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05.01.2011

22:11 Uhr

Türkischer Medienkonzern

Dogan verkauft Massenblatt „Hürriyet“

VonHans-Peter Siebenhaar

Der türkische Medienkonzern will sein Massenblatt veräußern, um seine Steuerschulden zu begleichen. Die Zeitung gehört zu den größten des Landes. Bis zum ersten Februar sollen die ersten Gebote abgegeben werden.

Die türkische Zeitung Hürriyet: Die Mediengruppe Dogan will das Blatt verkaufen. dpa

Die türkische Zeitung Hürriyet: Die Mediengruppe Dogan will das Blatt verkaufen.

DÜSSELDORF. Der über zwei Milliarden Euro schwere Steuerstreit um den türkischen Medienkonzern Dogan Yayin fordert seinen Tribut: Die bei der türkischen Regierung in Ungnade gefallene Mediengruppe will ihre populäre Zeitung "Hürriyet" verkaufen. Mit dem Verkaufsprozess ist laut Finanzkreisen die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt worden.

Das Interesse ist offenbar groß. Nach früheren Angaben der Geschäftsführerin der Zeitungssparte Hürriyet Gazetecilik, Vuslat Dogan Sabanci, gegenüber dem Wirtschaftssender CNBC, habe Dogan Yayin schon erste Offerten erhalten.

Mit einer Auflage von rund einer halben Million Exemplaren gehört "Hürriyet" zu den größten Zeitungen der Türkei. Dogan Yayin ist bereits 1994 bei dem Massenblatt eingestiegen, das auch über eine große deutsche Redaktion verfügt.

Der Verkauf soll offenbar rasch über die Bühne gehen. Bereits bis zum 1. Februar sollen erste Gebote abgegeben werden. Dogan Yayin war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Der deutsche Medienkonzern Axel Springer ist mit 19,9 Prozent an der Fernsehtochter Dogan TV beteiligt. Springer hatte vor über einem Jahr den Plan auf Eis gelegt, eine 29-prozentige Beteiligung an Dogan Yayin zu erwerben.

In der Branche wird spekuliert, ob Springer sich "Hürriyet" einverleiben möchte. Finanziell wäre die Transaktion für den renditestarken Medienkonzern kein Problem. Axel Springer wollte sich dazu gestern nicht äußern. Auch die Frage, ob ein Tausch des Anteils an Dogan TV gegen "Hürriyet" möglich wäre, blieb unkommentiert.

Die TV-Tochter des Dogan-Imperiums steht ebenfalls zum Verkauf. Unter den Bietern sollen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge der US-Medienkonzern Time Warner und die Finanzinvestoren KKR und Texas Pacific Group (TPG) sein.

Europas größter Medienkonzern, RTL Group, hat indes kein Interesse mehr, wie gestern ein Unternehmensinsider dem Handelsblatt sagte. Die Bertelsmann-Tochter hatte sich für den Dogan-Sender Kanal D interessiert. Die Dogan-Medientöchter sollen nach türkischen Berichten zusammen rund zwei Milliarden Euro wert sein.

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