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25.10.2013

10:18 Uhr

Trotz Rekordgewinn

Samsung fürchtet die Marktübersättigung

Der Smartphone-Weltmarktführer Samsung hat im vergangenen Quartal wiederholt einen Rekordgewinn verbuchen können. Doch der Konkurrenzkampf droht den Südkoreanern das Geschäft zu verhageln – sagt der Konzern selbst.

Erfolgskurs

Samsungs Rekordquartal

Erfolgskurs: Samsungs Rekordquartal

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Der Smartphone-Boom und höhere Chippreise haben dem südkoreanischen Technologieriesen Samsung einen neuen Rekordgewinn in Milliardenhöhe beschert. Der Überschuss stieg im dritten Quartal 2013 im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 8,24 Billionen Won (etwa 5,6 Milliarden Euro), wie der weltgrößte Produzent von Speicherchips, Fernsehern und Handys am Freitag mitteilte. Der Umsatz kletterte um 13 Prozent auf 59 Billionen Won. Doch ohne Wachstum der wichtigen Handysparte dürften solche Zahlen künftig schwer zu erreichen sein. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs würden die Smartphone-Verkäufe wohl auch im wichtigen Weihnachtsgeschäft nicht mehr so stark zulegen wie gewohnt, kündigte der Branchenprimus an, der in dem Geschäft neben Apple auch mit LG Electronics und Nokia konkurriert.

Neben dem wiedererstarkten Geschäft mit Speicherchips verdankt Samsung den Gewinnsprung auch dem robusten Absatz von Smartphones im unteren und mittleren Preisbereich. Mit Blick auf die Weihnachtssaison erwartet der Apple-Konkurrent nach eigenen Angaben für das Schlussquartal eine Fortsetzung des Wachstumsschwungs am Markt für Smartphones und Tablet-Computer, „während der Wettbewerb sich weiter verschärft“.

Der Absatz sei im dritten Quartal durch die „Massenmarkt-Modelle“ angetrieben worden, hieß es. Bei den teuren Premium-Modellen hätten die Auslieferungen auf ähnlichem Niveau wie im Quartal zuvor gelegen. „Samsung hat sich zuletzt gut geschlagen und auf dem Smartphone-Markt schnell zu Apple aufgeholt. Aber ich weiß nicht, ob sie es noch besser machen können“, sagte Fondsmanager Kim Sung Soo von LS Asset Management. Wie Nokia könnte Samsung an seine Grenzen stoßen. Der finnische Konkurrent musste sein schwächelndes Handygeschäft unlängst an Microsoft verkaufen, dabei war Nokia früher unagefochtener Weltmarktführer.

Smartwatches

Wenn die Uhr schlau wird

Bis vor wenigen Jahren waren Telefone und Computer in der Größe einer Armbanduhr nur Fiktion – „Knight Rider“ lässt grüßen. Doch die Chips werden immer kleiner, leistungsfähiger und billiger. Damit werden Geräte wie Smartwatches technisch möglich und erschwinglich.

Trend zum „Wearable Computing“

Smartwatches sind Teil eines Trends: Computer werden immer kleiner und damit auch immer tragbarer. Neben intelligenten Uhren gibt es beispielsweise auch Fitnessarmbänder und Brillen, die mit Informationstechnologie aufgerüstet sind. Google Glass ist ein bekanntes Beispiel. Die Technologiebranche spricht vom „Wearable Computing“ – und hofft auf einen Wachstumsmarkt.

Ergänzung zum Smartphone...

Was ist überhaupt eine Smartwatch? Der Begriff ist schwer zu fassen. Grundsätzlich gibt es zwei Kategorien. Die meisten Modelle funktionieren nicht eigenständig, sondern sind eine Erweiterung fürs Smartphone und zeigen Termine, E-Mails oder eingehende Anrufe an. Die Daten werden in der Regel per Bluetooth übertragen.

... und Ersatz fürs Handy

Während die meisten Smartwatches eine Erweiterung fürs Smartphone sind, sollen ein paar Modelle das Handy ganz ersetzen. Sie haben ein Mobilfunk-Modul, das Telefonate und die Übertragung von Daten erlaubt. Das gilt etwa für die Gear S von Samsung.

Assistent und Freisprecher

Die Geräte sind unterschiedlich ausgestattet. Einige fungieren als diskrete Sekretäre – sie erinnern an Termine, zeigen eigehende E-Mails an und vermelden Telefonanrufe. Andere eignen sich auch als Freisprecheinrichtung oder als kompaktes Navigationsgerät. Unter Sportlern beliebt sind Spezialgeräte, die den Puls und die Laufstrecke messen.

Der Akku als Schwachpunkt

Die Laufzeit ist bei allen Smartwatches ein Problem: Weil die Geräte so klein sind, lässt sich darin kein großer Akku unterbringen. Daher sind viele Modelle nicht besonders ausdauernd – je nachdem welche Display-Technologie zum Einsatz kommt.

Start-ups und Konzerne

Diverse Unternehmen haben bereits Smartwatches auf den Markt gebracht – Start-ups wie Weltkonzerne. Zu den kleinen Anbietern zählt das Unternehmen Pebble, das über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter seine Anschubfinanzierung gesichert hat. Zahlreiche Elektronikhersteller haben ebenfalls Computer-Uhren entwickelt, von Sony als einem der Pioniere bis zu Apple mit der Apple Watch.

Gerüchte um Apple

Offiziell ist noch nichts, doch Gerüchten zufolge arbeitet Apple an einer Smartwatch. Den Namen „iWatch“ hat das Unternehmen offenbar bereits in mehreren Ländern schützen lassen. 100 Entwickler sollen an dem Geheimprojekt beteiligt sein. Auch Microsoft wird großes Interesse an diesem Markt nachgesagt. Google bestätigte, ein Start-up mit Smartwatch-Technologie übernommen zu haben. Der Wettbewerb dürfte also hart werden.

Schwierige Prognose

Wie sich junge Märkte entwickeln, ist schwierig zu prognostizieren – die Vorhersagen für Smartwatches gehen weit auseinander. Während die Marktforschungsfirma IDC ein rapides Wachstum voraussagt, erwarten Forrester und NPD Displaysearch eine baldige Abkühlung des Marktes.

Südkoreanische Medien hatten zuvor unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, dass der Absatz des Smartphone-Flaggschiffs Galaxy S4 seit seinem Marktstart im April die Schwelle von 40 Millionen Einheiten überschritten habe. Dieser Punkt sei damit schneller als beim Vorgängermodells S3 erreicht worden. Analysten schätzen jedoch, dass in diesem Segment die Marktsättigung schon bald erreicht sein könnte. Wie viele Smartphones der Konzern verkauft, gibt Samsung im Gegensatz zu Apple nie zeitgleich mit den Gewinnzahlen bekannt. Der Marktanteil lag zuletzt bei über 30 Prozent und damit doppelt so hoch wie der des Rivalen.

Apple hatte in den ersten drei Tagen des Verkaufs seiner neuen Geräte iPhone 5s und des günstigeren Modells 5c im September nach eigenen Angaben mehr als neun Millionen Stück abgesetzt. Apple habe den Kampf voll aufgenommen, betonte der Handy-Experte Kim. Der US-Rivale, der mit der Einführung des iPhones 2007 den Smartphone-Markt wiederbelebte, gibt am Montag Einblick ins abgelaufene Quartal.

Samsung profitierte auch von der steigenden Nachfrage nach Speicherchips. Der operative Gewinn der Kernsparte Halbleiter verdoppelte sich binnen Jahresfrist auf 2,06 Billionen Won. Bei Speicherkomponenten sei „die Nachfrage in allen Segmenten weiter robust gewesen: Mobilgeräte, Server, PC und Spielekonsolen“. Samsung stellt neben seinen Galaxy-Smartphones und -Tablets Halbleiter, Fernseher, Kameras, Computer und eine ganze Palette von Haushaltsgeräten wie Kühlschränke und Waschmaschinen her. Auch im Chipgeschäft ist der Konzern Marktführer

Nach Ansicht von Marktbeobachtern werden sich im vierten Quartal auch die Folgen eines Großbrands im September in den Fertigungsanlagen des südkoreanischen Chipherstellers SK Hynix in China auf die Preise auswirken.

Von

dpa

Kommentare (1)

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wolfshund

25.10.2013, 12:17 Uhr

"...fürchtet Marktübersättigung"...Auf geht es! Dann entwickelt Geräte, die NICHT durch NSA abgehört werden können. Diesen Müll sollte man ohnehin: VERBIETEN.

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