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16.07.2014

15:04 Uhr

TV-Gerätehersteller

Loewe klettert aus der Krise

Gute Nachrichten beim TV-Hersteller Loewe: Die Produktion ist gut ausgelastet, neue Geräte sollen auf der Funkausstellung gezeigt werden. Das könnte zu weniger Entlassungen im Werk in Kronach führen.

Die Fernsehgeräte-Produktion im Loewe-Werk in Oberfranken ist wieder voll im Gange. dpa

Die Fernsehgeräte-Produktion im Loewe-Werk in Oberfranken ist wieder voll im Gange.

KronachNeun Monate nach dem Insolvenzantrag des Fernsehherstellers Loewe schöpfen die Mitarbeiter neue Hoffnung: Nach Gewerkschaftsangaben könnte es weniger Entlassungen geben als der neue Investor Stargate Capital angekündigt hatte. „Es gibt wohl tatsächlich die Option, dass der für Ende September vorgesehene Personalabbau nicht so hoch ausfällt wie geplant“, sagte Jürgen Apfel von der IG Metall am Mittwoch.

Die Produktion in Kronach (Oberfranken) sei wieder voll im Gange. „Wir haben auch die Information, dass eine Gerätereihe, die bisher nicht in Kronach produziert wurde, in Zukunft dort hergestellt werden soll.“ Bei Stargate Capital war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Loewe hatte am 16. Juli 2013 Gläubigerschutz beantragt und im Oktober Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Der erste Investor, Panthera, sprang kurz vor der geplanten Übernahme ab. Als Retter wurde im Frühjahr das Münchner Unternehmen Stargate Capital gefunden. Es hatte angekündigt, 430 Beschäftigte zu übernehmen. Die übrigen knapp 100 Mitarbeiter, überwiegend aus der Produktion, sollten von Oktober an in eine Transfergesellschaft wechseln.

Kleines Fernseh-Glossar

Technologie verkauft Fernseher

Die TV-Hersteller arbeiten permanent an neuen Verfahren, um die Bildqualität weiter zu verbessern und die Funktionen zu erweitern – Technologie verkauft Geräte. Welche Schlagwörter sind derzeit angesagt?

Ultra HD (4K)

Ultra HD – oft auch als 4K bezeichnet – ist ein TV-Format mit sehr hoher Auflösung. Diese beträgt 3840 x 2160 Pixel, also 8,3 Megapixel. Das ist vier Mal so viel wie bei einem HD-Bild. Es mangelt noch an passenden Inhalten, allerdings werden herkömmliche Bilder hochgerechnet. Da die Geräte immer billiger werden, eignen sie sich langsam für den Massenmarkt.

OLED

OLED steht für Organic Light Emitting Diode, es handelt sich also um organische Leuchtdioden. Diese Technologie ermöglicht ein sehr kontrastreiches Bild und weite Blickwinkel, zudem verbraucht sie wenig Strom. Allerdings ist die Produktion der Paneele kompliziert und somit noch vergleichsweise teuer. Daher ist der Marktanteil der OLED-Geräte gering.

Gebogene Displays

Früher mussten Fernseher unbedingt flach sein – geht es nach einigen Herstellern, geht es heute nicht ohne gebogenes Display. Samsung, LG & Co. versprechen ein besseres Bild mit weniger optischen Verzerrungen. Der Vorteil liegt indes wohl eher im Design als im Seherlebnis. Dafür müssen Verbraucher einen hohen Preis in Kauf nehmen.

Smart TV

Fast alle neuen Fernseher sind inzwischen „smart“: Sie können nicht nur die herkömmlichen Kanäle, sondern auch Inhalte aus dem Internet darstellen, beispielsweise das Videoportal Youtube, Online-Videotheken oder extra für den großen Bildschirm programmierte. Dazu braucht es nur einen Breitbandanschluss. Allerdings nutzen viele Zuschauer diese Funktionen noch nicht. Zudem hapert es teils noch an der Bedienung – eine Kopplung mit Smartphone und Tablet soll Verbesserungen bringen.

Second Screen

Viele Fernsehzuschauer surfen nebenbei im Internet – entweder mit dem Smartphone oder dem Tablet-Computer. Dieses vergleichsweise junge Phänomen erlaubt TV-Herstellern, Filmemachern und Sendern, den zweiten, kleinen Bildschirm einzubinden. Etwa mit Informationen über die Sendung und Schauspieler oder Werbung. Zudem können die mobilen Geräte die klassische Fernbedienung ersetzen.

Wie viele Entlassungen es nun wirklich geben werde, sei ihm noch nicht bekannt, sagte Apfel. Nach seinen Angaben wollen sich die neuen Eigentümer dazu in der kommenden Woche bei einer Betriebsversammlung äußern. „Unser Ziel ist natürlich, dass keine Arbeitsplätze durch Kündigungen wegfallen“, betonte Apfel. Er sei vorsichtig optimistisch, dass das neue Konzept von Stargate Capital aufgehe.

Auf der Funkausstellung in Berlin Anfang September will Loewe neue Produkte vorstellen. Flaggschiff soll nach Unternehmensangaben ein gebogener Bildschirm mit einer Diagonale von 65 Zoll sein.

Von

dpa

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