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02.02.2016

16:57 Uhr

Übernahme von Aperto

IBM kauft Digitalwissen in Berlin

VonChristof Kerkmann

Big Blue geht auf großen Einkaufszug: IBM übernimmt die deutsche Digitalagentur Aperto. Es ist nicht der erste Zukauf in diesem Jahr und wird auch nicht der letzte sein – der Konzern richtet sich so neu aus.

Smart beraten: IBM verstärkt sein Beratungsgeschäft mit einem Zukauf in Berlin. dpa

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Smart beraten: IBM verstärkt sein Beratungsgeschäft mit einem Zukauf in Berlin.

DüsseldorfIBM versucht gerade, sich neu zu erfinden. Viele Ideen findet der Konzern außerhalb der eigenen Organisation – etwa in Berlin: Big Blue will die Digitalagentur Aperto samt ihrer mehr als 300 Mitarbeiter übernehmen. Sie werde Teil der Beratungssparte Interactive Experience (IX), erklärten die Unternehmen am Dienstag. Wie viel der Deal kostet, teilten sie nicht mit. Die Zustimmung der Aufsichtsbehörden steht noch aus.

Der US-Konzern richtet sich derzeit neu aus. Das traditionelle Geschäft mit Hardware und Software schwächelt, die Umstellung aufs Cloud-Computing fällt dem Traditionskonzern schwer. Sein Umsatz schrumpft seit fast vier Jahren, im letzten Geschäftsjahr um 12 Prozent auf 81,7 Milliarden Dollar. Der Zukauf soll das margenstarke Beratungs- und Dienstleistungsgeschäft stärken.

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IBM ist weiter auf Schrumpfkurs. Der Dauer-Umbau geht mit einem Rückgang des Geschäfts einher. Auch der Wachstum in den Zukunfts-Bereichen wie Cloud-Dienste kann die Einbußen bei früheren Schwerpunkten nicht ausgleichen.

Hier ist IBM eine große Nummer: IX ist nach Einschätzung des Fachmagazins Advertising Age die größte Digitalagentur der Welt. Sie berät Kunden bei der Digitalstrategie, hilft ihnen aber beispielsweise auch bei der Entwicklung und Gestaltung von Websites und App. So konzipierte die Agentur den Auftritt des Tennisturniers in Wimbledon, samt statistischer Auswertungen mithilfe der Künstlichen Intelligenz Watson, die bei IBM in zahlreichen Produkten zum Einsatz kommt.

Mit Aperto stärkt IBM gezielt das Geschäft. Das Berliner Unternehmen, 1995 gegründet, gilt als eine der ersten Digitalagenturen in Deutschland. Heute zählen Firmen wie Airbus, VW und Siemens zu den Kunden. Der Umsatz betrug im Jahr 2013 laut Unternehmenregister 17 Millionen Euro, aktuellere Zahlen liegen nicht vor. Mit der Agentur übernimmt IBM die Kunden, die Geschäfte von Aperto sollen unter dem bekannten Namen weiterlaufen.

Der US-Konzern erhält mit dem Zukauf außerdem einen besseren Zugang zum deutschen Markt. „Die Übernahme reflektiert die Chancen in Deutschland als der stärksten Wirtschaft in Europa“, sagte Matthew Candy, Europa-Chef von IBM IX, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Aperto-Macher hoffen, mit der Zusammenarbeit ihre Kompetenzen in einigen Bereichen zu stärken, etwa der Datenanalyse und dem Cloud Computing – hier könne man IBM gut gebrauchen, sagte Aperto-Chef Dirk Buddensiek.

Für Big Blue ist es nicht die erste Akquisition in diesem Jahr. So will der Konzern die Digitalagentur Resource/Ammirati ebenso übernehmen wie den Videodienst Ustream. Aperto wird sicher nicht der letzte Zukauf in diesem Jahr sein.

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