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11.02.2013

14:48 Uhr

„Tut mir leid“

Ex-Telekom-Austria-Vorstand räumt Fehler ein

Drei früheren Spitzenmanagern und zwei weiteren Angestellten der Telekom Austria wird Untreue vorgeworfen. Einer von ihnen, der ehemalige Festnetzchef Rudolf Fischer, legte nun ein Teilgeständnis ab.

Der ehemalige Telekom-Austria-Vorstand Rudolf Fischer. Reuters

Der ehemalige Telekom-Austria-Vorstand Rudolf Fischer.

WienDer ehemalige Telekom-Austria -Festnetzchef Rudolf Fischer hat im Prozess um Kursmanipulation bei dem ehemaligen Staatskonzern ein Teilgeständnis abgelegt. Er räumte am Montag vor dem Landesgericht Wien ein, eine Zahlung von 500.000 Euro an einen Banker abgesegnet zu haben, damit dieser den Aktienkurs durch massive Käufe kurzfristig hochtreibt.

Dadurch wurde Ende Februar 2004 ein Aktien-Optionsprogramm ausgelöst, von dem 95 Manager profitierten. Sie erhielten insgesamt rund 8,8 Millionen Euro. "Ich weiß, dass das ein Fehler war, es tut mir leid", sagte Fischer. Es habe jedoch keine verbindliche Vereinbarung mit dem Banker gegeben. Dieser habe die Aktien auf sein eigenes Buch und Risiko gekauft.

Das sind die größten Telekommunikationsunternehmen

Platz 10

Deutsche Telekom - 37,05 Milliarden Euro

Platz 9

Telstra (Australien) - 42,84 Milliarden Euro

Platz 8

NTT (Japan) - 43,13 Milliarden Euro

Platz 7

Telefonica (Spanien) - 46,31 Milliarden Euro

Platz 6

NTT Docomo (Japan) - 47,99 Milliarden Euro

Platz 5

America Movil (Mexiko) - 66,96 Milliarden Euro

Platz 4

Verizon (USA) - 93,38 Milliarden Euro

Platz 3

Vodafone (Großbritannien) - 94,26 Milliarden Euro

Platz 2

AT & T (USA) - 145,27 Milliarden Euro

Platz 1

China Mobile - 177,02 Milliarden Euro

Ranking nach Marktkapitalisierung (Dezember 2012) - Quelle: Bloomberg

Fischers Vorstandskollegen - Ex-Firmenchef Heinz Sundt und Ex-Finanzchef Stefano Colombo - plädierten auf nicht schuldig. Die Staatsanwaltschaft wirft den drei früheren Spitzenmanagern sowie einem Bereichsleiter und dem involvierten Banker Untreue vor.

Die Ex-Vorstände hätten mit dem Auftrag für die Aktienkäufe ihre Befugnis missbraucht und dem Unternehmen zudem durch mehrmalige Prämienzahlungen für den Banker einen Schaden zugefügt, sagte Staatsanwalt Hannes Wandl. Der belaufe sich insgesamt auf 10,6 Millionen Euro. Den Ex-Managern drohen jeweils bis zu zehn Jahren Haft.

Kern des Verfahrens ist die Entwicklung der Telekom-Aktie im Februar 2004. Damit die Manager von dem im Rahmen des Börsengangs 2000 gestarteten Bonusprogramms profitieren konnten, musste der Aktienkurs über den Zeitraum von einer Woche durchschnittlich die Schwelle von 11,70 Euro erreichen. Vor den maßgeblichen Stichtagen von 20. Bis 26. Februar kam es jedoch zu erheblichen Schwankungen, was Ermittlungen der Finanzmarktaufsicht (FMA) nach sich zog. Das Unternehmen schüttete die Boni dennoch aus.

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