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30.07.2013

16:24 Uhr

Übernahme von Springer-Zeitungen

Kartellamt wartet auf Funke-Gruppe

VonHans-Peter Siebenhaar

Das Kartellamt wird wohl Monate über der Übernahme der Springer-Zeitungen (u.a. „Hamburger Abendblatt“) durch die künftigen Eigner der Funke-Gruppe grübeln. Ein Knackpunkt: Die inhaltliche Kooperation.

Funke Mediengruppe in Essen: Herausgeber der WAZ und vieler Zeitschriften. dpa

Funke Mediengruppe in Essen: Herausgeber der WAZ und vieler Zeitschriften.

DüsseldorfDas Bundeskartellamt in Bonn wartet auf die Anmeldung der Funke Mediengruppe (ehemals WAZ-Gruppe) für die geplante Übernahme der letzten Regionalzeitung der Axel Springer AG. Nach Auskunft der Wettbewerbsbehörde ist bislang noch keine Anmeldung eingegangen. In Verlagskreisen heißt es, dass die Anmeldung in den nächsten Tagen erfolgen soll.

Die Funke Mediengruppe in Essen kauft für insgesamt 920 Millionen Euro von Axel Springer die Regionalzeitungen „Berliner Morgenpost“ und „Hamburger Abendblatt“ sowie dessen Programm- und Frauenzeitschriften, darunter „Hörzu“, „TV Digital“ und „Bild der Frau“. Zur Funke Mediengruppe gehören die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ), die „Westfalenpost“, die „Braunschweiger Zeitung“, die „Thüringer Allgemeine“ sowie eine Reihe weiterer Titel.

Experten gehen davon aus, dass eine vierwöchige Prüfung des Geschäfts der beiden Medienkonzerne nicht ausreichen wird. Eine vertiefte Prüfung des Verkaufs gilt als wahrscheinlich. Damit würde sich die Prüfungsfrist auf insgesamt vier Monate verlängern. Dadurch haben auch Wettbewerber die Möglichkeit zu äußern. Zur möglichen Verlängerung des Verfahrens wollte sich das Kartellamt nicht äußern. Ein Sprecher der Behörde sagte nur: „Wir sehen uns das Ganze gut an.“

Die sechste Beschlussabteilung unter Führung der Expertin Julia Topel wird sich dem Vernehmen nach insbesondere die Konstruktion eines Gemeinschaftsunternehmens für Vertrieb und Vermarktung von gedruckten und digitalen Medienangeboten anschauen, das noch zu gründen ist. Darüber hinaus wollen beide Konzerne inhaltlich eng kooperieren. Die Frage, warum konkurrierende Titel einander zuarbeiten sollten, beantwortet Springer mit dem Sparzwang.

„Natürlich ist es schöner, wenn man sich unabhängige Redaktionen leisten kann“, argumentierte ein Sprecher des Berliner Konzerns an der Axel-Springer-Straße. „Aber man muss eben auch die ökonomischen Realitäten anerkennen.“ Ein Springer-Sprecher sagte am Dienstag, dass es keine Bestätigung gebe, dass derzeit in den gemeinsamen Gremien über eine noch viel weiter gehende Zusammenarbeit bei den Inhalten mit Funke verhandelt werde. Er sprach von Spekulationen.

Kommentare (1)

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Bananenrepublikaner

30.07.2013, 16:40 Uhr

Ein weiterer, wichtiger Schritt in Richtung politisch korrekte Einheitsmedien.
Die Medien in Deutschland sind auf einem guten Weg.
Es ist schön wenn man überall das Gleiche liest mit der selben politischen Färbung.
Wahrheit verwirrt doch nur, genauso wie vielfältige Meinungen.

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