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10.02.2014

12:27 Uhr

Tim Armstrong

AOL-Chef rudert in Baby-Affäre zurück

Großer Fauxpas von AOL-Chef Tim Armstrong: Er hatte die Kürzung von Pensionsbezügen mit den Ausgaben für die Behandlung kranker Babys begründet – und sich damit in die Nesseln gesetzt. Jetzt rudert er zurück.

AOL-Chef Tim Armstrong ist für seinen ruppigen Umgang mit seinen Mitarbeitern bekannt. Reuters

AOL-Chef Tim Armstrong ist für seinen ruppigen Umgang mit seinen Mitarbeitern bekannt.

New YorkDer Chef des Internet-Pioniers AOL, Tim Armstrong, rudert in der Affäre um seine Aussagen über Kosten für erkrankte Babys zurück. Armstrong bat am Wochenende für seine Äußerungen um Entschuldigung, bei denen er die erkrankten Kinder zweier AOL-Mitarbeiter mit steigenden Gesundheitskosten des US-Konzerns in Verbindung gebracht hatte. „Ich habe einen Fehler gemacht“, teilte Armstrong in einem Schreiben an seine Angestellten mit, das Reuters vorlag.

Auf einer Mitarbeiter-Versammlung hatte Armstrong eine Kürzung der Pensionsbezüge mit höheren Ausgaben für die Behandlung der kranken Babys von zwei Mitarbeitern und den höheren Belastungen durch die US-Gesundheitsreform begründet. Dadurch seien die Kosten für AOL um mehrere Millionen Dollar gestiegen. Die Senkung der Pensions-Bezüge nahm Armstrong nun zurück.

Die neuen Top Level Domains

Die große neue Vielfalt

Bislang hielt die Internet-Verwaltung Icann die Zahl der Endungen für Web-Adressen begrenzt: Neben den Länderkürzeln gab es nur zwei dutzend allgemeine Top Level Domains (TLD). Das ändert sich jetzt, die Organisation lässt hunderte neue Endungen zu.

Ein digitales Zuhause

Firmen wie Google, Audi und Cartier sichern sich ihre eigene Top Level Domain und können mit Adressen wie jobs.google oder uhren.cartier künftig Bewerber oder Luxus-Shopper locken. Diese Endungen sind den Inhabern exklusiv vorbehalten.

Herkunftsbezeichnung hinter dem Punkt

Künftig gibt es neben Länderkürzeln wie .de oder .fr weitere geografische Top Level Domains, in Deutschland etwa .berlin, .bayern und .ruhr. In der Regel dürfen nur Nutzer oder Unternehmen aus diesen Regionen eine Adresse registrieren.

Umkämpfte Apps, beliebte Pizza

Den Großteil der Bewerbungen machen allgemeine Begriffe aus, sogenannte generische Top Level Domains. Für viele Endungen gingen mehrere Bewerbungen ein. Besonders umkämpft sind zum Beispiel .app, .pizza, .restaurant, und .gmbh. Können sich die Bewerber nicht auf ein gemeinsames Verfahren einigen, muss die Icann entscheiden.

Virtuelle Aids-Schleife

Die Domain-Endung .hiv hat einen gemeinnützigen Hintergrund: Der Verein dotHIV hat sich darum beworben, um auf den Kampfgegen das Aids-Virus aufmerksam zu machen. Unternehmen können die Aktion unterstützen, indem sie – neben ihrer regulären Web-Adresse – auch die Endung .hiv nutzen und die Gebühr als Spende zur Verfügung stellen. Es handelt sich also um eine Art virtuelle rote Schleife.

Von ADAC bis Volkswagen

Auch drei dutzend deutsche Unternehmen und Organisationen wollen eine eigene Domain –vom ADAC bis Volkswagen. Neben einigen Konzernen ergreifen mehrere kleine Dienstleister die Chance, etwa die Firma Dotversicherung, die die Endung .versicherung vermarktet.

Arabisch, Kyrillisch, Chinesisch

Die neuen Endungen sind nicht auf das lateinische Alphabet beschränkt: Etliche neue Top Level Domains bestehen aus chinesisches oder arabisches Schriftzeichen. Damit wird das Internet auch hinter dem Punkt so vielfältig wie die Welt.

Am Wochenende hatte sich eine der betroffenen Mütter im US-Online-Magazin Slate über Armstrongs Äußerungen beschwert. Dieser ist für seinen teils ruppigen Umgang mit Mitarbeitern bekannt. 2013 feuerte er beispielsweise vor tausenden Mitarbeitern einen Kreativ-Direktor und sorgte damit für zahlreiche Negativschlagzeilen. Armstrongs jüngste Aussagen haben in Medien und Online-Netzwerken Entrüstung ausgelöst und auch einen Schatten auf die am Donnerstag veröffentlichte AOL-Bilanz geworfen. Der Umsatz war um 13 Prozent auf 679 Millionen Dollar gestiegen und damit so stark wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr.

Von

rtr

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