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12.01.2011

11:20 Uhr

Übernahmen geplant

Software AG schafft erstmals Umsatzmilliarde

VonJens Koenen

ExklusivDie Software AG hat im gerade zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2010 erstmals die Umsatzgrenze von einer Milliarde Euro überschritten. Für Karl-Heinz Streibich kein Grund die Hände in den Schoß zu legen - ganz im Gegenteil: Der Vorstandschef von Deutschlands zweitgrößtem Computerprogrammanbieter denkt bereits an die nächsten Übernahmen.

Karl-Heinz Streibich: Bei den Investoren kommt der Kurs des Software AG-Chefs gut an. Quelle: dpa

Karl-Heinz Streibich: Bei den Investoren kommt der Kurs des Software AG-Chefs gut an.

FRANKFURT. "Wir haben unser Ziel, das wir eigentlich erst 2011 erreichen wollten, bereits 2010 erreicht", sagte Karl-Heinz Streibich, der Vorstandsvorsitzende der Software AG, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Nach ersten Berechnungen sei der Umsatz um etwa 30 Prozent gestiegen. Gemessen am Vorjahresumsatz hätte das Unternehmen damit rund 1,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr umgesetzt.

Streibich, der die Geschäfte bei der SAG im Oktober 2003 in einer der schwersten Krisen des Unternehmens übernahm, hat den Darmstädter Software-Spezialisten auf einen rasanten Expansionskurs gebracht. Im Stammgeschäft mit Datenbank-Systemen ist das Wachstum bescheiden, deshalb drängt die SAG in neue Bereiche wie etwa die der Integration der häufig aus einem Flickenteppich bestehenden IT-Systeme in Unternehmen.

Dabei scheut Streibich auch größere Übernahmen nicht. 2007 kaufte er den US-IT-Anbieter Webmethods, 2009 folgte die Übernahme der deutschen IDS Scheer. Und die nächsten Zukäufe sind schon in Planung. "Wir schauen uns immer um, wir werden am Jahresende keine Nettofinanzschulden mehr haben, haben unsere Position also für weitere Übernahmen gestärkt", sagte er. Auch ein größerer Zukauf sei nicht ausgeschlossen, nachdem die Integration von IDS Scheer auf sehr gutem Wege sei.

Bei den Investoren kommt Streibichs Kurs bislang gut an. Zwar ist die Software AG im Vergleich zu SAP nach wie vor ein Zwerg. Der Weltmarktführer für Programme zur Steuerung von Unternehmen erreicht einen zehnmal höheren Umsatz als die SAG. Doch an der Börse liegen die Darmstädter eindeutig vorne. In den zurückliegenden zwölf Monaten hat deren Aktie um 42 Prozent zugelegt. SAP kommt dagegen auf ein Kursplus von 17 Prozent.

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