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18.07.2013

10:41 Uhr

Trotz starkem Quartal

Ebay macht sich auf Gegenwind gefasst

Über ein Wachstumstempo, wie Ebay es an den Tag legt, würden sich viele Unternehmen freuen. Vor allem bei der Bezahltochter Paypal läuft es. Doch die Anleger sind unzufrieden, weil der Firmenchef die Erwartungen dämpft.

Quartalszahlen

Ebay kämpft mit steigenden Kosten im Online-Handel

Quartalszahlen: Ebay kämpft mit steigenden Kosten im Online-Handel

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San JoseDie unsichere Wirtschaftslage in manchen Teilen der Welt bereitet Ebay Sorgen. „Wir hatten ein starkes zweites Quartal“, erklärte Firmenchef John Donahoe am Mittwoch am Sitz im kalifornischen San Jose. Gleichzeitig warnte er vor Überschwang: „Der gesamtwirtschaftliche Gegenwind in Europa und Korea stellt auch im zweiten Halbjahr eine Herausforderung dar.“

Diese Aussage ließ die Börsianer aufhorchen. Sie störten sich an dem ihrer Meinung nach zu verhaltenen Ausblick Ebays auf das laufende dritte Quartal. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um mehr als 6 Prozent.

Ebay hatte im zweiten Quartal seinen Umsatz um 14 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar (3,0 Mrd Euro) steigern können. Dazu trug vor allem die Bezahltochter PayPal bei, die doppelt so schnell wuchs wie der Online-Marktplatz um 1,6 Milliarden Dollar zum Umsatz beitrug. Der Konzerngewinn schrumpfte allerdings um 8 Prozent auf 640 Millionen Dollar, weil die Kosten deutlich zulegten.

Auf dem Ebay-Marktplatz tummeln sich mittlerweile annähernd 120 Millionen aktive Nutzer, ein Zuwachs von 15 Millionen in einem Jahr. Immer wichtiger wird dabei der Einkauf per Smartphone oder Tablet. „Alle 30 Sekunden wird beispielsweise bei eBay in Deutschland ein Paar Damenschuhe mobil gekauft“, sagt Geschäftsführer Martin Tschopp.

Die größten Sorgen beim Online-Shopping im Ausland

Problemfälle

Es gibt zahlreiche Sorgen bei den Befragten, wenn es um den Online-Einkauf im Ausland geht. Am häufigsten äußerten Online-Shopper ihre Unsicherheit, wie man mögliche auftretende Probleme mit dem Shop lösen könnte. 82 Prozent haben hier Bedenken.

Betrug und Plagiate

Groß ist bei 81 Prozent der Befragten auch die Furcht vor Betrug – beispielsweise wenn es um die Echtheit des Produkts geht. Hier ist das Vertrauen bei deutschen Käufern offenbar eher gering, wenn es um ausländische Online-Shops geht.

Lieferbedingungen

Das Stichwort Zoll löst ebenfalls bei 81 der befragten Online-Shopper Sorgenfalten auf der Stirn aus. Sie sind insgesamt unsicher bezüglich der Lieferbedingungen.

Garantie

Eine große Rolle bei Online-Shopping im Ausland spielt auch die Produktgarantie. 77 Prozent der Befragten zweifeln ob es einfach wäre, etwa bei einem defekten Produkt dieses auch wie gewohnt retournieren zu können.

Lieferzeit

Stichwort Geduld: Deutsche Online-Shopper wollen nicht lange auf ihre Ware warten. 71 Prozent von ihnen befürchten aber eine lange Lieferzeit bei Bestellungen im Ausland.

Zahlungsabwicklung

Sorgen bezüglich der Sicherheit der Zahlungsabwicklung machen sich 70 Prozent der befragten deutschen Online-Shopper.

Zusatzkosten

Im Ausland zu bestellen könnte zusätzliche Kosten bei der Zahlungsabwicklung verursachen – beispielsweise für eine Auslandsüberweisung, geben 69 Prozent der Befragten zu Bedenken.

Verständnisprobleme

Unsicher wegen mangelnder Kenntnisse der jeweiligen Sprache sind nur 58 Prozent der Befragten.

Quelle: Studie im Auftrag der Deutschen Post: Einkaufen 4.0  - der Einfluss von E-Commerce auf Lebensqualität und Einkaufsverhalten

Während in der Anfangszeit von Ebay zumeist Gebrauchtwaren von Privatleuten angeboten wurden, sind es mittlerweile vor allem Neuwaren von Händlern zu festen Preisen. Ebay lebt dabei von Gebühren für getätigte Geschäfte – im Unterschied zum großen Konkurrenten Amazon. Der Online-Händler tritt auch selbst als Verkäufer auf. Er legt in der kommenden Woche seine Geschäftszahlen vor.

Der Bezahldienst PayPal verzeichnet mittlerweile mehr als 132 Millionen Konten, ein Plus von 19 Millionen binnen eines Jahres. Auch hier sind es Gebühren für Transaktionen, die Ebay das Geld bringen. Die Tochterfirma hofft, mit neuen Produkten die Einnahmen weiter zu steigern. So gibt es in den USA seit kurzem ein Kassensystem für Händler. Zudem setzt das Unternehmen große Hoffnungen in mobile Bezahlsysteme. Drittes Standbein des Konzerns ist der Handelsdienstleister GSI, der beispielsweise Online-Shops für Kunden aufsetzt.

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