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16.07.2013

14:56 Uhr

TV-Hersteller

Loewe hofft auf den reichen Retter

VonChristof Kerkmann

Der Fernsehhersteller Loewe kämpft ums Überleben: Die deutsche Traditionsfirma hat Antrag auf Gläubigerschutz gestellt. Damit sie eine Zukunft hat, braucht sie dringend einen solventen Investor – womöglich aus Fernost.

Edel, aber teuer: Die Geräte des TV-Herstellers Loewe sind wenig gefragt. Das Unternehmen steckt tief in der Krise. dpa

Edel, aber teuer: Die Geräte des TV-Herstellers Loewe sind wenig gefragt. Das Unternehmen steckt tief in der Krise.

DüsseldorfDer Fernsehhersteller Loewe steht für Glanz. Edles Design, edle Technik, im Fachhandel oder auf der Elektronikmesse IFA edel präsentiert. Angeblich soll auch Apple, selbst ein Premiumhersteller, an Loewe interessiert gewesen sein. Doch die Geschäftszahlen des deutschen Unternehmens sehen schon lange nicht mehr so glänzend aus. Der Umsatz sinkt seit Jahren, die Verluste nehmen desaströse Ausmaße an. Nun will sich die Traditionsfirma mit einem Antrag auf Gläubigerschutz Zeit verschaffen – Zeit für die Sanierung und für die Suche nach einem reichen Retter. Die Aussichten im umkämpften TV-Markt sind indes ungewiss.

Der größte deutsche Fernsehhersteller nutzt eine Neuerung des Insolvenzrechts: Die fränkische Firma beantragt beim Amtsgericht Coburg die Einleitung eines Schutzschirmverfahrens in Eigenverwaltung, was in Deutschland erst seit vergangenem Jahr möglich ist. Unternehmen können auf dieses Prozedere zurückgreifen, wenn die Zahlungsunfähigkeit droht, aber noch nicht eingetreten ist. Der Vorteil: Das Management darf weitermachen und unter gerichtlichem Schutz die Sanierung angehen. „Das wird die Investorensuche wesentlich beschleunigen“, sagt Vorstandschef Matthias Harsch.

Die größten TV-Hersteller der Welt

Samsung

Samsung hat seine Spitzenposition im TV-Markt ausgebaut: Der südkoreanische Konzern hält bei den Flachbildfernsehern einen Marktanteil von 28,5 Prozent des Umsatzes, wie der US-Marktforscher NPD ermittelt hat. Auch bei den Smartphones ist Samsung übrigens vorne.

LG Electronics

Auch die Nummer 2 kommt aus Südkorea: 14 Prozent des Umsatzes im TV-Markt gehen an LG Electronics.

Sony

Sony schreibt mit seinem TV-Geschäft schon seit Jahren rote Zahlen. Der Marktanteil ist auf 8,3 Prozent gesunken.

Panasonic

Panasonic ist im TV-Markt mit einem Anteil von 6,8 Prozent die Nummer 4 – die Tochtergesellschaft Sanyo ist darin bereits eingeschlossen.

Sharp

Wie Sony macht auch Sharp eine tiefe Krise durch. Der japanische Konzern hat im Markt für Flachbildfernseher noch 5 Prozent Marktanteil.

Sonstige

Der große Rest hat 36,3 Prozent Marktanteil – darunter fallen auch Philips und der deutsche Hersteller Loewe.

Während der auf drei Monate befristeten Phase des 'Schutzschirms' sei Loewe vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen der Gläubiger geschützt und bleibe voll handlungsfähig, teilte das Unternehmen mit. In dieser Zeit wolle es sich „gemeinsam mit strategischen Partnern und Investoren neu ausrichten“. Der Antrag gilt für den Mutterkonzern und die Tochter Loewe Opta GmbH. „Alle anderen in- und ausländischen Tochtergesellschaften arbeiten weiter wie bisher und nehmen nicht am Verfahren teil“, so das Unternehmen weiter.

Die Nachricht, die Loewe Dienstagmorgen verschickte, war keine große Überraschung: Ende März legte der neue Vorstandschef Matthias Harsch desaströse Zahlen vor – der Umsatz schrumpfte binnen fünf Jahren von 374 auf 250 Millionen Euro, der Verlust betrug zuletzt 29 Millionen Euro. Im April warnte das Unternehmen gar in einer Pflichtmitteilung, dass die Verluste bereits Ende Mai die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt haben würden. Loewe ging das Geld aus.

Kommentare (5)

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i-ch

16.07.2013, 15:32 Uhr

Die Entwicklung ist kaum verwunderlich. Der Preis ist relativ. Es kommt auch immer auf das gebotene an. Und da schwächelt Loewe. Was bieten die Loewe Fernsehr? Erstmal ist die Ausstattung mittlerweile nichts besonderes mehr. Dafür ist die Umsetzung meist besser und die Qualität, vorallem der Boxen und Bauteile besser. Allerdings Tonqualität immer noch schlechter als die größeren früheren Boxen oder seperate Boxen. Außerdem ist ab eriner gewissen Grenze die längere Lebensdauer nicht mmehr entscheidend, weil das Verlangen eines neuen Fernsehr größer sind. Das Design ist geschmackssache, aber die Möglichkeit der Designanpassung ist schon verlockend. Weniger verlockend ist die Affinität zu Kunstsoff und Hochglanzoberflächen. Auch das die billigen Modelle und kleinen Modelle Fremdgefertigt samt Qualitätsunterschied ist nicht gerade Vertrauenserweckend. Zusammengenommen ist Loewe fast nur teurer als Vergleichbare Fernsehr. Die gleichteuren Fernsehr aus Fernost weisen im gegensatz zu Loewe eine Menge technischer Finessen wie Full-LED Backligt, besonders gutes Upscaling, Diagonalen über 55 Zoll, .... auf. Technisat sehe ich mit ihrer neuen Stategie mit einem maßvolleren Aufpreis(siehe die neue TechniPlus Isio Serie)schon einen Schritt weiter.

Zirkusdirektor

16.07.2013, 15:36 Uhr

Loewe, der Hersteller von schweineteuren Elektronik für Gutbetuchte und Schicki-Micki...

Schon seit Jahren bekommt man wesentlich preiswertere Geräte aus den Ländern der aufgehenden Sonne, nur Loewe hat das nicht geschnallt...

Gut gefrüllt Loewe!

Es ist Zeit für ein Museum, husch, husch..

Tabu

16.07.2013, 16:26 Uhr

Schade..sämtliche deutsche Traditionsunternehmen
in entweder fernöstliche Hände,oder ganz vom
Markt verschwunden.
Grundig
Telefunken
Nordmende
Philips
Stattdessen Billigware aus Taiwan
Diese Betriebe hatten noch ausgebildet und
reparierten zuhause.
Die alten Patriarchen,mußten sich dem Zeitenwandel
unterwerfen..und sind bis auf Loewe Opta in
der Branche alle gescheitert.
Mein Onkel trauert der Zeit heute noch nach.
Und hat noch eine Sammlung alter Röhren Fernseher
so wie Radios.
Einfach zu wechseln wenn eine Röhre ausfiel und preiswert
zu haben.Und die Dinger waren unverwüstlich.
Heute zahlt man sich für Reparaturen nen Loch
in Portemonnaie.
Schade wärs um Loewe Opta.

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