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27.02.2015

09:34 Uhr

Twitter

Der Kampf gegen falsche Nutzer wird ausgeweitet

Der Kurznachrichtendienst Twitter will stärker gegen gefälschte Nutzerprofile vorgehen. Auch die Verbreitung privater Daten soll bekämpft werden. Twitter hat im Kampf gegen Hasstiraden alle Hände voll zu tun.

Der Kurznachrichtendienst kämpft weiter gegen gefälschte Profile und Mobbing im Netz. Ein Kampf gegen Windmühlen? dpa

Twitter-Banner an der New Yorker Börse

Der Kurznachrichtendienst kämpft weiter gegen gefälschte Profile und Mobbing im Netz. Ein Kampf gegen Windmühlen?

San FranciscoDer Kurzbotschaftendienst Twitter verschärft sein Vorgehen gegen gefälschte Nutzerprofile. Auch die Verbreitung privater und vertraulicher Informationen werde ab sofort stärker bekämpft, kündigte die Vizechefin des US-Unternehmens, Tina Bhatnagar, am Donnerstag an. Die Updates würden ab sofort eingeführt und sollten innerhalb den kommenden Wochen im gesamten Netzwerk ankommen.

Im Dezember hatte Twitter neue Maßnahmen gegen die Verbreitung von Hasstiraden und Schmähungen vorgestellt. Seither habe das Unternehmen fünf Mal so viele Nutzerhinweise erhalten wie vorher, erklärte Bhatnagar. Die Zahl der Mitarbeiter, die sich um problematische Beiträge kümmerten, sei verdreifacht worden. Um gegen Nutzerkonten vorzugehen, die die von Twitter aufgestellten Regeln missachteten, würden derzeit noch weitere Maßnahmen ergriffen.

Zahlen und Fakten zu Twitter

Nebenprodukt mit Erfolg

Twitter war zunächst nicht mehr als ein Nebenprodukt der Firma Odeo, die eine (allerdings wenig erfolgreiche) Podcasting-Plattform entwickelte. Die Macher suchten 2006 nach Alternativen – und entwickelten den Dienst mit seinen 140 Zeichen kurzen Texthäppchen. In den ersten Monaten gewann er zwar kaum Nutzer, doch nach einem erfolgreichen Auftritt auf der Technologiekonferenz SXSW hob Twitter ab.

Idee von vier Freunden

Anfangs standen vier Freunde hinter Twitter: Evan Williams, der dank des Verkaufs seiner Plattform Blogger.com an Google auch Geldgeber war; außerdem Jack Dorsey, Biz Stone sowie Noah Glass. Letzterer wurde allerdings wegen seiner schwierigen Art schon bald aus der Firma gedrängt.

Intrigen und Machtkämpfe

Die kurze Geschichte der Firma ist geprägt von Machtkämpfen zwischen den einstigen Freunden. Der erste Chef Jack Dorsey musste auf Veranlassung des Mitgründers Evan Williams sowie des Verwaltungsrates seinen Posten verlassen. Williams selbst hielt sich auch nicht dauerhaft an der Spitze – bei seiner Entmachtung im Oktober 2010 hatte Dorsey seine Finger im Spiel. Auf ihn folgte Dick Costolo, zuvor bei Google tätig. Der wiederum verließ das Unternehmen im Juli 2015. Jack Dorsey kehrte als Interimschef zurück.

Durchweg in den Miesen

Bislang hat Twitter die Erwartungen der Börse noch nicht erfüllt. Das Unternehmen hat trotz steigender Umsätze noch nie Gewinn gemacht.

Zaghaft im Werbegeschäft

Die Gründer verzichteten in der Anfangszeit bewusst auf Werbung, um die Nutzer nicht zu verschrecken. Im Frühjahr 2010 starteten erste Versuche mit bezahlten Tweets. Inzwischen ist das Geschäft beträchtlich angewachsen, im zweiten Quartal 2015 auf 452 Millionen Dollar .

304 Millionen Nutzer

Twitter ist für die mobile Ära gerüstet. Ein Großteil der Werbeerlöse wird auf Smartphones und Tablet-Computern erwirtschaftet. Insgesamt hat Twitter im zweiten Quartal 2015 rund 304 Millionen Nutzer pro Monat.

Twitter-Aktionäre sind gleichberechtigt

Twitter versucht nicht, den Einfluss der Gründer durch eine Aktienstruktur mit zwei Klassen zu sichern. Andere Internet-Unternehmen wie Google oder Facebook haben bei ihren Börsengängen den Investoren Papiere angeboten, die weniger Stimmrechte haben als die Aktien von Gründern und Spitzen-Managern. Bei Twitter sind alle Anteilseigner gleich, die Ausgabe von Vorzugsaktien ist nur als Möglichkeit für die Zukunft vorgesehen.

Der Kurzbotschaftendienst hatte zuletzt immer weniger neue Nutzer hinzugewinnen können. Während Twitter im dritten Quartal 2014 noch 13 Millionen neue Mitglieder anlocken konnte, waren es im vierten Quartal nur vier Millionen. Insgesamt nutzten Ende vergangenen Jahres 288 Millionen Menschen den Dienst. Das Unternehmen schreibt nach wie vor rote Zahlen.

Von

afp

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