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26.03.2013

03:51 Uhr

Übernahmeschlacht

Dell fürchtet Aufspaltung seines Konzerns

Wie soll es mit Dell weitergehen? Firmengründer Michael Dell will den PC-Hersteller von der Börse nehmen und sanieren. Doch auch andere Investoren wollen den Konzern kaufen. Die Übernahmeschlacht zieht sich weiter hin.

Dell hat das Interesse von weiteren Investoren bestätigt. dpa

Dell hat das Interesse von weiteren Investoren bestätigt.

New YorkDer US-Milliardär Michael Dell befürchtet Insidern zufolge eine Aufspaltung des von ihm gegründeten PC-Herstellers im Falle einer Übernahme durch Blackstone. Zwei Dell nahestehende Personen sagte am Montag, nach seiner Ansicht stimmten die Pläne der Beteiligungsgesellschaft nicht mit seiner Strategie für das angeschlagene US-Unternehmen überein. Diese sieht eine Sanierung mit Stärkung des Servicebereichs vor. Stellungnahmen des Dell-Konzerns und von Blackstone lagen zunächst nicht vor. Blackstone hat bislang nicht von einem Umbau gesprochen.

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Michael Dell will das von ihm gegründete Unternehmen kaufen, von der Börse nehmen und ohne Druck des Finanzmarktes sanieren. Er besitzt derzeit einen Minderheitsanteil und will den Konzern gemeinsam mit dem Finanzinvestoren Silver Lake für 24,4 Milliarden Dollar übernehmen. Allerdings haben nun auch Blackstone und der Großinvestors Carl Icahn Kaufangebote vorgelegt.

Noch Anfang des Jahrtausends stand Dell für Innovation in der Branche. Mit seinem Onlinevertrieb für PCs, die dank enger Zusammenarbeit mit Zulieferern aus Asien zu Tiefstpreisen angeboten wurden, wurde das Unternehmen zu einem Vorreiter in diesem Bereich. Weil das klassische Geschäft wegen Tablet-PCs und Smartphones aber schrumpft, soll der Servicebereich gestärkt werden. Diesen Weg ist der ehemalige Rivale IBM entschlossener gegangen. IBM verkaufte das Computergeschäft an den chinesischen Konkurrenten Lenovo und wandelte sich zum IT-Dienstleistungskonzern.

Die Geschichte von Dell

Firmengründung

Michael Dell gründet seine erste Firma 1984 – da ist er gerade 19 Jahre alt und bereitet sich auf ein Medizinstudium in Austin im US-Bundesstaat Texas vor. PC's Limited baut Computer zusammen, die die Kunden – Firmen und Bastler – selbst konfigurieren können. Nach einem Jahr bricht der Jungunternehmer die Uni ab und macht sich mit einem Zuschuss der Familie selbständig.

Erster Computer

1985 gestaltet die Firma ihren ersten eigenen Computer, den Turbo PC. Er hat einen acht Megahertz schnellen Intel-Prozessor und eine Zehn-Megabyte-Festplatte an Bord, außerdem ein Floppy-Laufwerk für 5,25-Zoll-Disketten. Michael Dell verkauft die Geräte direkt an die Nutzer – in Fachmagazinen wirbt er mit niedrigen Preisen. Bestellt wird per Telefon.

Börsengang

Der Direktverkauf zieht dank niedriger Preise viele Kunden an – die Firma wächst rasant und geht bereits 1988 unter dem Namen Dell Computer an die Börse. Sie sammelt 30 Millionen Dollar ein und wird mit 85 Millionen Dollar bewertet.

Erstes Laptop

Das erste Laptop der Firma Dell kommt 1989 auf den Markt: Das 316LT wiegt rund 6,8 Kilogramm. Bei den bald sehr populären mobilen Rechnern setzen allerdings zunächst andere Hersteller die Trends.

Vertrieb übers Internet

Als eines der ersten Unternehmen nutzt Dell die Möglichkeiten des World Wide Web, bereits 1996 geht die Website dell.com online. Schon bald macht die Firma damit ordentliche Umsätze.

Die Nummer 1

Anfang des Jahrtausends macht Dell alles richtig: Die Lieferkette ist schlank, der Vertrieb effizient. Im Jahr 2000 ist Dell der größte PC-Hersteller der Welt. Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass die Konkurrenz dazulernt.

Der Gründer tritt ab und kehrt zurück

2004 zieht sich Michael Dell aus dem operativen Geschäft der Firma zurück. Den Chefposten übernimmt Kevin Rollins. Er hat allerdings wenig Glück: Die Resultate enttäuschen. 2007 muss er gehen – und Gründer Michael Dell kehrt an die Spitze zurück.

Der Konsument im Fokus

Der neue alte Chef versucht, attraktive Geräte für Verbraucher zu entwickeln. Zudem verkauft Dell seine Rechner nun auch im Einzelhandel – allerdings zulasten der Marge. Im Wettbewerb mit Hewlett-Packard, Apple und etlichen asiatischen Anbietern verliert Dell allerdings immer mehr an Boden. Den Trend zu Smartphones und Tablets verschläft Dell fast komplett.

Vorstoß ins Service-Geschäft

Um sich breiter aufzustellen, kauft Dell mehrere Anbieter von IT-Dienstleistungen. So übernimmt der Konzern 2009 Perot Systems für 3,9 Milliarden Dollar.

Von

rtr

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