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06.07.2012

20:43 Uhr

TV-Geschäft

Telekom-Milliardär scheitert vor Gericht

In Europa macht er mit seiner Beteiligung an KPN Schlagzeigen, nun wollte Carlos Slim in seinem Heimartmarkt Mexiko ins Fernsehgeschäft einsteigen - und musste eine herbe Schlappe vor Gericht einstecken.

Carlos Slim. dapd

Carlos Slim.

Mexiko-StadtDer mexikanische Telekom-Milliardär Carlos Slim kann auf seinem Heimatmarkt vorerst nicht ins Fernsehgeschäft einsteigen: Ein Gericht wies die Einwände des reichsten Mannes der Welt gegen eine entsprechende Entscheidung der Regierung endgültig zurück. Damit liegt es in der Hand des designierten Präsidenten Enrique Pena Nieto, ob Slim zunächst mehr Wettbewerb auf dem von ihm beherrschten Markt für Handy- und Internetverbindungen zulassen muss, bevor sein Unternehmen Telmex eines Tages vielleicht doch die gewünschte Fernsehlizenz erhält.

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Der mexikanische Fernsehmarkt wird derzeit dominiert von den Konzernen Televisa und TV Azteca, die sich die immensen Werbeeinnahmen praktisch aufteilen. Der 72-jährige Slim versucht schon seit langem, einen Stück von diesem Kuchen abzubekommen. Andererseits konnte er sich in den 1990er Jahren dank seiner guten Verbindungen zur damals regierenden PRI die wichtigsten Lizenzen im Telekomgeschäft sichern, was den Grundstein für seinen heute beispiellosen Reichtum legte. Wegen des fehlenden Wettbewerbs bezahlen die mexikanischen Kunden einer OECD-Studie zufolge jedes Jahr Milliarden an Dollar zu viel für Internet und Handy.

Bei der Präsidentenwahl am vergangenen Sonntag ging nun ausgerechnet der PRI-Kandidat Pena Nieto als Sieger hervor. Allerdings wird dem jungen und telegenen Politiker eine gewisse Nähe zum Fernsehkonzern Televisa nachgesagt, was nicht zuletzt auch an seiner Ehe mit einer der beliebtesten Telenovela-Darstellerinnen dieses Senders liegt. "Mexikos neue Regierung wird eine goldene Gelegenheit haben, um bei der TV-Linzenz für Slim ganz von vorne zu beginnen und ein Signal zu senden, dass sie wirklich neutral ist", erklärte Analyst Carlos Ramirez von der Eurasia Group in Washington. "Pena Nieto muss schnell beweisen, dass er nicht mit Televisa verheiratet ist."

Der Wirtschaftsberater von Pena Nieto lehnte eine Stellungnahme zu dem Urteil vom Donnerstag ab. Auch der Slim-Konzern Telmex wollte sich zunächst nicht weiter zu seiner Niederlage vor Gericht äußern. An der Börse schienen die meisten Anleger nicht besonders überrascht zu sein: Die Aktie der Telmex-Mutter America Movil tendierte am Freitag kaum verändert.

Von

rtr

Kommentare (1)

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oahu

07.07.2012, 07:42 Uhr

Gier frisst Hirn! Der schaut ja drein als ob ihm alles weg genommen worden wäre!! Ein hohler Kopf muss das sein!

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