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19.06.2014

12:09 Uhr

Totalausfall

Nutzer verspotten Facebook auf Twitter

Fast ein Fünftel der Weltbevölkerung ist über Facebook verbunden. Für kurze Zeit schauten heute alle in die Röhre. Das soziale Netzwerk war offenbar weltweit außer Betrieb. Ein Unternehmen nutzte die Panne geschickt aus.

Screenshot: Für etwa eine halbe Stunde ging nichts mehr bei Facebook. Facebook

Screenshot: Für etwa eine halbe Stunde ging nichts mehr bei Facebook.

DüsseldorfDas soziale Netzwerk Facebook war am Donnerstagvormittag kurzzeitig nicht erreichbar. Der Totalausfall passierte um kurz vor 10 Uhr deutscher Zeit. Auf der Webseite hieß es: „Sorry, something went wrong. We're working on getting this fixed as soon as we can.“ (Entschuldigung, etwas ist schiefgegangen). Etwa eine halbe Stunde später war das Netzwerk wieder online.

Facebook habe ein Problem gehabt, wodurch manche Nutzer für ein kurze Weile keine Nachrichten absetzen konnten, bestätigte das Unternehmen. „Wir haben die Sache schnell gelöst und sind wieder zu 100 Prozent zurück“, heißt es in einer Mitteilung. Um welche Art von technischem Problem es sich gehandelt hat, sagte Facebook nicht.

Facebook verbindet inzwischen 1,3 Milliarden Menschen, fast ein Fünftel der Weltbevölkerung. Im vergangenen Jahr verdiente das Unternehmen rund 1,5 Milliarden Dollar.

Facebooks Weg zum Weltkonzern

Vorläufer Facemash

Als Student an der Harvard-Universität programmiert Mark Zuckerberg mit mehreren Kommilitonen 2003 die Plattform facemash.com. Dort präsentiert er zwei zufällig ausgewählte Fotos von Harvard-Studentinnen – die Nutzer sollen über die Buttons „hot“ oder „not“ die attraktivere auswählen. Weil Zuckerberg die Bilder illegal beschafft hat und das Projekt massive Protesten auslöst, wird es nach kurzer Zeit wieder eingestellt.

„Thefacebook" geht online

Mark Zuckerberg und seine Mitgründer eröffnen im Februar 2004 „Thefacebook“. Es handelt sich um die Online-Version der gedruckten Jahrbücher. Das Konzept wird bald auf andere Universitäten ausgeweitet und verbreitet sich schließlich weltweit. Zwei von Zuckerbergs Kommilitonen klagen später mit dem Vorwurf, er habe ihnen die Idee für Facebook gestohlen. Der Streit wird im Jahr 2011 mit einem Vergleich beigelegt, die Kläger Tyler und Cameron Winklevoss erhalten 65 Millionen US-Dollar.

Der Newsfeed rückt ins Zentrum

Zweieinhalb Jahre nach der Gründung stattet Zuckerberg die Social-Media-Plattform mit dem Newsfeed aus – also mit einer Chronik, die alle Neuigkeiten aus dem Freundeskreis eines Nutzer anzeigt. Zuerst geht ein Aufschrei durch die Facebook-Gemeinde, die Mitglieder fürchten um ihre Privatsphäre. Doch der Amerikaner hält an seiner Idee fest und schließlich entwickelt sich Newsfeed zum zentralen Element von Facebook. Das Design der Nachrichtenchronik wird seitdem ständig überarbeitet, seit 2012 findet man dort auch Werbung.

Daumen hoch für Facebook

Im Februar 2009 führt Facebook den „Gefällt mir“-Knopf ein. Damit können Nutzer zeigen, dass ihnen etwas gefällt und dafür sorgen, dass sie bestimmte Nachrichten in ihren Newsfeed gespeist bekommen. Inzwischen hat das Symbol eine popkulturelle Bedeutung erlangt.

Profitabel dank Sandberg

Im März 2008 gibt Facebook bekannt, Sheryl Sandberg als Chefin fürs Tagesgeschäft (COO) von Facebook einzustellen. Der Auftrag der Harvard-Absolventin und ehemaligen Google-Managerin ist klar: Sie soll Facebook profitabel machen, was ihr zwei Jahre später auch gelingt. 2012 wird sie vom Time-Magazin in die Liste der 100 einflussreichsten Personen aufgenommen.

Umzug im Großformat

Mehr als 2000 Mitarbeiter beschäftigt Facebook im Juli 2011 – und allmählich werden die überwiegend angemieteten Gebäude in Palo Alto zu eng. Das Online-Unternehmen wird auf der Suche nach einer neuen Zentrale wieder im Silicon Valley fündig: Auf dem ehemaligen Campus des Computerherstellers Sun Microsystems stehen Mark Zuckerberg und seinen Mitarbeitern neun Gebäude auf knapp 24 Hektar zur Verfügung. Weil Facebook kurz zuvor 1,5 Milliarden Dollar von seinen Investoren eingesammelt hat, kann es sich den Umzug problemlos leisten.

Instagram und Whatsapp

Die bis dato größte Investition tätigt Mark Zuckerberg im April 2012: Für eine Milliarde US-Dollar schluckt Facebook das Start-Up Instagram. Das Unternehmen hatte eine gleichnamige App entwickelt, mit der man Fotos bearbeiten und teilen kann. Mit der Übernahme weicht Zuckerberg erstmals von seiner bisherigen Philosophie ab, die nur ein soziales Netzwerk für alle Nutzer vorsah. 2014 bewältigt Facebook eine weitaus größere Übernahme: Die Instant-Messaging-App Whatsapp kostet insgesamt 19 Milliarden Dollar.

Erst hui, dann pfui, dann hui

16 Milliarden US-Dollar an nur einem Tag – so viel Geld spült der bis dato größte Börsengang eines Internet-Unternehmens am 18. Mai 2012 in die Kasse von Facebook. Obwohl Experten einen deutlichen Anstieg des Kurses vorausgesagt hatten, bricht der Wert der Aktie dramatisch ein. Bis August 2012 halbiert sich der Ausgabepreis von 38 Dollar. Erst ein Jahr später wird dieser Wert wieder erreicht – danach steigt die Aktie in ungeahnte Höhen.

Jeder siebte bei Facebook

Im September 2012 verkündet Mark Zuckerberg stolz, dass Facebook die Marke von einer Milliarde Mitglieder geknackt hat. Rein rechnerisch ist somit jeder siebte Mensch der Welt bei dem sozialen Netzwerk angemeldet. Dabei haben die rund 1,3 Milliarden Einwohner Chinas bisher noch nicht einmal offiziellen Zugriff auf Facebook. Die Mitgliederzahlen steigen weiter, wenn auch langsamer als früher.

Geschäftsmodell überzeugt Anleger

Facebook reagiert auf die zunächst schlechte Entwicklung der Aktie: Das Unternehmen setzt alle Hebel in Bewegung, damit die Werbung in dem sozialen Netzwerk einträglicher wird, sowohl auf dem Desktop als auch auf mobilen Geräten – mit Erfolg. So gelingt es auch, die skeptischen Anleger zu überzeugen. Die Facebook-Aktie steigt im Oktober 2015 auf mehr als 100 Dollar.

Die Schokoriegelmarke Kitkat nutzte die Panne sofort aus. Die Nestle-Tochter twitterte unter @kitkat_ph: „Looks like #Facebook is having a BREAK right now. Have a BREAK, too! :)“ (Es sieht so aus, als mache Facebook eine Pause.) Damit spielte Kitkat auf seinen eigenen Werbelsogan an: „Have a break“. Nach Angaben von Meedia.de verbreitete sich der Tweet im Netz „wie ein Lauffeuer“.

Kommentare (4)

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19.06.2014, 10:36 Uhr

wie krank ist eigentlich diese Welt ! Überall EILMELDUNGEN und Mega Headlines, nur weil Facebook platt ist. Total irre...

Account gelöscht!

19.06.2014, 10:55 Uhr

Da ist wohl beim Update der NSA-Spyware was schiefgelaufen..

Account gelöscht!

19.06.2014, 12:16 Uhr

Für sehr viele Menschen ist facebook zum Lebensinhalt geworden.

Ganz oben auf der Wunschliste vieler Kinder (gleich ob Minder- oder Volljährig), steht das Smartphone.

Erinnern Sie sich an Jamba?

Reich geworden mit der Verarmung und Dummheit vieler Jugendlicher.

Auch eine derzeit grassierende Unart in Deutschland: Graffiti.

Wobei es sich jedoch nicht um gute Streetart handelt, sondern nur um hirnlose Kritzeleien, die manche deutsche Stadtteile an Armenviertel in Südamerika erinnern lassen.

Machtlos sei man dagegen, heißt es dann. Und Geld sei ohnehin keines da.

Ich nenne das Versagertum und Unfähigkeit. Kapitulation, noch bevor man überhaupt den Kampf aufgenommen hat.

Mitschuldig ist der Gesetzgeber. Die sozial-liberale Politik. Die Justiz, die bemüht ist, Tätern möglichst keinen Schaden zuzufügen.

Die Polizei ermittelt und die Gerichte lassen laufen.

Justizalltag im Jahre 2014 in Deutschland. Deutschland verarmt und verkommt. Und noch immer schlafen viele Deutsche.

Deutschland beschneidet sich selbst. Jeden Tag, immer mehr.
Erstrebenswert nur noch für Menschen aus verarmten Ostblockstaaten, ohne Bildung und Ausbildung.

Wichtige Zuwanderung nennt das System es dann. Leute, die dereinst unser Land wettbewerbsfähig halten sollen und dafür Sorge tragen, dass die Deutschen nicht aussterben.

Deutschlands Ruf ist verblasst. Er zehrt von der Vergangenheit.

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