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19.01.2016

15:27 Uhr

Twitter

Massiver Ausfall beim Zwitscher-Dienst

Keine Tweets mehr: Ein massiver Ausfall legte am Dienstagmorgen Twitter lahm – für rund eineinhalb Stunden. Nutzer auf der ganzen Welt waren betroffen.

Der Kurznachrichtendienst ist am Dienstagmorgen nicht zu erreichen. Screenshot Twitter

Twitter-Störung

Der Kurznachrichtendienst ist am Dienstagmorgen nicht zu erreichen.

San FranciscoDer Kurzmitteilungsdienst Twitter musste am Dienstag wiederholt mit massiven Ausfällen kämpfen. „Es ist ein technischer Fehler aufgetreten“ – mit diesen Worten wurden Nutzer wiederholt auf der Homepage begrüßt. „Wir werden uns sofort darum kümmern und hoffen, dass alles bald wieder normal läuft“, hieß es auch am Nachmittag. Kurz darauf konnte die Seite wieder ohne Störungen aufgerufen werden.

Bereits am Morgen war der Kurznachrichtendienst vorübergehend weder im Web noch auf Smartphones zu erreichen. Gestört waren auch die Schnittstellen (API), über die andere Apps auf Twitter zugreifen. Twitter teilte in einer Statusmeldung mit, „einige Anwender“ hätten Probleme gehabt, Twitter zu erreichen.

Zahlen und Fakten zu Twitter

Nebenprodukt mit Erfolg

Twitter war zunächst nicht mehr als ein Nebenprodukt der Firma Odeo, die eine (allerdings wenig erfolgreiche) Podcasting-Plattform entwickelte. Die Macher suchten 2006 nach Alternativen – und entwickelten den Dienst mit seinen 140 Zeichen kurzen Texthäppchen. In den ersten Monaten gewann er zwar kaum Nutzer, doch nach einem erfolgreichen Auftritt auf der Technologiekonferenz SXSW hob Twitter ab.

Idee von vier Freunden

Anfangs standen vier Freunde hinter Twitter: Evan Williams, der dank des Verkaufs seiner Plattform Blogger.com an Google auch Geldgeber war; außerdem Jack Dorsey, Biz Stone sowie Noah Glass. Letzterer wurde allerdings wegen seiner schwierigen Art schon bald aus der Firma gedrängt.

Intrigen und Machtkämpfe

Die kurze Geschichte der Firma ist geprägt von Machtkämpfen zwischen den einstigen Freunden. Der erste Chef Jack Dorsey musste auf Veranlassung des Mitgründers Evan Williams sowie des Verwaltungsrates seinen Posten verlassen. Williams selbst hielt sich auch nicht dauerhaft an der Spitze – bei seiner Entmachtung im Oktober 2010 hatte Dorsey seine Finger im Spiel. Auf ihn folgte Dick Costolo, zuvor bei Google tätig. Der wiederum verließ das Unternehmen im Juli 2015. Jack Dorsey kehrte als Interimschef zurück.

Durchweg in den Miesen

Bislang hat Twitter die Erwartungen der Börse noch nicht erfüllt. Das Unternehmen hat trotz steigender Umsätze noch nie Gewinn gemacht.

Zaghaft im Werbegeschäft

Die Gründer verzichteten in der Anfangszeit bewusst auf Werbung, um die Nutzer nicht zu verschrecken. Im Frühjahr 2010 starteten erste Versuche mit bezahlten Tweets. Inzwischen ist das Geschäft beträchtlich angewachsen, im zweiten Quartal 2015 auf 452 Millionen Dollar .

304 Millionen Nutzer

Twitter ist für die mobile Ära gerüstet. Ein Großteil der Werbeerlöse wird auf Smartphones und Tablet-Computern erwirtschaftet. Insgesamt hat Twitter im zweiten Quartal 2015 rund 304 Millionen Nutzer pro Monat.

Twitter-Aktionäre sind gleichberechtigt

Twitter versucht nicht, den Einfluss der Gründer durch eine Aktienstruktur mit zwei Klassen zu sichern. Andere Internet-Unternehmen wie Google oder Facebook haben bei ihren Börsengängen den Investoren Papiere angeboten, die weniger Stimmrechte haben als die Aktien von Gründern und Spitzen-Managern. Bei Twitter sind alle Anteilseigner gleich, die Ausgabe von Vorzugsaktien ist nur als Möglichkeit für die Zukunft vorgesehen.

Von dem Ausfall, der einer der massivsten in der 10-jährigen Geschichte des Unternehmens war, berichteten Betroffene weltweit. Auf Facebook posteten zahlreiche Nutzer Screenshots von der gestörten Twitter-Internetseite. #twitterdown war – unter den Nutzern, die noch auf den Dienst zugreifen konnten – zwischenzeitlich der meistgenutzte Hashtag auf Twitter, sowohl in Deutschland als auch weltweit.

Viele betroffene Anwender nahmen die Störung mit Humor: „Ich leg mich wieder ins Bett. Das Leben ist sinnlos ohne Twitter. Weckt mich, wenn es wieder läuft“, twitterte ein Nutzer und postete das Bild einer auf einer Tastatur schlafenden Katze. Twitter-User @pavel orakelte, in neun Monaten werde es wohl eine Geburtenwelle geben und die Jungs nach den Twitter-Gründern @ev, @biz und @jack benannt. Andere veröffentlichten Fotos oder Videos von verzweifelten oder schreienden Menschen - etwa mit dem Text: „Zum ersten Mal überhaupt teilen alle Menschen auf der Welt dasselbe Gefühl.“

Von

dpa

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