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27.11.2015

15:51 Uhr

Toshiba

Elektronikkonzern prüft Abspaltung von Chipsparte

Toshiba kämpft weiter mit den Folgen seines Bilanzskandals. Nun denkt der japanische Elektronikkonzern über eine Abspaltung von Teilen seiner Chipsparte nach. Investoren finden die Idee gut.

Der Elektronikkonzern Toshiba erwägt, Teile seiner Chipsparte abzuspalten. Reuters

Toshiba

Der Elektronikkonzern Toshiba erwägt, Teile seiner Chipsparte abzuspalten.

TokioDer angeschlagene Elektronikkonzern Toshiba prüft die Abspaltung von Teilen seiner Chipsparte. Möglich sei unter anderem ein Börsengang, sagte Firmenchef Masashi Muromachi am Freitag. „Gegebenenfalls würden wir alle Assets verkaufen, die man verkaufen kann.“

Der Bereich der Speicherchips (NAND) gehöre allerdings zum Kerngeschäft und werde nicht veräußert, betonte Muromachi. Damit kämen für eine Abspaltung wohl Hochleistungsrechenchips oder andere Chips infrage. Bei Investoren kamen die Aussagen gut an: Die Toshiba-Aktie stieg 2,35 Prozent.

Der Konzern kämpft weiter massiv mit den Folgen seines Bilanzskandals und ist auf der Suche nach Kapital, um einen Konzernumbau zu finanzieren. Der Weg über den Verkauf von Aktien oder Anleihen ist den Japanern allerdings de facto verbaut, da sie wegen der Affäre auf einer Beobachtungsliste der Börse in Tokio stehen.

Die größten Chiphersteller

Ein Milliardenmarkt

Chips stecken in immer mehr Geräten – vom Auto bis zur Smartwatch. Deswegen wächst die Nachfrage. Nach Einschätzung der Marktforschungsfirma Gartner erreichte der weltweite Umsatz mit Halbleitern 2013 rund 315 Milliarden Dollar, ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dominator Intel

Intel ist und bleibt die Nummer 1. Der US-Konzern hielt 2013 nach Angaben von Gartner 15,4 Prozent Marktanteil. Der Umsatz sank allerdings um 1 Prozent auf 48,6 Milliarden Dollar, vor allem wegen des schrumpfenden PC-Marktes.

Samsung macht auch in Chips

Samsung ist für seine Smartphones und Fernseher bekannt, doch der südkoreanische Konzern ist auch der zweitgrößte Chiphersteller mit einem Marktanteil von 9,7 Prozent. In den letzten Jahren wuchs Samsung rasant, nicht zuletzt dank des steigenden Bedarfs an Speicherbausteinen (DRAM und NAND). Der Umsatz: 30,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 7 Prozent.

Qualcomm wächst dank Smartphones

Der US-Hersteller Qualcomm profitiert vom Smartphone-Boom, mit seinen Prozessoren für die mobilen Geräte sowie mit Komponenten für den Datenturbo LTE steigerte er seinen Marktanteil auf 5,5 Prozent. Umsatz: 17,2 Milliarden Dollar.

Sonstige Anbieter

Mehrere andere Unternehmen machen mit Halbleitern zweistellige Milliardenumsätze: SK Hynix aus Südkorea, Toshiba aus Japan sowie Micron und Texas Instruments aus den USA.

Jüngst hatten die Japaner eingeräumt, dass der Betriebsverlust von April bis September bei umgerechnet rund 601 Millionen Euro lag. Der Bilanzskandal im Zusammenhang mit zu hoch ausgewiesenen Gewinnen hatte ein Volumen von insgesamt rund 1,15 Milliarden Euro und betraf die meisten Geschäfte, die von Chips über LED-Lampen, Computern, Klimaanlagen bis zu Turbinen, Solaranlagen und sogar Kraftwerken reichen.

Von

rtr

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