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11.10.2012

17:33 Uhr

Übernahmegerüchte

Japanischer Mobilfunker an Sprint-Mehrheit interessiert

Der japanische Mobilfunker Softbank ist Kreisen zufolge bereit knapp 10 Milliarden Euro für die Mehrheit am US-Mobilfunkunternehmen Sprint Nextel auf den Tisch zu legen. Dies dürfte die Deutsche Telekom freuen.

Die mögliche Übernahme des US-Mitbewerbers Sprint Nextel dürfte auch Auswirkungen für die Deutsche Telekom haben. Reuters

Die mögliche Übernahme des US-Mitbewerbers Sprint Nextel dürfte auch Auswirkungen für die Deutsche Telekom haben.

TokiaDer Deutschen Telekom bleibt ein teures Bietergefecht um den US-Mobilfunkanbieter MetroPCS möglicherweise erspart. Die japanische Softbank will nach Angaben eines Insiders den drittgrößten US-Mobilfunkkonzern Sprint Nextel übernehmen, der seinerseits ein Gegenangebot zur Telekom-Offerte für den kleineren Rivalen MetroPCS erwägt.

Die Japaner stünden in Verhandlungen, für mehr als eine Billion Yen (rund 9,9 Milliarden Euro) einen Mehrheitsanteil an Sprint zu kaufen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Wenn Sprint übernommen werde, könne das Unternehmen nicht wie geplant für MetroPCS bieten, folgerte ein Börsianer. Die Aktien der Telekom, die mit der Übernahme von MetroPCS ihr kriselndes US-Geschäft auf Vordermann bringen will, legten zwei Prozent zu.

Sprint Nextel bestätigte die Gespräche am Donnerstag. Am Ende könne es sein, dass die Softbank die Mehrheit an Sprint übernehme. Einzelheiten würden nicht genannt, bis eine Einigung erzielt sei.

Die Telekom-Tochter T-Mobile USA und MetroPCS hatten vergangene Woche erklärt, zu einem Unternehmen fusionieren zu wollen, an dem T-Mobile drei Viertel und MetroPCS ein Viertel der Anteile halten sollen. Nur einen Tag später hieß es von mehreren mit der Situation vertrauten Personen, Sprint Nextel werde möglicherweise eine höhere Offerte für MetroPCS vorlegen.

Nun tritt mit Japans drittgrößtem Mobilfunkanbieter Softbank ein neuer Mitspieler in dem Übernahme-Reigen auf dem US-Markt an. Das japanische Unternehmen spreche mit mehreren Banken über eine Finanzierung des Deals, sagte der Insider. Softbank lehnte einen Kommentar zu den Angaben ab. Bei Sprint war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Softbank kämpft auf dem Heimatmarkt mit der Konkurrenz der größeren Firmen NTT Docomo und KDDI und würde mit der Übernahme von Sprint mit einem Schlag eine starke Marktstellung in den USA bekommen. "Sprint Nexel ist der einzige Weg für einen möglichen neuen Marktteilnehmer, sofort auf dem gesamten US-Markt präsent zu sein - vor allem jetzt, da T-Mobile offenbar nicht zum Verkauf steht, sondern selbst in den Markt investieren will", schrieb Wells-Fargo-Analystin Jennifer Fritzsche. Die US-Wettbewerbs-Behörden werde eine Transaktion, die einen ausländischen Konkurrenten auf dem US-Markt etabliere, wahrscheinlich wohlwollend prüfen.

Der Telekom hatten die Behörden dagegen einen Strich durch ihre ursprünglichen Pläne gemacht. Eigentlich wollte der Bonner Konzern T-Mobile USA im vergangenen Jahr für 39 Milliarden Dollar an den Telekomriesen AT&T verkaufen. Die US-Wettbewerbsbehörden stoppten die Transaktion mit der Begründung, damit würde einer der vier landesweiten Mobilfunknetzbetreiber verschwinden.

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