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11.07.2011

17:34 Uhr

Übernahme von BSkyB

Murdoch gibt Milliardendeal noch nicht verloren

Der Abhörskandal zieht weitere Kreise: Die britische Regierung drängt Rupert Murdoch, die Übernahme des Bezahlsenders BSkyB abzublasen. Doch der Medienmogul gibt sich so schnell nicht geschlagen.

Stark unter Druck: Medienunternehmer Rupert Murdoch. Quelle: Reuters

Stark unter Druck: Medienunternehmer Rupert Murdoch.

LondonNach dem Abhörskandal bei der Skandalzeitung „News of the World“ erhöht die britische Regierung ihren Druck auf Rupert Murdoch. Vize-Regierungschef Nick Clegg rief den Medienunternehmer am Montag auf, die Milliarden-Übernahme des britischen Pay-TV-Senders BSkyB abzublasen. „Tun sie das Anständige und Vernünftige und überdenken sie noch einmal ihr Gebot für BSkyB“, sagte Clegg in der BBC. Ähnlich äußerte sich Premierminister David Cameron.

Doch Murdoch gibt das Geschäfts im Volumen von 14 Milliarden Dollar noch nicht verloren. Sein Konzern News Corp kündigte aber an, dass er mit den britischen Wettbewerbshütern, der Competition Commission, zusammenarbeiten werde, falls die Prüfung der BSkyB-Übernahme bei der Behörde lande. Bislang wurden die Übernahmepläne lediglich von der britischen Medienaufsicht unter die Lupe genommen worden - die Wettbewerbsbehörde dürfte den Fall aber wesentlich genauer durchleuchten. Das Medienministerium kündigte daraufhin an, den Fall an die die Kartellwächter zu überweisen.

Die Opposition verlangt bereits einen Stopp des Geschäfts. Der Aktienkurs von BSkyB verlor mehr als sechs Prozent, die Papiere des New Yorker Medienkonzerns News Corp verloren an der Wall Street mehr als fünf Prozent.

Bereits zuvor hatte die Regierung ihre Gangart gegenüber Murdoch verschärft und die britische Medienaufsicht sowie die Verbraucherschutzbehörde angewiesen, den BSkyB-Kauf angesichts der jüngsten Enthüllungen bei dem Murdoch-Blatt nochmals zu überprüfen. Die Aufsichtsbehörden hatten eigentlich bereits ihr Einverständnis signalisiert. Die Regierung setzt offenbar darauf, dass bei einer abermaligen Prüfung genug Anhaltspunkte auftauchen, um in einem nächsten Schritt das Kartellamt einzuschalten und die Übernahme dann noch einmal gründlich unter die Lupe genommen wird. Dies könnte ein Jahr dauern.

Branchenbeobachter gehen davon aus, dass das Geschäft auf der Kippe steht. „Wir glauben, dass der Deal so gut wie tot ist“, sagte Analyst Alex DeGroote von der Investmentbank Panmure Gordon. Kommentatoren sprechen bereits von „Murdochs Watergate“.

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