Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.09.2014

21:42 Uhr

Texten und shoppen

Twitter testet „Kauf-Knopf“

Twitter-Nutzer sollen künftig über den Kurznachrichtendienst auch Einkäufe erledigen können. Dafür soll es einen virtuellen „Kauf-Knopf“ in den Tweets geben. Einige Nutzer in den USA können die Funktion testen.

Twitter-Nutzer sollen künftig nicht nur texten, sondern auch shoppen können. ap

Twitter-Nutzer sollen künftig nicht nur texten, sondern auch shoppen können.

BangaloreTwitter testet seine lange erwartete Shopping-Funktion - an der Börse verkauft sie sich schon einmal gut. Die Aktie des Kurznachrichtendienstes stieg am Montag um drei Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen in seinem Blog angekündigt, versuchsweise Online-Käufe direkt aus der eigenen Nutzeroberfläche heraus zu ermöglichen. Das soziale Netzwerk Facebook experimentiert derzeit mit einer ähnlichen Kauffunktion.

Einige Twitter-User sollen die Shopping-Buttons seit Wochenbeginn ausprobieren können. „Wir sind noch ganz am Anfang, wir werden zuhören, zusehen und lernen“, twitterte Nathan Hubbard, der ehemalige CEO der Firma Ticketmaster, den der Kurznachrichtendienst vor einem Jahr abgeworben hatte, damit er das Projekt E-Commerce anschiebt.

Zu den ersten 28 Handelspartnern, über deren Tweets eingekauft werden kann, zählen die Band Soundgarden, Sängerin Rihanna oder die Heimwerkerkette Home Depot. Twitter profitiert von den Daten - Versandadresse, Kreditkarte und vollständiger Name - die Kunden angeben müssen. Angeblich will das Unternehmen keine Provision von den Händlern kassieren.

Was fasziniert Sie an Twitter oder Facebook?

Peter Tauber, CDU-Generalsekretär

Soziale Medien sind für mich eine tolle Möglichkeit, einer interessierten Personengruppe Inhalte zu vermitteln, die sie ansonsten nicht wahrgenommen hätte. Vor allem Twitter nutze ich gerne, denn es ist schnell, spontan, ungeschminkt und bisweilen frech. Die Kommunikation ist viel direkter, man kann gut Stimmungen und Meinungen aufnehmen – dem Volk aufs Maul schauen, wie Luther sagen würde.

Volker Beck, Grünen-Innenexperte

Die Geschwindigkeit! Durch das Internet hat sich in den  letzten beiden Jahrzehnten das politische Tempo  unaufhaltsam erhöht und gleichzeitig neue Möglichkeiten  der Transparenz geschaffen. Zum einen können wir nun bei  Protesten in Kiew oder Istanbul oder politischen Debatten  auf Parteitagen der Konkurrenz live dabei sein. Zum anderen werden auf YouTube zum Beispiel Übergriffe der Polizei oder Gräueltaten in Bürgerkriegen dokumentiert und keiner kann mehr behaupten, er habe davon nichts gewusst.

Michael Grosse-Brömer (CDU), Unions-Fraktionsgeschäftsführer

Die direkte und schnelle Art der Kommunikation.

Ralf Stegner, SPD-Vize

Social Media ist heute weder exotisch noch faszinierend, sondern hat sich als fester Bestandteil politischer Kommunikation etabliert.

Dorothee Bär, CSU-Internet-Staatssekretärin

Dass sie sowohl die Kommunikation aber auch die Verfügbarkeit von und den Umgang mit Informationen und Inhalten ganz unterschiedlicher Art völlig verändert haben.

Lars Klingbeil, SPD-Netzexperte

Der direkte und schnelle Austausch. Und zwar in beide Richtungen. In der Politik gibt es häufig formalisierte Abläufe der Kommunikation, die viel Zeit in Anspruch nehmen. Online gibt es schnelle Reaktionszeiten und einen direkten Kontakt. Ich kann mitteilen, bekomme aber auch Ideen und schnelles Feedback. Das schätze ich an Twitter und Facebook. 

Volker Wissing, FDP-Präsidiumsmitglied

Soziale Medien wie Twitter und Facebook ermöglichen es jedem Politiker, unabhängig von den traditionellen Medien einen eigenen Zugang zu politisch interessierten Bürgerinnen und Bürgern aufzubauen.

Ulrich Kelber, SPD-Verbraucherstaatssekretär

Der unmittelbare, ungefilterte und schnelle Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern.

Malte Spitz, Grünen-Netzexperte

Ich freue mich über den direkten Austausch mit Menschen, die Niedrigschwelligkeit und Flexibilität die es bietet. Twitter ist für mich zu einem der wesentlichen Orte geworden wo ich Informationen und Hinweise auf spannende Artikel aus der ganzen Welt erhalte. Facebook bleibt bei mir immer weiter außen vor. Ich liebäugle schon länger damit mein Facebook Profil für meine politische Arbeit abzuschalten, da ich es wenig nutze und einen deutlich geringeren Mehrwert für mich darin sehe.

Johannes Kahrs, SPD-Chefhaushälter

Die Schnelligkeit und die Vielfalt der Informationen.

Twitter hatte zuletzt zwar unerwartet hohes Nutzerwachstum verzeichnet. Allerdings hat die Firma ein Einnahmeproblem und sucht nach Geldquellen. Die Pläne, sich für Internethandel zu öffnen, sind nicht neu. Erst im Juni hatte sich Twitter mit Amazon zusammengetan, um dessen US-Kunden den Einkauf zu erleichtern. Die Konten können nun verknüpft werden.

Bei Twitter-Nachrichten mit Link zu einem Amazon-Artikel genügt es, eine Antwort mit dem Text „#AmazonCart“ zu senden, damit er zum Einkaufskorb hinzugefügt wird. Dem Analyse-Tool Topsy zufolge wird etwa 4000 mal täglich von der Funktion Gebrauch gemacht. Allerdings ist nicht sicher, ob diese Käufe zustande kommen - Nutzer müssen sie hinterher noch bei Amazon bestätigen.

Auch mit dem Kauf des auf Zahlungsabwicklung über Kredit- und EC-Karten spezialisierten Startups CardSpring Mitte Juli und Experimenten mit American Express hatte Twitter bereits die Weichen gestellt, um sein Geschäftsmodell auf Online-Shopping auszuweiten. Investoren reagieren positiv - die Twitter-Aktie ist in den letzten drei Monaten um fast 50 Prozent gestiegen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×