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28.11.2013

15:48 Uhr

Übermacht Samsung

Blau-weiße Weihnachten

Unter vielen Weihnachtsbäumen wird dieses Jahr ein Samsung-Logo prangen. Egal ob Smartphone, Tablet-Computer oder Fernseher: Der südkoreanische Konzern verdrängt Konkurrenten – mit Niedrigpreisen und Marketingmilliarden.

Der Weihnachtsmann trägt Samsung-Farben. Getty Images

Der Weihnachtsmann trägt Samsung-Farben.

DüsseldorfWer in der Vorweihnachtszeit auf der Suche nach Geschenken durch die Elektronikmärkte spaziert, hat einen ständigen Begleiter: Samsung. Ob in der Fernsehabteilung oder bei den Kühlschränken, ob in der Smartphone- oder Computerecke – überall blickt einen das blaue-weiße Logo des südkoreanischen Konzerns an. Diese Omnipräsenz ist kein Zufall: Mit einer aggressiven Preispolitik und massiver Vermarktung lehrt Samsung die Wettbewerber das Fürchten.

Besonders schlimm trifft es die TV-Geräte-Hersteller. Zusammen mit dem ebenfalls südkoreanischen LG-Konzern kommt Samsung in Europa und weiten Teilen der Welt auf einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent. „So eine Situation hatten wir noch nie“, sagte GfK-Marktforscher Jürgen Boyny. Auf den reifen Märkten gebe es eine starke Konzentration auf wenige Marken.

Die Nachfrage ist schwach, die meisten Hersteller klagen über den rapiden Preisverfall. Der einst größte europäische Anbieter Philips hat schon kapituliert und das Geschäft chinesischen Partnern überlassen. Die deutschen Hersteller Loewe und Metz ringen ums Überleben. Unterdessen bringt Samsung ein Modell nach dem anderen auf den Markt.

Die Geschichte von Samsung

Konzern mit langer Geschichte

Smartphones, Fernseher, Computer, Kameras, und und und: Samsung ist einer der größten Elektronikhersteller der Welt. Die Geschichte des südkoreanischen Mischkonzerns begann Ende der 30er Jahre.

Trockennahrung und Getreidemühlen

Den Grundstein des Konzerns legte der Südkoreaner Lee Byung Chul bereits 1938 mit gerade einmal 25 US-Dollar in der Tasche. Er verkaufte Trockennahrung nach China. Nur ein Jahrzehnt später hatte sein anfangs kleines Unternehmen bereits eigene Getreidemühlen und Maschinen zur Herstellung von Konfekt.

Umzug im Korea-Krieg

Während des Koreakrieges (1950-53) musste Lee Byung Chul die Hauptstadt Seoul verlassen, in Busan eröffnete er eine Zuckerraffinerie. Nach dem Krieg gründete er auch eine Textilienfirma und baute eine Fabrik.

Lebensversicherungen

1963 kauft das Unternehmen die Dongbang Lebensversicherungen auf und macht sie zur heutigen Samsung Lebensversicherung. Die Tochtergesellschaft ist größter Versicherer in Südkorea.

Fernseher und Kühlschränke

Ende der 1960er Jahre fängt Samsung an, Elektronik zu produzieren. So kommt 1970 ein Schwarz-Weiß-Fernseher auf den Markt. Vier Jahre später erweitert der Konzern seine Palette um Waschmaschinen und Kühlschränke.

Telekommunikationsausrüstung

1980 übernahm Samsung einen Hersteller von Telekommunikationsausrüstung – die Grundlage für das heutige Handygeschäft.

Generationswechsel und Umstrukturierung

Nach dem Tod von Firmengründer Lee Byung Chul 1987 übernimmt dessen Sohn Lee Kun Hee die Geschäfte. Er teilte den Konzern in vier Gruppen, darunter die heute so bekannte Elektroniksparte.

Autotelefone und Smartphones

In den 1980er Jahren brachte Samsung erste Autotelefone heraus. In den 1990er Jahren verkaufte der Konzern Handys, seit den 2000er Jahren auch Smartphones. Inzwischen ist Samsung der größte Anbieter in diesem Segment, noch vor Apple und Nokia.

Tablet-Computer und intelligente Uhren

Apple hat mit dem iPad den Tablet-Markt geschaffen, Samsung macht dem kalifornischen Konzern mit seinen Galaxy-Tab-Geräten aber inzwischen enorm Konkurrenz. Außerdem hat der südkoreanische Hersteller mit der Galaxy Gear eine Smartwatch herausgebracht.

Im Markt der TV-Geräte laufen die Hersteller dem starken Vorjahr hinterher, als 9,5 Millionen Fernseher verkauft wurden. 2013 sind trotz besserer Ausstattung bei gleichem Durchschnittspreis (615 Euro) lediglich 7,7 Millionen Stück und damit 18 Prozent weniger drin. Der Umsatz mit Fernsehgeräten sackt voraussichtlich um 17 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro ab. Dieses Niveau solle im kommenden Jahr auch dank des Sport-Großereignisses Fußball-WM gehalten werden, so der Herstellerverband GFU.

Es ist längst nicht mehr wie in der Anfangszeit, als die Koreaner sich vor allem auf einfache und vor allem billige Geräte verlegt hatten. Inzwischen haben sie die komplette Palette bis hin zu Bildschirmdiagonalen von 80 Zoll im Sortiment. Internetverbindung und ultrahochauflösendes Display inklusive.

Und Samsung hält die Taktung hoch. Auf der IFA im September präsentierte der Konzern neue Fernseher mit der neuartigen Leuchtdioden-Technik OLED. Allein LG kann da noch einigermaßen mithalten, der Rest der Konkurrenz ist abgehängt. Viele Modelle, hohe Taktung, aggressive Preise: Dieses Muster findet sich bei diversen Gerätegattungen wieder, etwa auch bei Smartphones, Tablet-Computern und Hausgeräten.

Kommentare (15)

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Leider_alternativlos

28.11.2013, 16:10 Uhr

Ich kann nur ueber die Apple Phone und Tablet Nutzer lachen. Da kann und darf man nicht mal eine zusaetzliche SD-Card als Speicher nutzen. Auch hinsichtlich Fernseher setzt Samsung neue Meilensteine ohne fuer neue Ideen abzuzocken wie Sony. Ich stimme mit meiner Brieftasche klar fuer Samsung, wobei ich eigentlich kein Fan dieser Marke bin. Aber die sind halt besser.

viesergrund

28.11.2013, 16:18 Uhr

Und genau alles das wird nicht unterm Weihnachtsbaum liegen. Die Rückbesinnung auf Vernunft hat längst begonnen! Auch bei meinen Kindern und Enkeln. Die NSA-Affären tun ihr Übriges.

Account gelöscht!

28.11.2013, 16:20 Uhr

Vielleicht liegt's auch daran, dass deutsche Firmen vor allem damit beschäftigt sind, sich zu verwalten und die deutsche Bürokratie zu befriedigen, während Samsung massiv forscht und investiert.
Das Resultat sind gute Produkte zu einem guten Preis.

Ich bin jedenfalls ein Samsung Fan!

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