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21.01.2008

15:55 Uhr

Traditionelle Bilanzpressekonferenz eingestellt

Nokia geht auf Abstand

Der finnische Handy-Hersteller Nokia scheut derzeit die Öffentlichkeit: Überraschend hat der Konzern seine traditionelle Pressekonferenz im Rahmen der Bilanzvorlage an diesem Donnerstag eingestellt. Einige Analysten sehen als Grund hierfür die massive Kritik an der Entscheidung, das Werk Bochum zu schließen. Sein Ergebnis präsentiert Nokia jetzt sozusagen aus sicherer Entfernung.

Wut in Bochum: Ein Nokia Mitarbeiter zerstört sein Mobiltelefon. Foto: ap Quelle: ap

Wut in Bochum: Ein Nokia Mitarbeiter zerstört sein Mobiltelefon. Foto: ap

hst/HB STOCKHOLM. Das Unternehmen, das sein Werk in Bochum mit 2 300 Mitarbeitern schließen und nach Rumänien auslagern will, hat die Einstellung der Pressekonferenz damit begründet, dass Analysten und Investoren eine Telefonkonferenz vorzögen.

Tatsächlich glauben einige Analysten, dass der Grund für die eingestellte Pressekonferenz die massive Kritik ist, der sich der Handy-Weltmarktführer seit seiner Bochum-Entscheidung ausgesetzt sieht. Nokia -Chef Oli-Pekka Kallasvuo hat sich bislang nicht offiziell zu dem Beschluss geäußert, das Werk in Bochum bereits in diesem Sommer zu schließen. Auf der Jahrespressekonferenz, so vermuten die Experten, hätte er unangenehmen Fragen vor allem der deutschen Presse nicht aus dem Wege gehen können.

Bei Nokia sieht man das allerdings anders. "Wir haben schon immer Probleme gehabt, die internationale Presse nach Helsinki zu unserer Pressekonferenz zu locken, deshalb haben wir im Herbst entschieden, auf die Pressekonferenz zu verzichten", sagte eine Nokia -Sprecherin dem Handelsblatt. Sie unterstrich, dass die Werksschließung in Bochum und die abgesagte Pressekonferenz nichts miteinander zu tun hätten.

Nokia wird am Donnerstag seine Bilanz für das vierte Quartal vorlegen. Analysten rechnen mit einem Umsatz von 14,9 Mrd. (Vorjahr: 11,7) Mrd. Euro und einem nahezu unveränderten Vorsteuergewinn von knapp 1,6 Mrd. Euro. Nach recht guten Quartalsergebnissen der Nokia -Konkurrenten Samsung und Sony Ericsson sind die Erwartungen an Nokia gestiegen: Analysten glauben zwar an einen niedrigen durchschnittlichen Verkaufspreis für Handys von etwa 82 Euro. Dennoch gehen sie davon aus, dass Nokia wegen seiner marktbeherrschenden Position weiterhin gute Gewinnmargen erzielt. Der Weltmarktanteil wird auf knapp über 39 Prozent geschätzt.

Für das Gemeinschaftsunternehmen von Nokia und Siemens, Nokia Siemens Networks, glauben von der Nachrichtenagentur Direkt befragte Analysten, dass das Netz-Joint Venture im vierten Quartal schwarze Zahlen geschrieben hat. Ein Grund dafür ist, dass Nokia Siemens Networks sich aus mehreren Projekten zurückgezogen hat, bei denen der Auftraggeber den Preis zu stark nach unten gedrückt hat.

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