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02.12.2016

10:19 Uhr

Twitter

Neuer Produktchef für kriselnden Kurznachrichtendienst

Der Gründer des Start-ups „Yes“, Keith Coleman, wird neuer Produktchef bei Twitter. Nach dem gescheiterten Verkaufsversuch im September versucht das kriselnde Unternehmen sich nun neu aufzustellen.

Der Kurznachrichtendienst bekommt mit Keith Coleman einen neuen Programmchef. AP

Twitter

Der Kurznachrichtendienst bekommt mit Keith Coleman einen neuen Programmchef.

BangaloreDer angeschlagene Kurznachrichtendienst Twitter bekommt innerhalb eines Jahres zum dritten Mal einen neuen Produktchef. Der Posten werde mit dem Gründer des Start-up-Unternehmens Yes, Keith Coleman, besetzt, teilte Twitter-Chef Jack Dorsey am Donnerstag (Ortszeit) mit.

Zudem übernimmt Twitter auch Yes selbst. Die Firma bietet Apps an, mit der Smartphone-Nutzer mit ihren Freunden kommunizieren können.

Die Twitter-Gründer

Drei plus eins

In der offiziellen Geschichtsschreibung von Twitter spielen drei Gründer die Hauptrolle. Es gibt aber noch einen, der sich aus dem Kreis zu Unrecht ausgeschlossen fühlt. Die vier Köpfe im Kurzporträt.

Jack Dorsey

Der erste Chef der Firma gilt als Twitter-Erfinder. Doch er war 2007 laut Erinnerungen von Weggefährten dem Job nicht gewachsen. Für böses Blut soll etwa gesorgt haben, dass er sich am frühen Nachmittag zu Yoga-Kursen oder Zeichen-Stunden aufmachte. Dorsey, der sich auch schon als Masseur versucht hatte, verlor den Job, verließ Twitter und gründete den Mobil-Bezahldienst Square. Dort reifte er als Manager, so dass er seit 2015 mit Twitter und Square zwei börsennotierte Unternehmen gleichzeitig führen darf.

Evan Williams

Williams war schon vor Twitter ein bekannter Internet-Unternehmer. Er stand hinter der Blog-Plattform Blogger, die 2003 von Google gekauft wurde. Das die Begriffe „Blog“ und „Blogger“ populär wurden, ist auch Williams zu verdanken. Danach gründete er gemeinsam mit Biz Stone die Podcasting-Firma Odeo. Weil die Idee mit den Podcasts nicht so recht zünden wollte, gab es auch ein kleines Nebenprojekt - Twitter. Dorsey wurde erster Chef, im Oktober 2008 wurde er aber im Chefsessel durch Williams ersetzt. Zwei Jahre später ging der CEO-Posten an Dick Costolo weiter. Williams verließ Twitter, auch wenn er einer der größten Aktionäre blieb. 2012 gründete Williams die Medienplattform Medium, auf der jeder Artikel veröffentlichen kann.

Biz Stone

Stone (42) arbeitete für Google, bevor sich auf das Podcasting-Projekt mit Williams einließ, aus dem schließlich Twitter hervorging. Im Gegensatz zu seinen Mitgründern hatte Stone keine Ambitionen auf den Chefposten. Aber er versuchte sich als Wagniskapitalist und investierte unter anderem in Dorseys Bezahldienst Square, den Anbieter vernetzter Thermostate Nest und den Uber-Konkurrenten Lyft. 2012 gründete er eine neue eigene Firma Jelly - eine Plattform, bei der Nutzer alle möglichen Fragen stellen und beantworten können.

Noah Glass

Glass verkündet in seinem Twitter-Profil immer noch schlicht „I started this“ - „ich habe das in Gang gesetzt“. In einem Interview mit dem Blog „Business Insider“ erzählte Glass, er sei als einer der Odeo-Mitgründer von Anfang an auch maßgeblich bei Twitter involviert gewesen - und habe auch den ursprünglichen Namen „Twttr“ vorgeschlagen. Ihm sei auch die Leitung des Projekts in der Anfangszeit übertragen worden. Aber auch Glass bestreitet nicht, dass die Grundidee für Twitter von Dorsey kam.

Twitter kann nicht mit dem Wachstum von Konkurrenten wie Facebook mithalten. Bereits im September beauftragte das Management Banker, um einen Verkauf auszuloten. Interesse soll es etwa von Walt Disney und der Google-Mutter Alphabet gegeben haben.

Von

rtr

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