Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.08.2014

21:22 Uhr

Trotz guter Geschäftszahlen

Time Warner enttäuscht Aktionäre

Großes Kino in der US-Medienbranche: Time Warner wehrt einen Übernahmeversuch aus dem Murdoch-Imperium ab, doch die Aktionäre sind enttäuscht. Dabei laufen die Geschäfte rund. Aber auch Konkurrent Disney ist erfolgreich.

Trotz guter Quartalszahlen sind die Aktionäre von Time Warner enttäuscht. dpa

Trotz guter Quartalszahlen sind die Aktionäre von Time Warner enttäuscht.

New YorkWiderstand erfolgreich: US-Medienmogul Rupert Murdoch hat seine 80 Milliarden Dollar schwere Kaufofferte für Time Warner zurückgezogen. Der Wettbewerber hatte nicht verhandeln wollen. Die Börsen schickten die Aktie von Time Warner deshalb am Mittwoch auf Talfahrt. Obwohl das Unternehmen robuste Geschäftszahlen präsentierte, stürzte das Papier um mehr als zehn Prozent ab.

Dabei profitiert Time Warner weiter von erfolgreichen Filmen und Serien. Umsatz und Gewinn konnten zuletzt ausgebaut werden, wie der Medienkonzern zur Wochenmitte in New York meldete. Vor allem dank Hits des Bezahlsenders HBO („Game of Thrones“, „True Detective“) stieg der Überschuss im zweiten Quartal auf unter dem Strich 850 Millionen Dollar (636,7 Mio Euro) von 771 Millionen vor einem Jahr. Der Umsatz kletterte um drei Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar.

Die Geschäftsergebnisse kamen nur einen Tag, nachdem der Konkurrent 21st Century Fox sein milliardenschweres Kaufangebot zurückgezogen hatte. Ein Zusammenschluss wäre zwar eine einzigartige Chance gewesen, hatte der Murdoch-Konzern am Dienstag erklärt. Doch das Management von Time Warner habe sich verweigert. 21st Century Fox wird am Abend ebenfalls neue Geschäftszahlen veröffentlichen.

Ein Zusammengehen der beiden Schwergewichte hätte die Medienbranche auf den Kopf gestellt. Zum Murdoch-Imperium zählen unter anderem die Fox-Fernsehsender, der Bezahlkanal Sky Deutschland und das Hollywood-Studio 20th Century Fox. Unter dem Dach von Time Warner finden sich der beliebte US-Bezahlsender HBO, der Nachrichtenkanal CNN und das Filmstudio Warner Bros.

Die größten Medienkonzerne der Welt (nach Umsatz 2012)

Comcast/NBC, LLC

48,7 Milliarden Euro

Google

39,1 Milliarden Euro

Walt Disney

32,9 Milliarden Euro

News Corp.

26,2 Milliarden Euro

Time Warner

22,4 Milliarden Euro

Viacom/CBS Corp.

22,4 Milliarden Euro

Sony Entertainment

16,8 Milliarden Euro

Bertelsmann

16,1 Milliarden Euro

Vivendi

13,3 Milliarden Euro

Dish Network Corp.

11,1 Milliarden Euro

Rang 11 bis 20

Cox Enterprises 10,6 Milliarden Euro

Thomson Reuters 10 Milliarden Euro

Rogers Comm. 9,7 Milliarden Euro

Liberty Media Corp. 9,4 Milliarden Euro

Reed Elsevier 7,5 Milliarden Euro

Pearson 7,5 Milliarden Euro

Lagardère Media 7,4 Milliarden Euro

Nippon Hoso Kyokai 6,4 Milliarden Euro

ARD 6,3 Milliarden Euro

Bloomberg 6,2 Milliarden Euro

Quelle: Unternehmen

Neben Time Warner konnte auch der weltgrößte Unterhaltungskonzern Walt Disney mit guten Zahlen aufwarten. Kino-Kassenschlager trieben den Umsatz im dritten Geschäftsquartal (bis Ende Juni) um 8 Prozent auf 12,5 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf über 2,2 Milliarden Dollar (1,6 Mrd Euro), wie Walt Disney bereits am Dienstag mitteilte.

Die Erwartungen der Analysten konnte Disney übertreffen. Der Aktienkurs des Unternehmens aus dem kalifornischen Burbank stieg am Mittwoch. Mit der Fortsetzung von Marvels „Captain America“ und dem Fantasyfilm „Maleficent - die dunkle Fee“ knüpfte Disney an den Erfolg der „Eisprinzessin“ an. Der nächste Blockbuster ist mit „Guardians of the Galaxy“ bereits erfolgreich angelaufen.

Das mittlerweile vor allem auf Werbeeinnahmen ausgerichtete Internet-Urgestein AOL kämpft hingegen weiter mit hohen Kosten. Im zweiten Quartal sank der Überschuss im Jahresvergleich um 1 Prozent auf unter dem Strich 28,2 Millionen Dollar (21,1 Mio Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz legte allerdings deutlich um zwölf Prozent auf 606,8 Millionen Dollar zu.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×