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09.10.2013

07:24 Uhr

Tom Buhrow

WDR-Intendant will massiv sparen

WDR-Intendant Tom Buhrow fährt in seinem Sender einen deutlich schärferen Sparkurs als zuvor geplant: Er will die Kunstsammlung verkaufen und 50 Planstellen abbauen. Eine Gebührenerhöhung strebt er trotzdem an.

Der Intendant des Westdeutschen Rundfunks Tom Buhrow: „Das ist ein gigantischer struktureller Abgrund.“ dpa

Der Intendant des Westdeutschen Rundfunks Tom Buhrow: „Das ist ein gigantischer struktureller Abgrund.“

KölnDer neue WDR-Intendant Tom Buhrow hat massive Kosteneinsparungen im größten ARD-Sender angekündigt. „Im Klartext kommt der ganze WDR auf den Prüfstand“, sagte der ehemalige „Tagesthemen“-Moderator in Köln. In seinen ersten 100 Tagen im Amt habe er einen Kassensturz gemacht. Das Ergebnis: Wenn der WDR nichts tue, würde sich bei gleichbleibenden Gebühren in zehn Jahren ein Milliardenloch in seinem Etat ergeben – nur aufgrund der Inflation. „Das ist ein gigantischer struktureller Abgrund.“

Buhrow will darauf reagieren, indem er zunächst den schon bestehenden Sparkurs nach der Rasenmähermethode verschärft und im Jahr 2015 nicht nur 60 Millionen, sondern 90 Millionen Euro einspart. Bis Ende nächsten Jahres sollen 50 Planstellen aus allen Bereichen abgebaut werden. Betriebsbedingte Kündigungen werde er dabei scheuen „wie der Teufel das Weihwasser“, versprach Buhrow. Eine andere Sofortmaßnahme ist der Verkauf der hauseigenen Kunstsammlung, die etwa drei Millionen Euro wert sei. Möglicherweise werde der WDR auch weniger für die Filmförderung tun.

Marktanteile der TV-Sender

Platz 1: ZDF

Das ZDF hatte 2013 einen Marktanteil von 12,8 Prozent.

Platz 2: ARD

Die ARD kommt auf 12 Prozent Marktanteil, bei der jungen Zielgruppe erreicht der Senderverbund eine Einschaltquote von 6,3 Prozent.

Platz 3: RTL

RTL hat mit einem Marktanteil von 10,4 Prozent insgesamt weniger Reichweite als ARD und ZDF, liegt aber bei den jungen Zuschauern mit 13,3 Prozent vorn.

Platz 3: Sat 1

Sat 1 hat 8,3 Prozent Marktanteil, bei den 14- bis 49-Jährigen mit 9,2 Prozent etwas mehr.

Platz 4: Pro Sieben

Ähnlich wie RTL ist Pro Sieben vor allem bei den jüngeren Zuschauern beliebt: 5,5 Prozent Marktanteil insgesamt, 11,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.

Platz 5: Vox

Vox hat 5,3 Prozent Marktanteil (7,3 Prozent bei den Jüngeren). Der Sender gehört zur RTL-Gruppe.

Das sei aber nur der Anfang und reiche keineswegs aus, um das Grundproblem zu lösen, sagte der 55 Jahre alte Journalist. „Das hier kriegen Sie nur hin, wenn Sie strukturelle Maßnahmen ergreifen.“ Der WDR müsse umgebaut werden. Dies sei auch nicht allein unter Sparaspekten geboten, sondern weil der Rundfunksender sowieso „crossmedialer“ werden müsse, um auf die veränderten Gewohnheiten seiner Nutzer zu reagieren. Schritt für Schritt sollen Redaktionen zu größeren Einheiten zusammengelegt werden.

Wie der Umbau weiter aussehen wird, muss nach Darstellung Buhrows aber erst noch erarbeitet werden. Der WDR ist mit mehr als 4000 festen Mitarbeitern und einem Etat von über einer Milliarde Euro die größte ARD-Anstalt und neben der ähnlich großen BBC der größte Rundfunksender Europas.

Kommentare (5)

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Sven-O-Siemens

09.10.2013, 09:28 Uhr

"Die Bürger müssten wissen, dass der WDR für weniger Geld nicht immer mehr leisten könne."

Die Bürger wurden doch gar nicht gefragt. Das immer mehr an Programm, immer mehr an Posten und immer mehr an Kosten hat der WDR mit seinen Räten doch selber beschlossen.
Mit Grundversorgung und Information der mündigen Bürger hat das nichts mehr zu tun.
Hierfür würde ein bundesweiter Radiosender mit lokalen Fenstern ausreichen.
Der Beweis:
Hören Sie sich die tagesschau im Radio an oder schauen einfach nicht hin.
Sie werden merken, das gute Redakteure auf die immer gleichen Bilder verzichten können:
Konjunktur = Hafenkräne/Fließbänder/Hochöfen
Dienstleistung = Friseure/VerkäuferInnen
Handwerk = Tischler an Säge
Gesundheit = Krankenhausflure/examinierende Ärzte/Pfleger
Warheit = Experte vor Bücherregal
etc.

Wer Tipps zum Sparen im ÖR möchte, kann sich gerne bei mir melden.
(Ich vermute, das wird keiner der Verantwortlichen tun;-)

MfG
Ihr beitragsZAHLER

Kuno

09.10.2013, 10:23 Uhr

Demnach ist Tom Buhrow der Spitzenverdiener unter den Senderbossen: Er bekommt insgesamt 367.232 Euro im Jahr.
... ein deutlich höheres Gehalt als Vorgängerin Monika Piel.....

Kuno

09.10.2013, 10:26 Uhr

Ich habe die Quellenangabe vergessen:
Spiegel Online vom 04.08.2013

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