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22.08.2011

13:01 Uhr

Übernahmegespräche

QSC und KKR verhandeln nicht über Verkauf

Übernahmegespräche zwischen dem Telekom-Konzern QSC und Finanzinvestor KKR hat es laut QSC-Chef Schlobohm nicht gegeben. Hintergrund der Spekulationen ist der Einstieg von KKR in den deutschen Telekommunikationsmarkt.

Bernd Schlobohm: Chef und Mitbegründer der QSC AG, Köln PR

Bernd Schlobohm: Chef und Mitbegründer der QSC AG, Köln

FrankfurtQSC hat einen Bericht über einen geplanten Einstieg des Finanzinvestors KKR bei dem Kölner Telekom-Konzern zurückgewiesen. „Es gibt keine Übernahmegespräche zwischen KKR und QSC“, sagte QSC-Chef und Großaktionär Bernd Schlobohm am Montag. Am Freitagabend hatte der „Platow-Brief“ ohne Angaben von Quellen berichtet, dass KKR nach der im Mai erfolgten Übernahme des Telekom-Unternehmens Versatel auch ein Auge auf QSC geworfen habe.

Auch bei Gerd Eickers, der ebenso wie Schlobohm zehn Prozent an dem Unternehmen hält, hat KKR nach desssen Aussagen bislang nicht angeklopft. „KKR ist nicht an mich herangetreten“, sagte Eickers, der auch im QSC-Auftsichtsrat sitzt, der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Verkaufen wolle er derzeit nicht. „Ich bin als langfristiger Aktionär engagiert.“ Zusammen mit Schlobohm hatte Eickers die Firma Ende der Neunziger gegründet. Größter QSC-Anteilseigner ist die Private-Equity-Gesellschaft Baker Capital aus den USA, die 18 Prozent hält.

Börsianer deckten sich mit QSC-Titeln ein. Das im TecDax gelistete Papier schnellte um 7,7 Prozent auf 2,12 Euro nach oben.

Die Spekulationen sind alles andere als neu. Hintergrund ist der überraschende Einstieg von KKR in den deutschen Telekommunikationsmarkt vor drei Monaten. Der US-Investor legte für den Düsseldorfer QSC-Rivalen Versatel 240 Millionen Euro hin - Analysten rechnen seitdem damit, dass KKR sich nach weiteren Übernahmezielen in der Telekom-Industrie umschaut. Finanzinvestoren legen oft mehrere Firmen aus einer Branche zusammen, um die Kosten zu drücken und sie einige Jahre später teurer weiterverkaufen oder an die Börse bringen zu können. KKR selbst wollte den Börsenbrief-Bericht nicht kommentieren.

Die Strategien der beiden rheinischen Unternehmen sind ähnlich: Statt im hart umkämpften DSL-Markt mit Dumpingpreisen um jeden Kunden zu kämpfen, konzentrieren sie sich auf Geschäftskunden. QSC ist dabei allerdings ungleich erfolgreicher und mit Mittelständlern wie dem Kaffeeröster Tchibo oder dem Herrenausstatter Wormland gut im Geschäft. Im ersten Halbjahr wuchs der Überschuss um ein Drittel auf zehn Millionen Euro. Ganz anders dagegen bei Versatel. Seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts schreibt die Firma rote Zahlen. Mit dem mittlerweile zweiten Sanierungsprogramm sollen die Kosten weiter gesenkt und 370 Stellen abgebaut werden.

Von

rtr

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