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05.02.2015

02:40 Uhr

Trotz Gewinnsprung

21st Century Fox enttäuscht mit Geschäftsausblick

21st Century Fox macht einen Gewinnsprung: Im vergangenen Geschäftsquartal verdiente der Medienkonzern dank Sonderfaktor etwa fünfmal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Doch der Geschäftsausblick ist getrübt.

Der Sender 21st Century Fox, der zu Rupert Murdochs Medienimperium gehört, enttäuscht die Anleger mit einen getrübten Geschäftsausblick. AFP

Der Sender 21st Century Fox, der zu Rupert Murdochs Medienimperium gehört, enttäuscht die Anleger mit einen getrübten Geschäftsausblick.

New York21st Century Fox hat den Gewinn dank eines Milliarden-Verkaufserlöses massiv gesteigert, Anleger aber auf schlechtere Zeiten eingestimmt. Unter dem Strich verdiente der US-Medienkonzern im zweiten Geschäftsquartal bis Ende Dezember 6,2 Milliarden Dollar (5,4 Mrd. Euro) und damit etwa fünfmal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch (Ortszeit) mit.

Entscheidend für den Gewinnsprung war allerdings ein Sonderfaktor in Höhe von 5,04 Milliarden Dollar. Diese Summe brachte der Verkauf der Anteile an den Sendern Sky Deutschland und Sky Italia an die britische Gesellschaft Sky PLC - ehemals BSkyB - im November ein.

Hintergrund ist eine Rochade innerhalb des Firmenimperiums von Medienmogul Rupert Murdoch. Denn Sky PLC gehört zu 40 Prozent 21st Century Fox. Murdoch hatte im letzten Mai angekündigt, seine Pay-TV-Geschäfte in Europa in Großbritannien zu bündeln.

Das Imperium des Rupert Murdoch

Geerbtes Unternehmen

Rupert Murdoch kam 1931 in Australien zur Welt. Das Unternehmertum liegt in der Familie: Sein Vater kaufte sich in die Zeitungskette News Limited ein, Sohn Rupert erbte sie 1952 – und baute sie zu einem Medienimperium aus, zu dem heute neben den Zeitungen in aller Herren Länder auch der Buchverlag Harper Collins, Internetbeteiligungen, Fernsehsender und mit „20th Century Fox“ ein legendäres Hollywood-Studio gehören.

Von der „Sun“ bis zum „Wall Street Journal“

Begonnen hat alles mit der Zeitung „The News“ aus dem australischen Adelaide, die der damals Anfang 20-jährige Rupert von seinem Vater übernahm. Später verleibte sich Murdoch in Großbritannien die renommierte Londoner „Times“ ein, außerdem das Massenblatt „Sun“. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ stampfte Murdoch nach einem Abhörskandal kurzerhand ein. Im Jahr 2007 landete Murdoch einen seiner größten Coups, indem er den US-Konzern Dow Jones übernahm, den Herausgeber Wirtschaftsblatts „Wall Street Journal“.

Fox-Fernsehsender

Flaggschiff des Konglomerats sind die amerikanischen Fox-Fernsehsender, die wegen ihrer konservativen Ausrichtung berühmt-berüchtigt sind. Hier ist aber auch die Heimat der Kultsendung „Die Simpsons“. Die gelbe Zeichentrick-Familie mit Oberhaupt Homer und der guten Seele Marge nimmt in vielen Folgen den Sender und seinen Patriarchen selbst auf die Schippe.

Auch in Deutschland aktiv

Murdoch hält die Mehrheit am Bezahlsender Sky, dem früheren Premiere. Sein Sohn James ist seit 2016 wieder Vorsitzender des Aufsichtsrates beim britischen Mutterkonzern.

Schiffbruch mit MySpace

Murdoch erkannte früh die Chancen des Internet und traute sich als einer der ersten großen Verleger, Geld für Nachrichten im Netz zu verlangen. Mit einem anderen Projekt erlitt er indes Schiffbruch: Das einstmals größte Online-Netzwerk MySpace ist nach dem Siegeszug von Facebook heute nur noch ein Schatten seiner selbst.

Aufspaltung in zwei Bereiche

2013 spaltete Murdoch sein Imperium in zwei Reiche auf: die profitable Filmsparte 21st Century Fox und das schwächelnde Verlagsgeschäft News Corp.

Ansonsten brachte die Quartalsbilanz gemischte Ergebnisse. Der Umsatz ging im Schlussquartal zwar nur leicht und weniger als am Markt erwartet auf 8,1 Milliarden Dollar zurück. Dafür gab das Management bei einer Telefonkonferenz mit Analysten einen eingetrübten Ausblick ab und senkte die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr.

Nachdem die Aktie nachbörslich zunächst noch positiv auf die Quartalszahlen reagiert hatte, geriet sie nach den Aussagen der Geschäftsführung deutlich ins Minus.

Neben zahlreichen Fernsehsendern gehört zum Murdoch-Konzern auch das Filmstudio 20th Century Fox. Dagegen ist das Geschäft mit Zeitungen und Bücher in die Schwestergesellschaft News Corp abgespalten, die ihre Zahlen an diesem Donnerstag veröffentlichen wird. Murdoch und seine Familie sind bei beiden Unternehmen der Mehrheitseigner.

Von

dpa

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