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21.10.2014

02:42 Uhr

Trotz schlechter Presse

iPhones steigern bei Apple den Umsatz

Die neuen iPhone-Modelle machen Apple Freude: Sie sind erst seit September im Handel, bescheren dem US-Unternehmen aber bereits eine Umsatzsteigerung im Quartalsbericht. Das interessiert auch die Anleger.

Die neuen iPhone-Modelle haben sich gut verkauft. Das hebt bei Apple die Quartalszahlen. ap

Die neuen iPhone-Modelle haben sich gut verkauft. Das hebt bei Apple die Quartalszahlen.

San Francisco/CupertinoDie neuen iPhone-Modelle lassen bei Apple die Kasse klingeln. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Quartal überraschend stark um gut zwölf Prozent auf 42,1 Milliarden Dollar, wie das US-Unternehmen aus dem Silicon Valley am Montagabend mitteilte.

In den drei Monaten bis Ende September wurden insgesamt 39,3 Millionen iPhones verkauft. Das entspricht einem Zuwachs von 16 Prozent. Firmenchef Tim Cook sprach vom besten Verkaufsstart eines iPhone-Typs überhaupt. Trotz der zunächst überaus schlechten Presse wegen gravierender Software-Probleme und zahlreicher Bilder von angeblich leicht verbiegbaren Smartphones griffen die Kunden massenhaft zu.

Die Nachfrage nach den neuen iPhones sei deutlich höher als das Angebot, sagte Apple-Chef Tim Cook. „Im Moment verkaufen wir alles, was wir produzieren können.“ Insbesondere das größeren iPhone 6 Plus sei knapp.

Die Evolution des iPhone

iPhone - die erste Generation

Mit seinem leicht bedienbaren Touchscreen revolutionierte das iPhone die Handybranche. Dabei waren die technischen Daten der ersten Generation noch recht bescheiden: Der Prozessor leistete nur 667 Megahertz, der Arbeitsspeicher war nur 128 Megabyte groß. Den Datenfunk UMTS unterstützte die erste Generation nicht. Trotzdem wurde das Gerät ein riesiger Erfolg.

iPhone 3G

Das zweite Gerät der iPhone-Reihe, vorgestellt im Juni 2008, brachte einige wesentliche Änderungen. Zum einen überarbeitete Apple das Design gründlich. Zum anderen unterstützte das Gerät den Datenfunk UMTS sowie den Datenturbo HSDPA.

iPhone 3GS

Ein Jahr später stellte Apple das iPhone 3GS vor. Am Design änderte sich nichts, allerdings stattete der Hersteller das Gerät mit einem besseren Prozessor und einem größeren Speicher aus. Das suggeriert auch der Name: Das S steht für „Speed“. Zudem war eine Kamera mit 3 Megapixel Auflösung an Bord.

iPhone 4

Mit der vierten Generation, präsentiert im Juni 2010, wagte Apple wieder ein neues Design: Das Gehäuse war kantiger und aus Edelstahl. Zudem verbaute der Hersteller ein Display mit höherer Auflösung. Auch der Prozessor war leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Ansturm auf das Gerät war gewaltig.

iPhone 4S

Äußerlich unterschied sich das iPhone 4S kaum von seinem Vorgänger, das Design blieb weitgehend gleich. Schlagzeilen machte vor allem der persönliche sprachgesteuerte Assistent Siri, der zunächst nur auf dem 4S lief, später aber auch auf anderen iPhone-Modellen. Siri kann Fragen beantworten oder Kommandos ausführen. Die Kamera des iPhone 4S hatte eine Auflösung von 8 Megapixel.

iPhone 5

Das sechste und aktuelle Gerät der Reihe heißt iPhone 5. Es ist etwas länger, aber gleichzeitig dünner als das Vorgängermodell – dadurch ergibt sich ein neues Seitenverhältnis von 16:9. Die 8-Megapixel-Kamera kann Aufnahmen in HD anfertigen. Ein neuer Prozessor soll für mehr Tempo sorgen. In die Kritik geriet Apple, weil vor allem an der schwarzen Variante schnell Abnutzungserscheinungen zu sehen waren. Mit dem iPhone 5 führte Apple auch iOS 6 ein, die neue Version des Betriebssystems, die den vielkritisierten Kartendienst Maps enthält.

iPhone 5C und 5S

Das iPhone 5c und das iPhone 5s waren die Modelle sieben und acht. Das 5c ist die etwas günstigere Variante: Weitgehend ausgestattet wie das iPhone 5, hat es aber ein Gehäuse aus buntem Plastik. Das 5s hat unter anderem einen doppelt so schnellen Chip, eine bessere Kamera und einen Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Gerätes.

iPhone 6 und iPhone 6 Plus

Die sichtbarste Neuerung bei der jüngsten iPhone-Generation sind die Maße: iPhone 6 und iPhone 6 Plus sind mit 4,7 bzw. 5,5 Zoll deutlich größer als die Vorgänger. Damit reagiert Apple auf den Boom der Phablets, also der übergroßen Smartphones. Die Geräte unterstützen den Bezahldienst Apple Pay, der über den Nahfunkstandard NFC Daten überträgt.

Apple konnte auch dadurch seinen Quartalsgewinn um knapp eine Milliarde auf 8,46 Milliarden Dollar hieven. Und die Erwartungen für die Weihnachtszeit sind noch besser: Von Oktober bis Dezember wird mit einem Umsatz von 63,5 bis 66,5 Milliarden Dollar gerechnet.

Die neuen iPhones 6 und 6 Plus sind seit September im Handel, seit vergangener Woche auch in China. Mit den Smartphones erzielt Apple mehr als die Hälfte seines Umsatzes. Mit dem Tablet-Computer iPad nimmt der Technologie-Riese dagegen mittlerweile deutlich weniger ein.

Apple will im hart umkämpften Smartphone-Geschäft vor allem dem Rivalen Samsung wieder Marktanteile abjagen. Die neue iPhone-Serie unterscheidet sich von ihren Vorgängern durch einen größeren Bildschirm. Das war bisher die Domäne der Südkoreaner, die mit ihren Galaxy-Modellen zum Smartphone-Primus aufgestiegen sind.

Zuletzt lief es aber nicht mehr rund für die Asiaten: Samsung steuert wegen der scharfen Konkurrenz auf den ersten Rückgang beim Jahresgewinn seit 2011 zu. Von Juli bis September ist der Betriebsgewinn nach vorläufigen Daten um fast 60 Prozent auf umgerechnet etwa drei Milliarden Euro eingebrochen. Samsungs Geräte sind merklich billiger als das iPhone, andererseits aber deutlich teurer als die der aufstrebende Konkurrenz aus China.

Einen überraschend kräftigen Sprung gab es beim Absatz der Mac-Computer. Ihre Verkäufe stiegen von 4,57 Millionen Geräten vor einem Jahr auf 5,52 Millionen. Das war ein Rekord. Der bisherige Bestwert von 5,2 Millionen Mac-Computern liegt mehrere Jahre zurück. Mit dem Absatzplus von 21 Prozent im Jahresvergleich baute Apple den Marktanteil im immer noch schwächelnden PC-Markt stark aus.

Die Verkäufe der iPad-Tablets schwächelten dagegen im dritten Vierteljahr in Folge. Der iPad-Absatz sank im Jahresvergleich um 12,5 Prozent auf 12,3 Millionen Geräte. Cook betonte abermals, er glaube nach wie vor an die Zukunft der Produktkategorie. In einigen der umsatzstärksten Länder kauften 50 bis 70 Prozent der iPad-Käufer ihr erstes Tablet. „Das ist kein gesättigter Markt.“

Apple-Aktien stiegen am Montag nachbörslich leicht an.

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