Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.01.2011

20:24 Uhr

Trotz Millionenschulden

Hefner kauft „Playboy“ zurück – Aktien legen zu

Der 84-jährige Playboy-Gründer Hugh Hefner bringt die berühmten Bunnies wieder unter seine Kontrolle. Nach monatelangen Verhandlungen stimmte der Mutterkonzern des berühmtesten Männermagazins der Welt am Montag einer aufgestockten Offerte zu. Die Playboy-Aktien machten daraufhin einen deutlichen Sprung nach oben.

Playboy-Gründer Hefner. dpa

Playboy-Gründer Hefner.

HB NEW YORK. Demnach übernimmt Hefners Firma Icon Acquisition Holdings zusammen mit dem Finanzinvestor Rizvi Traverse Management den mit 207 Millionen Dollar bewerteten Unterhaltungskonzern. Der Kaufpreis beträgt 6,15 Dollar je Aktie und liegt damit zwölf Prozent über Hefners früherem Angebot.

Wenn die Aktionäre das Gebot akzeptieren, geht eine andere Größe der US-Erotikbranche im Bieterrennen leer aus: die Firma Friend Finder Network, Besitzer des Magazins „Penthouse“, hatte sich sogar mit einem höheren Gebot um die 1953 von Hefner gegründete Firma bemüht.

Playboy plagen Schulden in Höhe von 115 Millionen Dollar. Der Konzern sucht schon länger nach einem neuen Besitzer. Er kämpft mit sinkenden Werbeeinnahmen und rückläufigen Magazin-Verkäufen. Einstige Kunden nutzen für Erotik- und Porno-Angebote verstärkt das Internet. Im abgelaufenen dritten Quartal verzeichnete Playboy bei Erlösen von rund 52 Millionen Dollar einen Verlust von mehr als 27 Millionen Dollar. Der Konzern verdient nicht nur im Print-Geschäft sein Geld, sondern betreibt unter anderem Clubs, hat ein eigenes Radio, vertreibt Accessoires mit dem berühmten Häschen-Logo und profitiert von Lizenz-Einnahmen.

„Ich denke, dass uns diese Vereinbarung die Möglichkeit und Flexibilität gibt, um Playboy in seine einzigartige Lage zurückzubringen und unser Geschäft weltweit weiter zu expandieren“, sagte Hefner am Montag. Playboy-Chef Scott Flanders wird weiter für den Konzern arbeiten und auch an ihm beteiligt bleiben, hieß es.

Die Playboy-Aktien legten am Montag mehr als 16 Prozent zu. Hefners Angebot liegt etwa 18 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag. Die Aktionäre sollen spätestens ab dem 21. Januar rund vier Wochen Zeit haben, um die Offerte anzunehmen. Hefner besitzt bereits 70 Prozent der Stimmrechtsaktien. Experten gehen deshalb davon aus, dass er die nötige restliche Zustimmung der Anteilseigner auch erhält. Dann soll Playboy von der Börse genommen werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×