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06.08.2015

18:36 Uhr

Tomorrow Focus

Teurer Konzernumbau verschreckt Anleger

Die Burda-Tochter Tomorrow Focus baut um. Nachdem das Unternehmen sein Mediengeschäft an den Mutterkonzern abgab, folgt die Trennung von weiteren Nebengeschäften. Das kostet Geld – und das Vertrauen der Anleger.

Der Tomorrow-Focus-Mutterkonzern Burda vereint neben zahlreichen Zeitschriften auch diverse Online-Portale unter sich. dpa

Burda-Konzern

Der Tomorrow-Focus-Mutterkonzern Burda vereint neben zahlreichen Zeitschriften auch diverse Online-Portale unter sich.

MünchenDer Online-Konzern Tomorrow Focus opfert für seinen Umbau zum reinen Reiseanbieter einen Großteil seines Jahresgewinns. Weil der Abschied von den zum Randgeschäft erklärten Aktivitäten und der scharfe Wettbewerb um Urlauber viel Geld verschlingen, kassierte das Unternehmen am Donnerstag sein Ziel, den Betriebsgewinn (Ebitda) im Gesamtjahr um mindestens zehn Prozent zu steigern. Stattdessen erwartet Finanzvorstand Dirk Schmelzer kaum mehr als ein ausgeglichenes Ergebnis im fortgeführten Geschäft, zu dessen Kern das Portal Holidaycheck zählt.

Die Aktien brachen daraufhin um 15 Prozent ein. Das ist einer der größten Kursstürze der Unternehmensgeschichte. Bis zum Nachmittag wechselten bereits fast doppelt so viele Tomorrow-Focus-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag.

Tomorrow Focus hatte sein Mediengeschäft („Focus Online“, „Huffington Post“) an den Mutterkonzern Burda abgegeben und auch die Singlebörse ElitePartner veräußert. Nun stellt das Unternehmen das Arztbewertungsportal Jameda zum Verkauf. Schmelzer sagte zu Reuters, es gebe etwa 50 Interessenten für das Tochterunternehmen, das im laufenden Jahr 5,7 Millionen Euro Umsatz und rund zwei Millionen Euro Gewinn (Ebitda) erwirtschaften solle. Auch das wesentlich kleinere Dokumentenspeicherportal organize.me soll abgestoßen werden.

Im umsatzstarken Geschäft mit Online-Reisebuchungen sind auch der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 (weg.de) und der Leipziger Online-Konzern Unister (ab-in-den-urlaub.de) aktiv. "Im Reisemarkt kommt ein richtig harter Wettbewerb auf", sagte Schmelzer. Deswegen wolle sich Tomorrow Focus ganz auf dieses Thema konzentrieren. Dies erforderte Marketingausgaben und Investitionen. Größere Zukäufe seien nicht geplant.

Von

rtr

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