über Funk-LTE haben diese Möglichkeit leider nicht. Dort wird für 35€/Monat bereits am 10GB auf umts-Niveau gedrosselt.

Der neoliberale Privatisierungswahn hat eben auch hier Spuren hinterlassen und uns auch auf diesem Gebiet zu einem Entwicklungsland gemacht. Die meisten anderen EU-änder sind da weiter.

http://www.itmittelstand.de/home/newsdetails/article/traeum-ich-vom-breitband-in-der-nacht.html

mmnews.de

12.06.2013, 10:07 Uhr

Die Begrenzung von Flatrates ist das Ende des freien Internets!!!

Die Behauptung, dass Leitungen überlastet seien, ist eine Lüge. Macht das Vorgehen der Telekom Schule, kommt dies einer Zensur des Internets gleich.

Telekom wird zu Drosselkom.

Die Deutsche Telekom will den Datenfluss im Internet kontrollieren und einschränken. Dies ist ein einmaliger Vorgang in der jüngeren deutschen Kommunikationsgeschichte.

Der ehemalige Staatskonzern operiert dabei mit dreisten Lügen und schreckt auch vor dummen Täuschungsmanövern nicht zurück: Angeblich würde die Leitungen dem steigenden Internetverkehr nicht standhalten. Der Traffic würde angeblich immer höhere Kosten verursachen.

Dies ist nichts anderes als Betrug: Die Telekom zahlt als Platzhirsch praktisch gar nichts für den Internetverkehr.

Selbst wenn sich der Traffic verzehnfachen sollte, ist dies nur mit relativ geringen Mehrkosten verbunden. Den Kunden aber wird etwas anderes erzählt.

Der kleine Widerspruch, dass die datenintensiven Telekom-HD-TV Kanäle von den Restriktionen ausgenommen sind, nehmen Strategen in Bonn wohl in Kauf. Im Klartext bedeutet dies: Die Kunden werden für dumm verkauft.

Die Aktion dient einzig der Zensur!!!

Youtube & Co. wackeln in Zukunft oder laufen gar nicht mehr, während die Mainstream-Gülle in HD unbeschadet über die Monitore flimmert.

Das Vorgehen der Deutschen Telekom ist ein ungeheuerer Affront nicht nur gegen die Freiheit des Internets, sondern gegen die Freiheit selbst. Es ist deshalb notwendig, mit aller Härte gegen diese Ansinnen vorzugehen. Nutzen wir die noch "freien Märkte".

Strafen wir die Telekom ab, in dem wir auf alle Produkte des Konzerns verzichten und Verträge kündigen.

chs

12.06.2013, 15:58 Uhr

ich finde das die Telekom sowieso einer der teuersten Anbieter ist,
aber die Gier ist sehr viel größer als gedacht, nur Profit zählt, bei Kundenfreundlichkeit waren die schon immer ganz hinten, ich habe meine Telekomverträge aus diesem Grund schon vor zwei Jahren gekündigt, und vor allem die Leitungen sind schon von Haus aus gedrosselt auf jeder asiatischen Ferieninsel sind die Verbingungen schneller, die meisten Leitungen sind mittlerweile nicht mehr aus Kupfer sondern Glasfaserleitungen da gilt die Ausrede mit dem hohen Datenverkehr nicht mehr aber wir werden sehen was sich die Telekom noch einfallen lässt :-)

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