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11.02.2016

19:02 Uhr

Time-Verlag

MySpace gehört wieder einem Medienriesen

MySpace war einst DAS soziale Netzwerk. Doch seit dem Kauf durch Rupert Murdochs News Corp ging es mit der Website steil bergab. Nun fällt Myspace an den Time-Verlag – für einen nicht genannten Betrag.

Seit dem Aufstieg des Konkurrenten Facebook setzt MySpace vor allem auf Musik-Angebote. dpa

Vom Sozialen zum Musiknetzwerk

Seit dem Aufstieg des Konkurrenten Facebook setzt MySpace vor allem auf Musik-Angebote.

New YorkMySpace gehört wieder einem Verlag: Das US-Haus Time schluckte beim Kauf einer Werbefirma auch die Nachfolge-Version des einstigen Pioniers bei Online-Netzwerken. Unter dem Namen MySpace ist inzwischen eine vor allem auf Musik fokussierte Website aktiv. Sie gehörte zuletzt dem auf Werbe-Technologien spezialisierten Unternehmen Viant, das für einen nicht genannten Betrag an Time geht, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde.

MySpace war einst das dominierende Online-Netzwerk. Im Jahr 2005 kaufte Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp. MySpace für rund 580 Millionen Dollar. Doch in den folgenden Jahren wurde der Dienst von Facebook überholt und stieg in die Bedeutungslosigkeit ab. News Corp. wurde die Website 2011 wieder los, laut Medienberichten für nur noch 35 Millionen Dollar.

Das Imperium des Rupert Murdoch

Geerbtes Unternehmen

Rupert Murdoch kam 1931 in Australien zur Welt. Das Unternehmertum liegt in der Familie: Sein Vater kaufte sich in die Zeitungskette News Limited ein, Sohn Rupert erbte sie 1952 – und baute sie zu einem Medienimperium aus, zu dem heute neben den Zeitungen in aller Herren Länder auch der Buchverlag Harper Collins, Internetbeteiligungen, Fernsehsender und mit „20th Century Fox“ ein legendäres Hollywood-Studio gehören.

Von der „Sun“ bis zum „Wall Street Journal“

Begonnen hat alles mit der Zeitung „The News“ aus dem australischen Adelaide, die der damals Anfang 20-jährige Rupert von seinem Vater übernahm. Später verleibte sich Murdoch in Großbritannien die renommierte Londoner „Times“ ein, außerdem das Massenblatt „Sun“. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ stampfte Murdoch nach einem Abhörskandal kurzerhand ein. Im Jahr 2007 landete Murdoch einen seiner größten Coups, indem er den US-Konzern Dow Jones übernahm, den Herausgeber Wirtschaftsblatts „Wall Street Journal“.

Fox-Fernsehsender

Flaggschiff des Konglomerats sind die amerikanischen Fox-Fernsehsender, die wegen ihrer konservativen Ausrichtung berühmt-berüchtigt sind. Hier ist aber auch die Heimat der Kultsendung „Die Simpsons“. Die gelbe Zeichentrick-Familie mit Oberhaupt Homer und der guten Seele Marge nimmt in vielen Folgen den Sender und seinen Patriarchen selbst auf die Schippe.

Auch in Deutschland aktiv

Murdoch hält die Mehrheit am Bezahlsender Sky, dem früheren Premiere. Sein Sohn James ist seit 2016 wieder Vorsitzender des Aufsichtsrates beim britischen Mutterkonzern.

Schiffbruch mit MySpace

Murdoch erkannte früh die Chancen des Internet und traute sich als einer der ersten großen Verleger, Geld für Nachrichten im Netz zu verlangen. Mit einem anderen Projekt erlitt er indes Schiffbruch: Das einstmals größte Online-Netzwerk MySpace ist nach dem Siegeszug von Facebook heute nur noch ein Schatten seiner selbst.

Aufspaltung in zwei Bereiche

2013 spaltete Murdoch sein Imperium in zwei Reiche auf: die profitable Filmsparte 21st Century Fox und das schwächelnde Verlagsgeschäft News Corp.

Von

dpa

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