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03.02.2011

08:54 Uhr

"The Daily"

Medienmogul Murdoch feiert seine iPad-Zeitung

VonAstrid Dörner, Axel Postinett, Hans-Peter Siebenhaar

Ein berühmteres Gebäude hätte sich Medientycoon Rupert Murdoch nicht aussuchen können: Im Guggenheim Museum an der noblen New Yorker Fifth Avenue feierte er gestern die Premiere seiner iPad-Zeitung "The Daily". Begeistert von der neuen Gangart sind aber nicht alle.

Rupert Murdoch bei der Vorstellung von "The Daily": Der 79-Jährige investierte rund 30 Millionen Dollar in seine iPad-Zeitung. Reuters

Rupert Murdoch bei der Vorstellung von "The Daily": Der 79-Jährige investierte rund 30 Millionen Dollar in seine iPad-Zeitung.

NEW YORK. Zwischen Picasso, Chagall und van Gogh präsentierte der 80-jährige Chef des US-Medienkonzerns News Corp. die erste Zeitung, die speziell für den Tablet-PC von Apple entworfen wurde - und auch nur dort zu lesen sein wird.

"Neue Zeiten brauchen neuen Journalismus", sagte der 79-Jährige. Es gebe heute viele gebildete Menschen, die keine Papierzeitung mehr lesen würden "Aber sie konsumieren Medien."

Diese Zielgruppe will er erreichen. 99 Cent pro Woche oder knapp 40 Dollar im Jahr soll die Zeitung kosten, die mehrmals am Tag aktualisiert wird und den Lesern eine Mischung aus Artikeln, Videos, Fotos, Kreuzworträtseln und Sudoku bietet. Rund 30 Millionen Dollar hat Murdoch investiert und 120 Journalisten eingestellt. Der Betrieb der Zeitung kostet 500 000 Dollar pro Woche.

Abos nur über Apples iTunes

Die Begeisterung bei News Corp. ist groß. Denn die kostenpflichtige Onlinezeitung ist ein zentraler Baustein in Murdochs Strategie, die digitale Zukunft zu meistern. Der Haken: "The Daily" kann ausschließlich über Apples Onlineshop iTunes abonniert werden. Der Verlag kann also Abonnements nicht mehr direkt an die Kunden verkaufen, sondern muss den Weg über iTunes gehen. Das kostet nicht nur Marge, auch die Endkundenkontakte gehen so verloren.

In Deutschland ist der Unmut über Apple groß. "Es kann doch nicht sein, dass ein Monopolist uns die Regeln diktiert", heißt es bei einem großen deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenkonzern. Bislang akzeptierte der Computerhersteller, dass die Verlage auch außerhalb von iTunes Abonnements verkaufen. Seit wenigen Wochen übt nun aber Apple Druck auf die Verlagshäuser aus, dem konzerneigenen Onlineladen iTunes ein Verkaufsmonopol zu gewähren. "Apple versucht, das Geschäftsmodell gerade um 180 Grad zu drehen. Das machen wir aber nicht mit", heißt es bei einem anderen Verlagshaus.

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