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23.12.2013

18:39 Uhr

Trotz neuer Kooperation

China bleibt harte Nuss für Apple

Der weltgrößte Mobilfunk-Konzern China Mobile verkauft künftig das iPhone. Apple will auf dem chinesischen Markt durchstarten. Doch die Hochpreis-Strategie von Konzernchef Tim Cook kommt in China nicht gut an.

Ein Chinese benutzt sein iPhone vor einem Geschäft von China Mobile. Der weltgrößte Mobilfunk-Konzern verkauft nun das iPhone von Apple. Reuters

Ein Chinese benutzt sein iPhone vor einem Geschäft von China Mobile. Der weltgrößte Mobilfunk-Konzern verkauft nun das iPhone von Apple.

Cupertino/PekingMehr als 760 Millionen Kunden: Die Größe des chinesischen Mobilfunk-Anbieters China Mobile ist kaum zu fassen. Wie viele von ihnen werden sich allerdings ein iPhone zulegen, wenn das Apple-Handy Mitte Januar erstmals ins Angebot der Telekom-Firma kommt? US-Branchenanalysten gehen von 12 bis 20 Millionen Geräten im ersten Jahr aus - und das ist wiederum eine deutlich bodenständigere Zahl.

Denn in China regieren nach wie vor die Billig-Smartphones. Und Apple-Chef Tim Cook wettet darauf, dass ein langer Atem mit hohen Preisen in Erwartung steigenden Wohlstands auf Dauer die bessere Wahl ist als ein aggressiver Preiskampf um Marktanteile. Doch gemessen an dem bisherigen iPhone-Absatz in China wäre selbst in dieser Spanne immerhin ein Plus von 50 Prozent oder sogar eine Verdoppelung drin.

China ist der wichtigste Markt für die Mobilfunk-Branche. Rund jedes dritte Smartphone weltweit wird im Reich der Mitte verkauft. Im kommenden Jahr dürften es nach Schätzungen 450 Millionen Computer-Handys werden. Apple kam im dritten Quartal 2013 laut Marktforschern nur auf einen Anteil von sechs Prozent. Der Erfolg der neuen Modelle iPhone 5s und 5c sowie der China-Mobile-Effekt dürften dem Marktanteil in den kommenden Monaten zwar deutlich verbessern. Doch Apple wird mit seiner bisherigen Preispolitik in China auf absehbare Zeit ein Nischenanbieter bleiben.

Der globale Smartphone-Markt

Gesamtmarkt

Der Smartphone-Markt wuchs 2013 rasant: Die Hersteller setzten laut dem Marktforscher Gartner 968 Millionen Geräte ab, ein Plus von 42,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verkauften die Unternehmen 1,8 Milliarden Mobiltelefone, also erstmals mehr Smartphones als einfache Handys.

Samsung

Nach Stückzahlen ist inzwischen Samsung die unangefochtene Nummer eins unter den Smartphone-Herstellern. Die Südkoreaner verkauften im vergangenen Jahr nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Gartner 300 Millionen Computer-Handys. Damit kam fast jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone von Samsung, wobei der Marktanteil leicht sank. Insgesamt setzte der Konzern 444 Millionen Handys ab.

Apple

Apple war 2013 mit knapp 151 Millionen verkauften iPhones die Nummer zwei im Smartphone-Markt, der Marktanteil rutschte jedoch auf 15,6 Prozent ab.

LG

Fast gleichauf mit Huawei war LG Electronics. Der südkoreanische Hersteller verkaufte rund 46 Millionen Smartphones und verdoppelte fast damit den Absatz, der Markanteil liegt nun bei 4,8 Prozent. Einschließlich einfacher Mobiltelefone verkaufte LG 69 Millionen Geräte (3,8 Prozent Marktanteil).

Lenovo

Lenovo ist bislang vom chinesischen Heimatmarkt abhängig. Der Konzern verkaufte 2013 knapp 44 Millionen Smartphones (4,5 Prozent Marktanteil). Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern aber den Absatz künftig deutlich steigern.

ZTE

ZTE verkaufte im zweiten Quartal 10,1 Millionen Smartphones, ein deutliches Plus von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil liegt bei 4,2 Prozent. Insgesamt setzte der chinesische Hersteller 15,3 Millionen Handys ab.

Nokia

Nokia war 2013 mit 250 Millionen Geräten und 13,9 Prozent Marktanteil immer noch der zweitgrößte Handyhersteller, verlor aber weiter an Boden. Im lukrativen Smartphone-Markt läuft das Unternehmen unter „ferner liefen“. Die Gerätesparte übernimmt Microsoft.

Sonstige

Viele Unternehmen mit klangvollen Namen haben derzeit weniger als 4 Prozent Marktanteil, darunter Sony, HTC und Blackberry.

Die neuen iPhones kosten in China sogar etwas mehr als in USA oder Westeuropa. Dagegen verkaufen im Ausland kaum bekannte chinesische Anbieter selbst ihre Spitzen-Smartphones für die Hälfte. Es dominiert - wie im Rest der Welt - das Google-Betriebssystem Android. Der chinesische Markt ist aber so gewaltig, dass auch ein kleines Stück vom Kuchen große Wirkung hat. „China wird in der Zukunft definitiv der größte Markt für Apple sein“, verkündete Cook Anfang 2013 in einem Interview mit dem chinesischen Internetportal Tencent. Er war in China unterwegs, unter anderem auch für Gespräche mit China Mobile. Im August kam er wieder.

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