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01.03.2012

09:25 Uhr

TV-Sendergruppe

Schuldenabbau beschert Pro Sieben Sat 1 gute Zahlen

Der Verkauf der Benelux-Sender hat Pro Sieben Sat 1 ordentlich Geld in die Kassen gespült. 1,2 Milliarden Euro Schulden wurden abgetragen. Der Fernsehkonzern macht auch operativ einen Sprung nach vorn.

Pro Sieben Sat 1 hat 2011 ein Rekordergebnis erzielt. dpa

Pro Sieben Sat 1 hat 2011 ein Rekordergebnis erzielt.

MünchenDer Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 hat im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erzielt und will Umsatz und Gewinn dieses Jahr trotz Konjunkturdelle weiter steigern. Die Sendergruppe sei gut ins erste Quartal gestartet, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Unterföhring bei München mit.

Größter Erfolg im vergangenen Jahr war der Abbau des immensen Schuldenberges von 3,0 auf 1,8 Milliarden Euro durch den Verkauf der niederländischen und belgischen Tochtergesellschaften. Die Reduktion der Verbindlichkeiten werde „zu deutlich geringeren Zinsaufwendungen führen und damit unsere Ertragskraft weiter stärken“, sagte Finanzvorstand Axel Salzmann. Allein deshalb erwartet Salzmann dieses Jahr einen Gewinnschub.

Aber auch im operativen Geschäft hat Pro Sieben Sat 1 einen Sprung nach vorn geschafft - alle Kennzahlen verbesserten sich: Der Umsatz im fortgeführten Geschäft wuchs um 6 Prozent auf 2,756 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis stieg um 7,4 Prozent auf 850 Millionen, und der Jahresgewinn aus dem fortgeführten Geschäft legte um 12,4 Prozent auf 309 Millionen Euro zu. Der Fernsehkonzern beteiligt seine Aktionäre aber kaum am hohen Gewinn des vergangenen Jahres. Je Vorzugsaktie sollen für 2011 1,17 (Vorjahr: 1,14) Euro und je Stammaktie 1,15 (1,12) Euro ausgeschüttet werden.

Wachstumstreiber waren die skandinavischen Sender, der neue Frauensender Sixx und das Geschäft mit digitalen Medien und Online-Spielen. Hier erwartet Pro Sieben Sat 1 auch im laufenden Jahr die stärksten Impulse. Das schwächelnde Flaggschiff Sat 1 soll mit einem neuen Vorabendprogramm wieder auf Kurs gebracht werden. Im vergangenen Jahr kamen die Free-TV-Sender der Gruppe, Sat 1, Pro Sieben, Kabel eins und Sixx, gemeinsam auf 28,9 Prozent Marktanteil. Das waren 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings startete Sixx auch erst im Mai 2010. Der Spartensender erzielt 2011 einen Marktanteil von 0,5 Prozent.

Bis 2015 wolle man „den Umsatz der Gruppe um 750 Millionen Euro gegenüber 2010 steigern“, sagte Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender von Pro Sieben Sat 1, laut einer Mitteilung. Dafür setzt der Fernsehkonzern auf eine Vier-Säulen-Strategie mit der Gliederung in die Geschäftsbereiche „Broadcasting German-speaking“, „Broadcasting international“, „Digital & Adjacent“ und „Content Production & Global Sales“.

„Wir werden die Vernetzung von TV mit unseren Online-, Pay- und mobilen Angeboten vorantreiben“, kündigte Ebeling an. Der Konzernchef hob die Spiele-Partnerschaft mit Sony Online Entertainment hervor. Auch der Einstieg in den wachstumsstarken asiatischen TV-Markt sei geplant, so Ebeling weiter. Der RTL-Konkurrent Pro Sieben Sat 1 gehört den beiden Finanzinvestoren KKR und Permira.

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