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21.03.2013

17:42 Uhr

Transparenzbericht

Microsoft informiert über Auskunftsersuchen

Wenn Behörden und Regierungen bestimmte Nutzerdaten nicht ermitteln können, wenden sie sich an die IT-Konzerne. So auch an Microsoft. Im vergangenen Jahr geschah dies in mehr als 75.000 Fällen.

In mehr als 75.000 Fällen haben Behörden und Regierungen bei Microsoft nach Nutzerdaten gefragt. dpa

In mehr als 75.000 Fällen haben Behörden und Regierungen bei Microsoft nach Nutzerdaten gefragt.

BerlinMicrosoft hat im vergangenen Jahr insgesamt 75.378 Anfragen von Behörden und Regierungen weltweit zur Herausgabe von Nutzerdaten erhalten. Allein aus Deutschland kamen demnach 8.419 Anfragen. Inhalte etwa aus Telefongesprächen über Skype oder E-Mail-Kommunikation seien allerdings in keinem Fall eingesehen worden, teilte das Unternehmen mit. In 84,2 Prozent der Fälle seien Daten wie der Name der Nutzer oder die E-Mail-Adresse herausgegeben worden. Die mit Abstand meisten Anfragen kamen aus den USA (11.073), gefolgt von Großbritannien (9.226), Frankreich (8.603) und Deutschland.

Es sei schwierig genau zu bestimmen, wie viele Kunden von den behördlichen Anfragen betroffen gewesen seien, hieß es. Vermutlich seien es 2012 rund 135.000 Accounts von Microsoft- und Skype-Diensten gewesen. Kommunikationsinhalte habe Microsoft weltweit in nur 2,2 Prozent der Fälle weitergegeben. Voraussichtlich habe das weniger als 0,02 Prozent der aktiven Nutzer betroffen.

Wie Windows wurde, was es ist

Windows 1.0

Der Urahn des inzwischen meistgenutzten PC-Betriebssystems kam im November 1985 auf den Markt. Damals war Microsoft noch ein Außenseiter, während der Platzhirsch IBM und der Aufsteiger Apple den Kampf um den PC-Markt auszufechten schienen. Anfangs arbeitete sich Windows nur mühsam ins Geschäft – denn Microsoft verzichtete zunächst angesichts eines jahrelangen Patentstreits mit Apple auf grafische Bedienungselemente.

Windows 3.1

Mit dieser Version lernte Windows 1992, Videos abzuspielen, bekam die ersten integrierten Spiele und neue Schriften. Die Grundansicht mit den überlappenden Fenstern und einem Desktop für Programm-Symbole blieb – mit einigen Design-Änderungen – lange erhalten.

Windows NT

Parallel zu den Consumer-Versionen von Windows entwickelte Microsoft nach dem Scheitern des OS/2-Projektes mit IBM eine Windows-Version mit einem neuen Programm-Kern („Windows New Technology“). NT wurde mit Windows 2000 fortgeführt und ging später in Windows XP auf.

Windows 95

Die radikale Erneuerung von 1995 brachte in Grundzügen das Windows, das heute praktisch jeder kennt. Unter anderem wurde der „Start“-Knopf mit dem Balken am unteren Bildschirmrand eingeführt. Nachdem nachträglich der Web-Browser Internet Explorer zum Windows-Grundpaket hinzugefügt wurde, setzte sich Microsoft zum Ärger der Wettbewerbshüter in diesem Bereich gegen den Pionier Netscape durch. Auf die Version folgten die kleineren Aktualisierungen Windows 98 und ME.

Windows XP

2001 brachte Microsoft die bisher langlebigste Version seines Betriebssystems auf den Markt, die immer noch auf vielen Rechnern läuft. Mit Windows XP wurden viele visuelle Effekte hinzugefügt, ebenso wie wichtige Funktionen wie etwa schneller Benutzerwechsel, eine integrierte Firewall für mehr Sicherheit und verbesserter Medienwiedergabe.

Windows 7

Das Betriebssystem Windows Vista sollte XP verdrängen, wurde von den Nutzern aber weitgehend ignoriert. Die 2007 veröffentlichte Version bot zwar neue Bildschirmansichten, aber eine für viele Nutzer verwirrende Rechteverwaltung für Benutzerkonten. Erst mit der Vorstellung von Windows 7 im Oktober 2009 konnte Microsoft die Anwender wieder überzeugen.

Windows 8

Mit Windows 8 wollte sich Microsoft für den Wandel der Computer-Welt rüsten: Die neue Kacheloberfläche ist für Touchscreens ausgelegt und eignet sich damit auch für Tablet-Computer – äußerlich ähnelt das System damit dem Smartphone-Betriebssystem Windows Phone. Microsoft stellte Windows 8 im Oktober 2012 vor. Gerade an der neuen Bedienung wurde jedoch schnell viel Kritik laut.

Windows 8.1

Ein Update für Windows 8 kam im Oktober 2013 auf den Markt. Das kostenlose Windows 8.1 soll die größten Kritikpunkte an dem Vorgänger ausräumen. So können Nutzer direkt auf den Desktop starten und so die Kacheloberfläche umgehen. Zudem kehrt der Startknopf zurück, wenn auch nicht das klassische Startmenü.

Es sei zunehmend wichtig, dass die Öffentlichkeit über die Begehrlichkeiten von Behörden und Regierungen informiert werde - vor allem weil die Kunden immer mehr Internet-Technologien nutzen, um zu kommunizieren und ihre privaten Daten zu speichern, heißt es in dem Bericht. Deshalb wolle Microsoft ähnlich wie andere Unternehmen der Branche diese Informationen künftig regelmäßig veröffentlichen. Google etwa bringt schon seit einigen Jahren seinen Transparenzbericht heraus, in dem detailliert die Auskunftsersuchen weltweit dokumentiert sind.

Von

dpa

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