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20.02.2014

01:11 Uhr

Übernahme

Facebook zahlt 19 Milliarden Dollar für WhatsApp

Megadeal der sozialen Netzwerke: Facebook hat den Rivalen WhatsApp gekauft. Das größte soziale Online-Portal legt für den Kurznachrichtendienst insgesamt 19 Milliarden Dollar auf den Tisch.

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19-Milliarden-Dollar-Deal: Facebook kauft WhatsApp

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New YorkDas weltgrößte Online-Netzwerk Facebook schluckt den populären Kurznachrichtendienst WhatsApp für 19 Milliarden Dollar. Der hohe Kaufpreis wird in bar und Facebook-Aktien bezahlt, wie das US-Unternehmen am Mittwoch ankündigte. Später sollen weitere drei Milliarden Dollar in Form von Aktien an die Gründer und Mitarbeiter fließen.

Über die Smartphone-App können Nutzer miteinander Textnachrichten oder Fotos austauschen. WhatsApp hat sich damit fest als SMS-Alternative etabliert. Der Dienst hat mehr als 450 Millionen Nutzer im Monat, 70 Prozent davon schauen täglich vorbei.

„WhatsApp ist auf dem Weg, eine Milliarde Leute miteinander zu verbinden“, erklärte Facebook-Chef und -Gründer Mark Zuckerberg. Deshalb sei der Dienst so wertvoll. Facebook selbst kommt auf mehr als 1,2 Milliarden Nutzer.

Damit endet zugleich ein Experiment für einen Kommunikationsdienst, der nicht auf Nutzerdaten aus war und sich nicht durch Werbung finanzierte. Mitgründer Jan Koum, der jetzt in den Facebook-Verwaltungsrat einzieht, hatte stets betont, man wolle das nicht. WhatsApp finanzierte sich anfangs über den Kaufpreis für die App und zuletzt über eine jährliche Abo-Gebühr von einem Dollar.

Was an WhatsApp Kopfschmerzen bereitet

Laxer Umgang mit Datenschutz

WhatsApp überträgt die Kontakte im Adressbuch auf seine Server in den USA – in Zeiten mächtiger Geheimdienste kein angenehmer Gedanke. Hinzu kommt: Durch die Offenlegung der Handynummern erfahren andere Leute, dass man die App nutzt – zumindest, wenn sie diese auch installiert haben und im Adressbuch stehen.

Zweifel an der Verschlüsselung

Lange wurden die WhatsApp-Nachrichten unverschlüsselt übertragen. Auch an der inzwischen eingesetzten Verschlüsselungstechnologie hegen Experten Zweifel.

Sicherheitsbedenken

Schon mehrfach stand Whatsapp wegen des laxen Umgangs mit Sicherheitsfragen in der Kritik – das betrifft nicht nur die Verschlüsselung. So konnten eine Zeit lang Whatsapp-Nutzerkonten relativ leicht gekapert werden. Nach Einschätzung einer Sicherheitsfirma kann auch der Bezahlprozess ausspioniert werden.

Soziale Kontrolle

Für jeden App-Nutzer ist einsehbar, wann die Kontakte das letzte Mal den Dienst genutzt haben. Es kommt vor, dass darüber Mütter kontrollieren, ob ihre Babysitter zu Hause noch wach sind – denn die verdaddeln die Zeit oft genug mit WhatsApp. Die App ermöglicht also eine gewisse soziale Kontrolle.

Undurchsichtige Firma

Über die Firma WhatsApp ist wenig bekannt, die Macher meiden die Öffentlichkeit weitgehend. Das stärkt nicht gerade das Vertrauen. Auch der Anfang 2014 angekündigte Verkauf an Facebook stößt auf Skepsis – das Soziale Netzwerk gilt nicht wenigen als Datenkrake.

Angesichts der Größe sei auch so genug Geld für den Betrieb zusammengekommen, beteuerte Koum noch vor einigen Wochen bei der Internet-Konferenz DLD in München. In Deutschland waren es zuletzt 30 Millionen Nutzer. Pro Tag wurden weltweit rund 18 Milliarden Nachrichten verschickt. WhatsApp schlug diese Lawine mit einem schmalen Budget und nur 50 Mitarbeitern um. Gemessen daran sind die 16 Milliarden Dollar ein sehr stolzer Preis.

Facebook hat bereits einen eigenen Messaging-Dienst mit ähnlichen Funktionen. Allerdings kaufte Mark Zuckerberg auch schon für knapp eine Milliarde Dollar die Foto-Plattform Instagram, obwohl Facebook-Nutzer bereits Bilder austauschen konnten. Auch die derzeit populäre Foto-App Snapchat, bei der Bilder von alleine verschwinden, wollte Facebook dem Vernehmen nach vor kurzem kaufen, die Gründer lehnten jedoch ab.

Der Deal um WhatsApp kommt nur wenige Tage nachdem der japanische Online-Händler für 900 Millionen Dollar die Kommunikations-App Viber kaufte.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

20.02.2014, 08:10 Uhr

Wenn die Whaats-Apper ihre Anteile an Facebook versilbern,kommt die Aktie unter Druck.Wer´s nicht glaubt,bei der Telekom oder Vodafone war´s genauso.

Steinocher

20.02.2014, 09:46 Uhr

Am besten gefällt mir, daß Facebook die Begründer von What's App als Bewerber ablehnte... Teure Fehlentscheidung. :-)

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