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21.12.2011

06:46 Uhr

Übernahme-Avancen

Microsoft, Nokia und Amazon machen Blackberry schöne Augen

Der Blackberry-Hersteller Research in Motion steckt bis zum Hals in Schwierigkeiten. Das hat die Konkurrenz auf den Plan gerufen. Gleich mehrere Schwergewichte der IT-Branche sollen eine Übernahme geprüft haben.

Mit Business-Smartphones ist Blackberry groß geworden - bis Apple kam. Reuters

Mit Business-Smartphones ist Blackberry groß geworden - bis Apple kam.

New York/Waterloo/TorontoDer Blackberry-Hersteller Research In Motion hat Übernahme-Avancen von Amazon.com und anderen potenziellen Käufern abgelehnt, wie Personen mit Kenntnis der Situation am Dienstag sagten. Das mit wirtschaftlichen Problemen kämpfende Unternehmen wolle die jetzigen Herausforderungen selbst lösen, hieß es. Laut „Wall Street Journal“ seien auch Microsoft und Nokia auf RIM zugegangen.

Wer den Markt der Smartphones regiert

Apple

Platz 1: Mit einem Marktanteil von 18,4 Prozent führte Apple im zweiten Quartal des Jahres den Smartphone-Markt an. Insgesamt 20, 34 Millionen Smartphones lieferte der Hersteller in diesem Zeitraum an den weltweiten Handel. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von über neun Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr konnte Apple damit sogar eine Steigerung von über 140 Prozent erzielen.

Samsung

Platz 2: Direkt hinter Apple reiht sich der südkoreanische Rivale Samsung mit einem Marktanteil von 17,8 Prozent ein. Insgesamt 19,6 Millionen Smartphones brachten die Koreaner im zweiten Quartal in den weltweiten Handel. Damit hat sich der Hersteller selbst übertroffen: Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von fast 56 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist das sogar eine 600-prozentige Steigerung.

Nokia

Platz 3: Mit einem Marktanteil von 15,1 Prozent hat es Nokia trotz der Verluste bei den Smartphones im zweiten Quartal noch unter die drei Besten geschafft. 16,7 Millionen Modelle lieferte der Hersteller aus - das sind 31 Prozent weniger als noch im ersten Quartal.

RIM

Platz 4: Ebenfalls Verluste machte RIM im zweiten Quartal des Jahres. Mit 13,2 Millionen ausgelieferten Smartphones erreichte der Hersteller einen Marktanteil von 12 Prozent, musste im Vergleich zum Quartal zuvor aber einen Rückgang von fast 11 Prozent in Kauf nehmen.

HTC

Platz 5: Der Marktanteil der HTC-Smartphones lag im zweiten Quartal bei 10,8 Prozent. Insgesamt fast 12 Millionen Modelle brachte der Hersteller in den Handel und steigerte damit sein Ergebnis aus dem Quartal zuvor um fast 25 Prozent.

Motorola

Platz 6: Motorola-Smartphones erreichten im zweiten Quartal einen Marktanteil von 4 Prozent. 4,4 Millionen Modelle brachte der Hersteller in diesem Zeitraum in den weltweiten Handel und steigerte sein Ergebnis aus dem ersten Quartal damit um mehr als sieben Prozent.

Sharp

Platz 7: Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat mit 1,48 Millionen ausgelieferten Smartphones im zweiten Quartal einen Marktanteil von 6,8 Prozent erreicht. Im Vergleich zum ersten Quartal konnte der Konzern sein Ergebnis um 1,3 Prozent steigern.

Andere

Unter ferner liefen: Alle anderen, weniger nennenswerten Hersteller machten im zweiten Quartal mit rund 22,7 Millionen ausgelieferten Smartphones zusammengenommen einen Marktanteil von 20,6 Prozent aus. Im Vergleich zum Quartal zuvor entspricht das einer Steigerung von fast 31 Prozent. Betrachtet man den gesamten Markt, so wurden im zweiten Quartal weltweit über 1,1 Milliarden Smartphones der verschiedenen Hersteller ausgeliefert. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von 7,5 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist es sogar eine Steigerung um rund 82 Prozent.

Amazon habe im Sommer eine Investmentbank beauftragt, eine Fusion mit RIM zu prüfen. Ein formelles Angebot sei dann aber nicht unterbreitet worden, sagte ein Informant. Ob die informellen Kontakte zu konkreten Preisgesprächen geführt hatten, blieb unklar. Auch Details über mögliche Verhandlungen mit anderen potentiellen Käufern wurden nicht bekannt. Laut „Wall Street Journal“ unterstreichen all diese Diskussionen den hohen Grad an Bedrängnis bei RIM:

Unbekannt ist, wer noch Interesse an RIM gezeigt hatte. Sowohl RIM als auch Amazon lehnten eine Stellungnahme dazu ab. Den Informationen zufolge wollen beide Unternehmen ihre Kooperation aber weiter ausbauen.

Der RIM-Vorstand will sich nach Angaben zweier Informanten darauf konzentrieren, mit der Entwicklung neuer Handys, der besseren Nutzung bestehender Angebote wie Blackberry Messaging und mit Umstrukturierungen das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.

RIM, das mit den Blackberry-Telefonen sehr erfolgreich war, hatte den von Apple angeführten Smartphone-Trend verpasst. Der Unternehmenswert war in den vergangenen zwölf Monaten um 77 Prozent auf etwa 6,8 Milliarden Dollar gesunken. Schlechte Geschäftszahlen, verschobene Starts neuer Telefon-Modelle und sinkende Verkaufszahlen haben die Aktie belastet.

Das Unternehmen musste im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. RIM wies für das Quartal, das mit dem 26. November endete, einen Gewinn von 265 Millionen Dollar (204 Millionen Euro) aus, ein Rückgang von 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz fiel um sechs Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar (4 Milliarden Euro).

Wer am meisten Tablets verkauft

Apple

Kultkonzern Apple verkaufte 18,6 Millionen Tablet PCs im 4.Quartal von 2011m, im Quartal zuvor waren es noch rund 11 Millionen Stück. Der Marktanteil von Apple liegt derzeit bei 65,6 Prozent.

Amazon

Auf Platz zwei liegt das Versandhaus Amazon - weit abgeschlagen. Im dritten Quartal in 2011 verkauften sie noch nichts, im vierten waren es schon 3,9 Millionen Tablet-PCs - macht einen Marktanteil von 13,8 Prozent.

Samsung

Samsungs Verkaufszahlen unterschieden sich in Quartal 3 und 4 nur marginal. Erst verkauften sie 1,3 dann 1,4 Millionen Tablet-PCs. Ihr Marktanteil liegt bei 4,8 Prozent.

Barnes & Noble

Barnes und Noble lag im dritten Quartal noch bei 0,8 Millionen. Sie steigerten sich im darauffolgenden Quartal um 5 Prozentpunkte. Mit ihrem Marktanteil liegen sie bei 4,7 Prozent.

HTC

Das Unternehmen HTC verkaufte erst 0,3, dann 0,4 Millionen Tablet-PCs. Ihr Marktanteil liegt bei 1,3 Prozent.

Andere Hersteller

Den Rest decken andere Hersteller ab. Zusammen haben sie einen Marktanteil von 4,6 Prozent. Gemeinsam verkauften sie im dritten Quartal 2,6 Millionen Tablet-PCs, im vierten 2,8 Millionen Stück.

Der Druck auf die Chefs Mike Lazaridis und Jim Balsillie wächst. Um zu zeigen, wie sehr sie sich bemühen, dem Unternehmen wieder auf die Beine zu helfen, haben sie nun ihren Jahreslohn radikal auf je einen Dollar gekürzt.

Die letzten Quartale seien die „schwierigsten“ in der jüngeren Geschichte des Unternehmens gewesen, erklärte Balsillie am Donnerstag bei Vorlage der jüngsten, einmal mehr enttäuschenden Quartalszahlen. „Unsere Anteilseigner könnten das Gefühl haben, dass wir nicht unser Bestes gegeben haben.“ Er versprach, die Führung werde auf der Suche nach den nötigen Änderungen „jeden Stein umdrehen“.

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