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21.04.2015

11:45 Uhr

TomTom

Navi-Hersteller fährt Verlust ein

Der niederländische Hersteller von Navigationsgeräten TomTom macht Millionen-Verluste. Jetzt schaut das Unternehmen mit Spannung auf die Entwicklung des finnischen Handyherstellers Nokia.

Dem Unternehmen Tomtom macht der schwächelnde Absatz von mobilen Navigationsgeräten zu schaffen. Reuters

Navigationsgerät von Tomtom

Dem Unternehmen Tomtom macht der schwächelnde Absatz von mobilen Navigationsgeräten zu schaffen.

AmsterdamDer Navigationsgerätehersteller TomTom steuert durch eine Durststrecke. Im vergangenen Quartal rutschte das niederländische Unternehmen in die roten Zahlen, da sich die jüngste Auftragswelle aus der Autoindustrie erst später auszahlen wird.

Das Management gab am Dienstag einen Verlust von fast sieben Millionen Euro bekannt nach einem Gewinn von 7,6 Millionen vor Jahresfrist. Der Umsatz stagnierte bei 205 Millionen Euro.

Noch macht sich die schwindende Nachfrage nach tragbaren digitalen Wegfindern bemerkbar. In Europa ging der Absatz um acht Prozent zurück, in den USA um 17 Prozent. In diesem Geschäftsbereich spürt TomTom die wachsende Konkurrenz durch Smartphones, die ebenfalls über Navigations-Funktionen verfügen.

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Hoffnungen machen dem Management dagegen andere Sparten. Konzernchef Harold Goddijn teilte mit, sowohl der Bereich Sportuhren für Jogger und Wanderer als auch das Geschäft mit Stau- und Wetterinformationen verzeichneten Zuwächse.

Zuletzt hatte TomTom eine Reihe von wichtigen Aufträgen von Autobauern erhalten, darunter Volkswagen, Hyundai und Fiat. Die Erlöse daraus erwirtschaften die Niederländer jedoch erst in den kommenden Quartalen.

TomTom könnte ferner vom geplanten Verkauf des Kartengeschäfts von Nokia profitieren. Je nachdem wer sich die Sparte einverleibt, bleibt TomTom womöglich der einzige unabhängige Anbieter, der über eine große Datenbasis und entsprechende Technologie für digitale Kartendienste verfügt.

Die Aussichten auf gute Wachstumschancen haben die Aktie des Unternehmens in diesem Jahr um 40 Prozent in die Höhe getrieben. Am Dienstag lag sie nach anfänglichen Einbußen 0,6 Prozent im Plus. Für das Gesamtjahr bekräftigte Goddijn die Geschäftsprognosen. Der Umsatz soll demnach bei einer Milliarde Euro liegen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Andre Kostolany

21.04.2015, 16:55 Uhr

was erwartet TomTom - wollen sie allen Ernstes gegen gleichwertige, aber kostenlose Smartphone-Apps konkurrieren? Die Entwicklung war doch absehbar.
Im Januar 2009 wollte ich der Firma TomTom ein Konzept für ein Dynamic Ridesharing System vorstellen. Das wäre eine Lizenz zum Gelddrucken gewesen.
TomTom hat nur müde abgewinkt und auf rechtliche Schwierigkeiten sowie deren eigene Innovationskraft verwiesen. Hatte mich dann an Nokia auf Vorstandsebene gewendet - von denen aber nicht mal eine Antwort erhalten. Inzwischen soll ja deren HERE-Sparte auch verkauft werden. Na ja - wer nicht will der hat schon.
Schade eigentlich :(

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