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08.05.2012

19:00 Uhr

„The Avengers“

Superhelden müssen Disney retten

VonNils Rüdel

Captain America, Thor und Hulk: Nach mehreren Millionen-Flops sollen populäre Actionfiguren bei Disney die Kasse füllen. Doch warum braucht so ein Riesenkonzern den Erfolg eines Kinofilmes? Die Strategie ist riskant.

Iron Man und Captain America: "The Avengers" bringen Disney voran. dapd

Iron Man und Captain America: "The Avengers" bringen Disney voran.

WashingtonEs sind Zahlen, die selbst dem stets missmutigen Onkel Dagobert gefallen würden. 200 Millionen Dollar hat „The Avengers“, der neueste Film des Walt-Disney-Konzerns, am ersten Wochenende in den US-Kinos eingespielt. Weltweit sind es 642 Millionen. Damit ist die Comic-Verfilmung aus dem Hause der Disney-Tochter Marvel der erfolgreichste Kinostart aller Zeiten. Die blauen Wesen aus „Avatar“ vom Konkurrenten 20th Century Fox sehen dagegen mit 77 Millionen Dollar zum US-Kinostart ziemlich blass aus.

Selbst die optimistischsten Experten hatten für „The Avengers“ mit höchstens 170 Millionen Dollar gerechnet. „Es ist eine atemberaubende  Zahl“, sagte denn auch Analyst Jeff Bock von Exhibitor Relations, der „Business Week“. Das sei der Schub, den der Konzern brauche, um durch den Sommer zu kommen. In dieser wichtigsten Saison werden laut Fachleuten gut 40 Prozent der Kino-Jahresumsätze erzielt.  

Die Millionen sind schön für Disney-Chef Robert Iger, doch einen Geldspeicher füllen und hineinspringen kann er damit nicht. Denn wenn Iger an diesem Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das zweite Quartal vorlegt, wird er nicht nur Gutes zu berichten haben. Negative Schlagzeilen über Millionen-Flops und Personalquerelen haben den Micky-Maus-Konzern in den ersten drei Monaten des Jahres in Atem gehalten.

So entpuppte sich der Helden-Epos „John Carter“ als einer der größten Kino-Misserfolge aller Zeiten. Disney muss kräftig für das Abenteuer auf dem Mars büßen: Nach Konzernangaben liegt der operative Verlust bei 200 Millionen Dollar, in der Filmsparte reißt der Film ein Loch von 120 Millionen. Und es war nicht der erste Flop: Auch der „Prinz von Persien - Der Sand der Zeit“, das „Duell der Magier“ und „Milo und Mars“ waren Kassengift. Im März dann zog der Disney-Boss Konsequenzen: Film-Chef Rich Ross, ein Vertrauter Igers und ehemaliger TV-Manager, musste gehen. Bis heute gibt es noch keinen Nachfolger.

Studio-Chef zu sein war auch schon einmal leichter. Angesichts des Erfolges von Streaming-Diensten und DVD-Verleihen übers Internet wie Netflix gehen in den USA die Leute nicht mehr so häufig ins Kino wie früher. Die Kunst sei es, „die Menschen von ihrem Sofa kriegen, damit sie zwölf Dollar für einen Film bezahlen“, sagte kürzlich Jerry Bruckheimer, bei Disney verantwortlich für die erfolgreiche Reihe „Pirates of the Caribbean“.

Kommentare (8)

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Andreas72

08.05.2012, 19:45 Uhr

Warum machen Medien eigentlich Werbung fuer Hollywood? Werden Zeitungen fuers Bekanntmachen von neuen Filmen bezahlt?

Account gelöscht!

08.05.2012, 19:52 Uhr

Darum geht es bei dem Artikel doch gar nicht. Disney ist nun mal ein Unternehmen. Und worüber berichtet das Handelsblatt? Zahlen, Daten, Fakten über das Unternehmen.

Account gelöscht!

08.05.2012, 21:52 Uhr

Ich führe gerade mal einen kleinen Freudentanz auf: YIHA!

Joss Whedon, _mein_ Joss Whedon, der mir und meinen Töchtern "Buffy The Vampire Slayer" und vor allem "Firefly" schenkte, hat sie alle in den Senkel gesteckt ... und das zu allem Überfluss auch noch mit einer subtil gut versteckten Bombe

http://www.alternet.org/story/155291/the_awesome_politics_of_%22the_avengers%22/

Man kann natürlich auch, wie Rolf Giessen

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/04/26/drk_20120426_1612_9513e5b5.mp3

ganz ganz ganz anders sehen, den Untergang an die Wand malen, typisch Deutsch halt, aber ... ich tanze vor Glück!

Yiha! Yiha! Yiha!

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