Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.02.2012

13:32 Uhr

Trotz Verluste

Sky Deutschland predigt Selbstbewusstsein

Mit einer Finanzspritze und einem Ausbau des Programms will Sky Deutschland das lang ersehnte Ziel erreichen: Endlich einmal Gewinne schreiben. Dazu sollen als nächstes die Bundesliga-Rechte geholt werden.

Die Live-Übertragung sind ein wichtiges Standbein von Sky. dpa

Die Live-Übertragung sind ein wichtiges Standbein von Sky.

MünchenSky Deutschland geht dank kräftig gestiegener Abo-Zahlen und einer weiteren Kapitalspitze selbstbewusst in das Ringen um die Übertragungsrechte für die Bundesliga. Zwar schreibt der Sender nach wie vor rote Zahlen, doch der Kundenzuwachs sorgt für gute Laune. Nach einer weiteren Kapitalspritze ist der Konzern auch finanziell für den Bieterwettkampf gerüstet. „2011 erreichten wir eine Reihe wichtiger Meilensteine auf dem Weg in eine profitable Zukunft“, schreibt Sky-Chef Brian Sullivan im Geschäftsbericht, den der Konzern am Donnerstag veröffentlichte. Da die Zahlen bereits seit Anfang Februar bekannt waren, sparte sich Sky die Pressekonferenz.

Der Sender hatte im vergangenen Jahr erstmals die wichtige Marke von drei Millionen Abonnenten übersprungen. Dennoch stehen in den Büchern weiter Verluste. Unter dem Strich steht ein Minus von rund 277 Millionen Euro, das im Vergleich zum dicken Minus von 407,6 Millionen Euro 2010 aber deutlich geringer ausfiel. Der Umsatz wuchs um 17 Prozent auf 1,139 Milliarden Euro. Auch in diesem Jahr wird es keinen Gewinn geben. Wichtiger aber: Unter dem Strich gewann Sky im vergangenen Jahr 359.000 zahlende Kunden hinzu. Zu danken ist das vor allem dem kräftigen Programmausbau, der enorm gesteigerten Werbung und einer wachsenden Beliebtheit. Vor allem darauf ist Sullivan stolz. Vergangenes Jahr haben sich nach Sky-Angaben 40 Prozent der Neukunden wegen einer Empfehlung von bestehenden Kunden - seien es Freunde, Kollegen oder der Kneipenwirt - für ein Abo entschieden. Ein hoher Wert für den lange extrem gebeutelten Sender.

Für 2013 hat Sullivan zumindest operativ den Sprung in die Gewinnzone angekündigt. Er weiß aber, wie viel Vertrauen das Unternehmen in den vergangenen Jahren durch vollmundige Versprechen bereits ramponiert hat. Sullivan setzt weiter auf den Ausbau des Programms, der Angebote und des Service. Dafür bekommt Sky zudem eine weitere Geldspritze von rund 300 Millionen Euro von Großaktionär Rupert Murdoch und seiner News Corp. Geld, dass Sullivan auch im Bieterkampf um die Bundesliga-Rechte gut gebrauchen kann.

In Richtung eines Rivalen machte Sullivan erst vor kurzem einen großen Schritt. Sky will der Deutschen Telekom eine mögliche Zusammenarbeit schmackhaft machen. Der Bezahlsender könne die TV-Plattformen von Telefonkonzernen und Kabelfirmen mit Inhalten beliefern, sagte Sullivan der „Financial Times Deutschland“. „Jeder, der an den Rechten interessiert ist, hat Optionen: Man kann sich wie wir selbst um die Rechte bewerben und das gleiche Risiko tragen oder mit uns zusammenarbeiten.“ Bis zum 2. April können die Bieter für die lukrativen Rechte der Saison 2013/14 bis zum Ende der Spielzeit 2016/17 in einer ersten Runde Angebote abgeben. Sullivan dürfte daran gelegen sein, ein teures Bieterrennen vor allem zwischen seinem Konzern und der Telekom zu verhindern. Für Sullivan jedenfalls zahlt sich die bisherige Bilanz seine Amtszeit aus. Der Manager verdiente inklusive langfristiger Bezüge 2011 rund 3,3 Millionen Euro, fast 300 000 Euro mehr als 2010, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

der_Mahner

23.02.2012, 16:01 Uhr

Dubiose Vertragsgestaltung (Schachtelverträge), Inkassebüros, Kundenservice u.a. S., Kundenzahlen welche immer nach Aktionen anspringen und nach Ablauf der Mindeslaufzeit wieder storniert werden. Würde Sky die Kunden welche zwar noch aktiv sind jedoch bereits gekündigt haben ausweisen sehe die Welt schon wieder anders aus.
Wer meint dass er nur gegen seine Kunden am Markt Geld verdienen kann hat die neue globale Welt der Kommunikation nicht verstanden. Solange informationen nahezu unbegrenzt und weltweit zur Verfügung stehen werden Kunden sich immer weniger an jahrelange Verträge binden, sondern sich nur noch ganz gezielt Angebote wählen welche genau Ihren Bedarf abdecken. Wer Bundesliga oder Golf sehen will benötigt keine Spiel- oder Schmuddelfilme und umgekehrt genauso. Bestandskunden welche Ihre Abos kündigen erhalten regelmäßig neue Angebote für ca. 50-70%. Ohne die Bundesliga kann Sky so oder so schliessen.
Den ganzen Anbieter ob Musik, Spielfilme oder Sport werden Ihre gravierenden Mängel im Vertrieb und Kosten durch "illegale" Angebote wie Megaupload / früher Napster und Co. vor Augen geführt. Hier sind offensichtlich sogar Kunden bereit mtl. Gebühren zu bezahlen. Anstatt jedoch für beide Seiten tragfähige Lösungen zu erarbeiten, werden lieber Kinder, Jugendliche kriminalisiert und mit dem Staatsanwalt verfolgt. Ich will keinesfalls Schmitz und Co. für Gut heisen aber die können nuir existieren weil Sky und Co. am Markt vorbei agieren. Also liebe Anbieter, steckt die Gelder für die Anwälte lieber in tragfähige anwenderfreundliche Konzepte dann klappt es auch mit Abonnenten und Geldverdienen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×