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17.01.2007

15:31 Uhr

Teure Handys verhelfen zu Gewinnsprung

Sony Ericsson hat seine Nische gefunden

Mit seiner Strategie, Handys für gehobene Ansprüche zu produzieren, lag das schwedisch-japanische Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson im vergangenen Jahr goldrichtig. Gewinn und Umsatz legten Sprünge hin. Damit ist die Firma ihrem erklärten Ziel ein großes Stück näher gekommen.

Das Sony Ericcson K800i ist schon beinahe mehr Kamera als Handy. Foto: Hersteller

Das Sony Ericcson K800i ist schon beinahe mehr Kamera als Handy. Foto: Hersteller

HB STOCKHOLM/TOKIO. Vor allem dank der Ergebnisse im Schlussquartal konnte Sony Ericsson den Vorsteuergewinn mit 1,3 Mrd. Euro mehr als verdoppeln, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Der Jahresüberschuss verdreifachte sich beinahe: von 350 auf 997 Mill. Euro. Der Umsatz stieg um 40,8 Prozent auf 11 Mrd. Euro.

Den Absatz steigerte der Konzern um satte 60 Prozent auf 74,8 Mill. Handys. Im laufenden Jahr will Sony Ericsson nun den südkoreanische Konkurrenten Samsung überholen. „Unser Ziel ist der dritte Platz, und der Erfolg aus 2006 macht es zu einem realistischen Ziel“, sagte Konzernchef Miles Flint.

Der Absatz sei allein im vierten Quartal um 61 auf 26 Mill. Einheiten gewachsen, teilte das Unternehmen mit. Dabei habe Sony Ericsson den Marktanteil von 7 Prozent vor einem Jahr auf 9 Prozent verbessert. Samsung liegt derzeit bei 12 Prozent. Bei den Modellen der neuen 3G-Generation – in Europa als UMTS bekannt – liege man mit 12 bis 13 Prozent des Weltmarkts bereits auf dem dritten Platz, sagte Flint. Dasselbe gelte für den Verkaufswert der abgesetzten Mobiltelefone.

Nokia ist unangefochten der Branchenprimus, gefolgt von Motorola. Die beiden lieferten sich zuletzt einen heftigen Preiskampf, der Motorola am Jahresanfang zu einer Gewinnwarnung zwang. Sony Ericsson hat sich bislang vor allem auf etwas teurere Geräte spezialisiert. Flint signalisierte, sein Unternehmen habe nicht vor, Nokia und Motorola im heiß umkämpften unteren Preissegment anzugreifen. Den Start des iPhone von Apple nahm er gelassen: „Wir respektieren alle unsere Wettbewerber, fürchten aber keinen davon.“

Der Vorsteuergewinn von 502 Mill. Euro im vierten Quartal bedeute eine Rekordmarke seit Beginn der Zusammenarbeit von Sony und Ericsson 2001, hieß es weiter. Das ist fast so viel wie Sony Ericsson im gesamten Jahr 2005 vor Steuern verdiente (512 Mill. Euro). Unterm Strich konnte das Unternehmen den Quartalsgewinn mit 144 Mill. Euro etwas mehr als verdreifachen. Auch der Quartalsumsatz fiel mit 3,78 Mrd. Euro unerwartet hoch aus. Die Zahlen von Sony Ericsson lagen durchweg über den Erwartungen von Analysten.

Sony Ericsson geht davon aus, dass sich die weltweiten Handyverkäufe der gesamten Branche 2006 auf 980 Mill. Geräte summierten und damit die ursprüngliche Erwartung des Konzerns um 30 Mill. übertroffen haben. In diesem Jahr erwartet der Konzern branchenweit den Verkauf von 1,1 Mrd. Handys.

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