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02.08.2012

10:13 Uhr

TV-Geräte wenig gefragt

Sony und Loewe schwächeln

Das operative Ergebnis von Sony ist im vergangenen Quartal um 77 Prozent eingebrochen. Schuld daran ist die scharfe Konkurrenz und die geringe Nachfrage im Fernsehergeschäft. Auch Loewe leidet unter diesen Bedingungen.

Sonys operatives Ergebnis ist eingebrochen. Reuters

Sonys operatives Ergebnis ist eingebrochen.

Tokio/München/KronachDie Nachfrage im Fernsehergeschäft ist schwach: Das bekommen sowohl der Fernseher-Hersteller Loewe als auch der japanische Elektronikkonzerns Sony zu spüren. Letzteres Unternehmen leidet zudem unter scharfer Konkurrenz aus dem Ausland. Im abgelaufenen Quartal brach das operative Ergebnis von Sony um 77 Prozent ein auf umgerechnet 65,4 Millionen Euro (6,28 Milliarden Yen), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten mit einem deutlich höheren Ergebnis gerechnet, im Schnitt lag die Prognose bei 17,6 Milliarden Yen.

Das Management schraubte zugleich seine Erwartungen für das Gesamtjahr zurück. Demnach wird nun nur noch mit einem operativen Gewinn von 130 Milliarden Yen gerechnet statt bislang mit 180 Milliarden Yen.

Loewe kam besser durch das Nachfrage-Tief. Der Fernseher-Hersteller hat dank der Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens und einer neuen Modellreihe zur Fußballweltmeisterschaft seinen Verlust eingedämmt. Der Fehlbetrag habe sich im abgelaufenen Quartal binnen Jahresfrist um drei Viertel auf 1,4 Millionen Euro verringert, teilten die Oberfranken am Donnerstag mit. Der Umsatz sei im Frühjahr um drei Prozent auf 59 Millionen Euro gewachsen. Vor allem die Kauflust der Deutschen und der Schweizer hätten Loewe durch schlechte Zeiten in anderen Ländern geholfen. Der Umsatz abseits des Heimatmarkts sei im ersten Halbjahr um 13 Prozent geschrumpft, hieß es. Insgesamt wuchs der Konzernumsatz im zweiten Quartal um 6 Prozent auf 126 Millionen Euro, der operative Verlust verringerte sich von 7,8 auf 2,2 Millionen Euro.

Die Münchener Loewe AG profitierte vor allem von der Abschaltung des Analogfernsehens. dapd

Die Münchener Loewe AG profitierte vor allem von der Abschaltung des Analogfernsehens.

An der Prognose für das Gesamtjahr hielt Vorstandschef Oliver Seidl fest. Die Einnahmen sollen über dem Vorjahresniveau von 274,3 Millionen Euro liegen. Das Ergebnis soll besser ausfallen als der Vorjahresverlust von elf Millionen Euro.

Um sich eine breitere Kundschaft zu erschließen, will das Traditionsunternehmen seine Audio-Produkte künftig auch stärker über das Internet vertreiben, etwa über die Versandhändler Amazon und Otto. "Gerade dieses wichtige Teilsortiment wird im Internet stark nachgefragt und wir müssen unsere Kunden dort ansprechen, wo sie diese Produkte suchen. Im europaweiten Vertrieb über die Apple-Online-Stores haben wir bereits gute Erfahrungen gemacht", erklärte Seidl.

Für sein TV-Kerngeschäft erwartet er eine positive Zukunft. "Auch wenn die anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Teilen Europas vor allem das Loewe-Geschäft im Ausland belasten, bietet der Markt für großformatige LCD-TVs im Premiumsegment ab 1.500 Euro mittelfristig gute Chancen", hieß es. Die Kronacher hatten in den vergangenen Jahren stark mit dem anhaltenden Preisverfall auf dem Fernsehermarkt zu kämpfen. Nach langem Sträuben führte Loewe, deren Geräte ohne weiteres fünfstellige Summen kosten können, im Frühjahr eine günstigere Produktlinie ein. Zudem soll ein erweiterter Einkauf in China die Renditen des größten deutschen TV-Anbieters steigern. Vor einem Vertrieb seiner Geräte im Reich der Mitte scheut Loewe trotz monatelanger Sondierung bislang zurück.

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