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17.01.2005

19:34 Uhr

Teure Sportrechte sollen stärker geteilt werden

ZDF nimmt erstmals seit Jahren keine Kredite mehr auf

Das ZDF will seinen Sparkurs verstärken. Die Kosten für das Programm sollen deutlich sinken. Die Mainzer wollten daher teure Sportrechte mit den privaten Konkurrenten wie RTL und Pro Sieben Sat 1 stärker teilen, sagte Intendant Markus Schächter dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). Grund dafür ist, dass die Gebührenerhöhung geringer ausgefallen ist, als es die Sender erwartet hatten.

HB DÜSSELDORF. Bei den Sparbemühungen gebe es beim ZDF erste Erfolge. „Wir haben zum Jahresende 2004 zum ersten Mal seit vielen Jahren keinen Kreditbedarf gehabt“, sagte Schächter. Bis 2008 wollen die Mainzer schuldenfrei sein. Derzeit beläuft sich der Schuldenberg nach ZDF-Angaben auf annähernd 100 Millionen Euro. Angesichts der Gebührenerhöhung zum 1. April, die geringer ausfällt als erwartet, sollen die Kosten für das Programm deutlich sinken.

Die Mainzer wollen daher teure Sportrechte mit den privaten Konkurrenten wie RTL und Prosieben Sat 1 stärker teilen. „Da wir jeden Cent umdrehen, könnte ich mir vorstellen, teure Sportrechte noch stärker mit den Privaten zu teilen“, sagte Schächter. Bereits bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland haben ARD und ZDF die Sonntagsspiele dem Privatsender RTL, Tochter des Mediengiganten Bertelsmann, überlassen. „Das ist ein Modell für die Zukunft. Davon profitieren wir, aber auch RTL“, sagte Schächter.

Auch die ARD diskutiert intern über Sublizenzen, wie ARD-Vorsitzender Thomas Gruber kürzlich in einem Interview bestätigte. Trotz scharfer Kritik aus den Reihen der Bundesländer und der EU-Kommission wollen die Mainzer aber nicht auf Einnahmen außerhalb der Fernsehwerbung verzichten. Sponsoring sei heute ein Teil der Medienwirtschaft. „Darauf können wir nicht verzichten“, sagt Schächter. Die Einnahmen aus Sponsoring, gerade aus dem Sportbereich, beliefen sich 2004 auf 20 Millionen Euro.

Die Bereitschaft der Öffentlich-Rechtlichen die Sportrechte künftig mit der Konkurrenz zu teilen, hat einen simplen Grund. „Die Preise für Sportrechte werden wieder steigen. Deshalb werden wir die Sublizenzierung ausbauen“, sagte Schächter. Das ZDF bereitet erste Angebote für die Fußball-WM 2010 vor. Abgabetermin ist Ende Februar. Die ersten Gespräche für die Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und in der Schweiz laufen bereits.

Für die EM interessieren sich nicht nur ARD und ZDF, sondern auch Prosieben Sat 1. „Wir haben für die EM 2008 ein Angebot abgegeben. Bei der WM 2010 rechnen wir noch“, sagte gestern eine Konzernsprecherin. Der Vorschlag die TV-Rechte zu teilen, stößt bei dem Fernsehkonzern des US-Milliardärs Haim Saban auf Interesse. „Wir teilen uns die Sportrechte gerne, solange sie sich wirtschaftlich für uns rechnen“, heißt es bei Prosieben Sat1.

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