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05.04.2011

06:20 Uhr

Texas Instruments / National Semiconductor

In den USA entsteht ein neuer Chip-Riese

In den USA entsteht der weltweit größte Hersteller von analogen Halbleitern: Texas Instruments schluckt National Semiconductor für mehrere Milliarden Dollar. Experten spenden Beifall.

Durch den Kauf von National Semiconductor wird Texas Instruments zum größten Hersteller für analoge Chips weltweit. Quelle: dapd

Durch den Kauf von National Semiconductor wird Texas Instruments zum größten Hersteller für analoge Chips weltweit.

New YorkDer amerikanische Technologiekonzern Texas Instruments kauft den US-Halbleiterhersteller National Semiconductor für 6,5 Milliarden Dollar.

Das gab Texas Instruments am Montag bekannt. Damit entsteht ein großer neuer Spieler im Markt für Technologiekomponenten. Texas Instrument zahlt 25 Dollar pro Aktie, was einen Aufschlag von 78 Prozent auf den Schlusskurs von Montag bedeutet. Die Gremien beider Unternehmen haben den Zusammenschluss genehmigt. Sie erwarten, dass die Übernahme innerhalb von sechs bis neun Monaten abgeschlossen sein wird. Die Regulierungsbehörden müssen noch zustimmen.

Texas Instruments und National Semiconductor stellen beide Chips für elektronische Geräte her, zum Beispiel für Mobiltelefone. Das Geschäft hatte in der Rezession stark gelitten, erholt sich derzeit aber wieder.

"Bei der Übernahme geht es um Stärke und Wachstum", sagte Texas-Instruments-Chef Rich Templeton. National Semiconductor habe ein exzellentes Entwicklungsteam. "Ihre Produkte in Kombination mit unseren eigenen können den Kunden ein Portfolio von unübertroffener Tiefe und Breite bieten", sagte Templeton weiter.

Experten begrüßten die Fusion. "Käufe im analogen Chipsektor in dieser Größe sind sehr selten. Deswegen ist dieses Geschäft sehr überraschend", sagte Analyst Brian Colello von Morningstar. Laut Doug Freedman von Gleacher & Co könnte es TI gelingen, Kosten zu sparen und das Produktportfolio zu erweitern.

Die Aktien von National Semiconductor schossen nachbörslich um mehr als 70 Prozent in die Höhe, die TI-Papiere gaben 1,8 Prozent nach. Die Aktien von Konkurrenten profitierten nachbörslich von den Fusionsnachrichten. AMD-Anteilsscheine legten 4,1 Prozent zu, und Nvidia-Aktien gewannen drei Prozent.

Kommentare (1)

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Stefan-L-Eichner

05.04.2011, 09:30 Uhr

Die Monopolisierung schreitet seit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise quer durch alle Branchen in mächtigen Schritten voran und die Experten jubeln. Gerade die Amerikaner sind angeblich für die freie Marktwirtschaft. Wissen sie, wovon sie reden? Offensichtlich nicht.

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