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03.07.2013

15:11 Uhr

Übernahmepoker um Dell-Konzern

Firmengründer Michael Dell unter Druck

24 Milliarden sind nicht genug: Wenn Michael Dell zum Zuge kommen will, muss er sein Angebot im Übernahmepoker um den Computerkonzern Dell erhöhen. So der zur Bewertung der Angebot gegründete Ausschuss.

Dell-Firmengründer Michael Dell gerät immer mehr unter Druck. Nun soll er sein Angebot für den Computerkonzern erhöhen, wenn er zum Zuge kommen will. ap

Dell-Firmengründer Michael Dell gerät immer mehr unter Druck. Nun soll er sein Angebot für den Computerkonzern erhöhen, wenn er zum Zuge kommen will.

New YorkIm Übernahmepoker um den schwächelnden Computerkonzern Dell kommt Firmengründer Michael Dell unter Druck. Ein Sonderausschuss des Unternehmens habe dem Konzernchef und -gründer nun empfohlen, sein Angebot von rund 24 Milliarden Dollar zu erhöhen, wenn er zum Zuge kommen wolle, sagte ein Insider am Dienstag.

Der zur Bewertung der Übernahmeangebote gegründete Ausschuss sei nach Treffen mit Investoren zu diesem Schluss gekommen. Einem Bericht von CNBC zufolge befürchtet Michael Dell zudem, dass die Beratungsgesellschaft ISS keine Empfehlung für die geplante Übernahme durch ihn aussprechen werde. Zuvor hatte Großaktionär Carl Icahn offengelegt, dass er für sein milliardenschweres Gegengebot Finanzierungszusagen über 3,4 Milliarden Dollar habe.

Michael Dell und sein Investor-Partner Silver Lake bieten den Aktionären 13,65 Dollar pro Aktie. Sie wollen das Unternehmen von der Börse nehmen und es ohne Druck von den Märkten sanieren. Die beiden Großaktionäre Icahn und Southeastern Asset Management bieten dagegen für 1,1 Milliarden Aktien 14 Dollar je Anteilsschein.

Die Geschichte von Dell

Firmengründung

Michael Dell gründet seine erste Firma 1984 – da ist er gerade 19 Jahre alt und bereitet sich auf ein Medizinstudium in Austin im US-Bundesstaat Texas vor. PC's Limited baut Computer zusammen, die die Kunden – Firmen und Bastler – selbst konfigurieren können. Nach einem Jahr bricht der Jungunternehmer die Uni ab und macht sich mit einem Zuschuss der Familie selbständig.

Erster Computer

1985 gestaltet die Firma ihren ersten eigenen Computer, den Turbo PC. Er hat einen acht Megahertz schnellen Intel-Prozessor und eine Zehn-Megabyte-Festplatte an Bord, außerdem ein Floppy-Laufwerk für 5,25-Zoll-Disketten. Michael Dell verkauft die Geräte direkt an die Nutzer – in Fachmagazinen wirbt er mit niedrigen Preisen. Bestellt wird per Telefon.

Börsengang

Der Direktverkauf zieht dank niedriger Preise viele Kunden an – die Firma wächst rasant und geht bereits 1988 unter dem Namen Dell Computer an die Börse. Sie sammelt 30 Millionen Dollar ein und wird mit 85 Millionen Dollar bewertet.

Erstes Laptop

Das erste Laptop der Firma Dell kommt 1989 auf den Markt: Das 316LT wiegt rund 6,8 Kilogramm. Bei den bald sehr populären mobilen Rechnern setzen allerdings zunächst andere Hersteller die Trends.

Vertrieb übers Internet

Als eines der ersten Unternehmen nutzt Dell die Möglichkeiten des World Wide Web, bereits 1996 geht die Website dell.com online. Schon bald macht die Firma damit ordentliche Umsätze.

Die Nummer 1

Anfang des Jahrtausends macht Dell alles richtig: Die Lieferkette ist schlank, der Vertrieb effizient. Im Jahr 2000 ist Dell der größte PC-Hersteller der Welt. Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass die Konkurrenz dazulernt.

Der Gründer tritt ab und kehrt zurück

2004 zieht sich Michael Dell aus dem operativen Geschäft der Firma zurück. Den Chefposten übernimmt Kevin Rollins. Er hat allerdings wenig Glück: Die Resultate enttäuschen. 2007 muss er gehen – und Gründer Michael Dell kehrt an die Spitze zurück.

Der Konsument im Fokus

Der neue alte Chef versucht, attraktive Geräte für Verbraucher zu entwickeln. Zudem verkauft Dell seine Rechner nun auch im Einzelhandel – allerdings zulasten der Marge. Im Wettbewerb mit Hewlett-Packard, Apple und etlichen asiatischen Anbietern verliert Dell allerdings immer mehr an Boden. Den Trend zu Smartphones und Tablets verschläft Dell fast komplett.

Vorstoß ins Service-Geschäft

Um sich breiter aufzustellen, kauft Dell mehrere Anbieter von IT-Dienstleistungen. So übernimmt der Konzern 2009 Perot Systems für 3,9 Milliarden Dollar.

Ihren Plänen zufolge soll der Konzern an der Börse bleiben. Der Firmenausschuss hatte den Aktionären empfohlen, das Übernahmeangebot von Michael Dell anzunehmen und dies damit begründet, dass der von Icahn versprochenen Auszahlung einer Sonderdividende eine Finanzierungslücke von nahezu vier Milliarden Euro im Weg stehe. Am 18. Juli sollen die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über die Dell-Offerte abstimmen.

Dell leidet wie viele Rivalen unter der Popularität der Tablet-PCs und Smartphones. Hier dominieren Samsung und Apple.

Von

rtr

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