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27.01.2005

20:45 Uhr

Übernahmegespräche

SBC offenbar an AT&T interesseirt

Der zweitgrößte US-Telekomkonzern SBC Communications führt nach Informationen aus den Kreisen Übernahmegespräche mit AT&T. SBC will für seinen ehemaligen Mutterkonzern offenbar mehr als 15 Milliarden Dollar ausgeben.

HB NEW YORK. SBC habe mit AT&T die Übernahmegespräche bereits aufgenommen, hieß es aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen am Donnerstag. SBC sei vor allem an den Geschäftskunden und dem internationalen Netz von AT&T interessiert. Die zuerst durch die Zeitungen „New York Times“ und „Wall Street Journal“ bekannt gewordenen Gespräche wurden in den Kreisen als empfindlich bezeichnet. Ein Abbruch sei durchaus möglich, hieß es. Sprecher von SBC und AT&T lehnten Stellungnahmen ab.

Der Marktwert von AT&T liegt nach dem Mittwoch-Schlusskurs bei 14,7 Mrd. Dollar. Der Kurs der AT&T-Aktien stieg am Donnerstag in Folge der Übernahmespekulationen um 5,3 % auf 19,44 Dollar. SBC-Titel verloren dagegen 2,3 % auf 23,99 Dollar.

Der SBC-Verwaltungsrat werde Ende des Monats zu seiner regulären Sitzung zusammenkommen und dort wahrscheinlich die Sache mit AT&T besprechen, hieß es in den Kreisen. SBC würde mit der Übernahme von AT&T von einer regionalen Telefongesellschaft zu einem internationalen Telekommunikationskonzern aufsteigen. Marktführer in den USA ist Verizon.

SBC forciert seit einem Jahr das Geschäft mit Großkunden aggressiv, nachdem das Unternehmen die Genehmigung für den Einstieg in den Ferngesprächsmarkt erhalten hatte. SBC Communications gehört zu den so genannten „Baby Bells“, die durch Abspaltung von AT&T entstanden sind.

AT&T hatte 2003 mit der Telefongesellschaft Bell South bereits Fusionsgespräche geführt. Der „Baby Bell“ hatte aber von einer Übernahme Abstand genommen. AT&T hat ein hartes Jahr hinter sich, baute 14 000 Stellen ab und musste bei einem Umsatzrückgang von 11,6 % Milliardensummen abschreiben. AT&T-Chairman David Dorman hatte vorige Woche gesagt, er erwarte in diesem Jahr einen weiteren Umsatzrückgang um 15 bis 18 %. Der Stellenabbau werde fortgesetzt.

Nach Einschätzung von Banc of America-Analyst David Barden dürfte AT&T für einen Verkauf wahrscheinlich offen sein. Die Anleger würden sich aber fragen, warum SBC nicht warte, bis AT&T weiter geschwächt werde.

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