Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.05.2015

13:05 Uhr

Tragbare Navigationsgeräte

Die Untoten der Windschutzscheibe

VonJoachim Hofer

Der Markt für tragbare Navigationssysteme ist kräftig geschrumpft – das liegt vor allem am Boom der Smartphones. Doch der Elektronikkonzern Garmin glaubt trotzdem unverdrossen an die Apparate.

Jahrelang ist das Geschäft mit tragbaren Navigationsgeräten geschrumpft – dennoch leben die elektronischen Wegweiser an der Windschutzscheibe weiter. dpa

Digitaler Wegweiser

Jahrelang ist das Geschäft mit tragbaren Navigationsgeräten geschrumpft – dennoch leben die elektronischen Wegweiser an der Windschutzscheibe weiter.

MünchenViele Jäger sind des Hasen Tod. Jahrelang ist das Geschäft mit tragbaren Navigationsgeräten geschrumpft. Millionen von Smartphones mit ihren eingebauten Routenplanern schienen die Navis endgültig aus den Autos zu verdrängen. Doch die elektronischen Wegweiser an der Windschutzscheibe leben weiter: „Seit 18 Monaten ist der Markt stabil, er wächst sogar wieder“, behauptet Stefan Bernard, Deutschlandchef von Garmin.

Der US-Konzern sieht sich daher in seiner Strategie bestätigt: „Wir bringen immer wieder neue Features in die Geräte und versuchen, den Markt mit Innovationen zu pushen“, betont Bernard. Gerade hat Garmin ein Navi mit eingebauter Kamera vorgestellt. Der Apparat warnt, wenn der Wagen auf der Autobahn von der Spur abkommt oder dem vorausfahrenden Wagen zu nahe auffährt. Auf den letzten 100 Metern der Route wird das Ziel zudem per Kamera angezeigt. Außerdem zeichnet die Kamera die Fahrt auf. Kommt es zu einem Unfall, werden je eineinhalb Minuten vor und nach dem Aufprall gespeichert. Als Zubehör gibt’s eine Rückfahrkamera für den Blick nach hinten.

Das ist innovativ in tragbaren Navigationsgeräten, gehört in Oberklasse-Autos von Audi, Mercedes oder BMW aber zum Standard. Der Unterschied: Das sogenannte „Nüvicam“-Navi wird nur 379 Euro kosten, wenn es in diesen Tagen in die Läden kommt. Die Fahrzeughersteller hingegen verlangen mehrere Hundert Euro Aufpreis für jeden einzelnen Assistenten, oder eine vierstellige Summe im Paket mit eingebauter Navigation.

Die Dienstwagenbesitzer stehen freilich ohnehin nicht im Fokus von Garmin. „Der Fahrer eines 5er-BMW ist nicht unser Kunde“, unterstreicht Bernard. Der Manager setzt auf Käufer, die sich vor Jahren schon ein Navi gekauft haben und jetzt feststellen, dass sie mit einem modernen Modell viel mehr für ihr Geld bekommen.

Die Navis kamen Mitte des vergangenen Jahrzehnts so richtig in Mode, die kleinen digitalen Wegweiser waren damals sehr begehrt. Der Durchschnittspreis der Navigationsgeräte lag 2005 in Deutschland nach Berechnungen des Branchenverbands Bitkom bei 475 Euro. Doch als der Boom der Smartphones Ende des Jahrzehnts einsetzte, brachen die Verkäufe ein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×