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21.07.2014

14:00 Uhr

Übernahmespekulationen vom Tisch

SAP hat keine Lust an Software AG

Die Software AG ist wegen des verpassten Cloud-Trends in Bedrängnis geraten. Schnell machten Spekulationen die Runde, SAP könnte den angeschlagenen Konzern übernehmen. Diesen Gerüchten widerspricht der Softwareriese nun.

Firmenzentrale der Software AG: Das Unternehmen ist in arge Bedrängnis geraten. Die Zahlen sind alles andere als gut. Auf die Hilfe von SAP können die Südhessen auch nicht setzen. dpa

Firmenzentrale der Software AG: Das Unternehmen ist in arge Bedrängnis geraten. Die Zahlen sind alles andere als gut. Auf die Hilfe von SAP können die Südhessen auch nicht setzen.

FrankfurtSAP will die Software AG nicht übernehmen und hat die Aktien des Darmstädter Unternehmens mit entsprechenden Äußerungen auf Talfahrt geschickt. Die Papiere verbilligten sich am Montag um bis zu 2,1 Prozent und zählten damit zu den schwächsten Werten im Technolgie-Index TecDax. „Nach den Aussagen des SAP-Finanzchefs sind die zuletzt kursierenden Übernahmespekulationen definitiv vom Tisch“, sagte ein Börsianer. Die Aktien der Software AG stehen schon länger unter Druck – seitdem die Darmstädter ihre Prognose gekippt haben, verlor die Aktie rund 20 Prozent an Wert. SAP-Papiere gaben 0,4 Prozent nach und schlugen sich damit etwas besser als der Dax.

Zukäufe von SAP

Wachstum dank Zukäufen

Der Walldorfer Software-Konzern SAP hat in den vergangenen Jahren hohe Milliardenbeträge für Großübernahmen ausgegeben. Damit verstärkte sich das Unternehmen für zukunftsträchtige Geschäftsfelder.

Business Objects

2007 übernahmen die Deutschen den französischen Softwarehersteller Business Objects für 4,8 Milliarden Euro. SAP kauft sich damit Analyse-Software, die Daten aus einzelnen Geschäftsbereichen von Unternehmen auswertet – und ist inzwischen Marktführer.

Sybase

Den Datenbankspezialisten Sybase übernimmt SAP im Jahr 2010 für 5,8 Milliarden Dollar und erwirbt damit Expertise für den Mobilfunkmarkt. Mit Hilfe der Sybase-Plattform lassen sich die SAP-Programme leichter auf Smartphones und Tablets spielen. Die Software von Sybase stellt außerdem den Grundstock für das wachsende Datenbankgeschäft von SAP.

Success Factors

2012 geht SAP die Übernahme von Success Factors für 3,4 Milliarden Dollar an. Software, die nicht mehr auf Firmenservern lagert, sondern nach Bedarf „on Demand“ über das Internet abgerufen wird, ist bereits heute ein Milliardenmarkt.

Ariba

Mit der Handelsplattform Ariba, die SAP ebenfalls 2012 für 4,3 Milliarden Dollar übernahm, sicherte sich der Softwarekonzern weitere Fähigkeiten. Ariba ist nicht nur eine Art Ebay für Unternehmen. Die Firma verkauft auch Software, zum Beispiel Programme, mit deren Hilfe Firmen ihren Lieferanten digitale Rechnungen stellen können.

SAP-Finanzchef Luka Mucic wies am Wochenende die immer wieder aufflackernden Gerüchte über einen Kauf der Software AG zurück. Er sehe nicht, dass das TecDax-Unternehmen ins Portfolio passen würde, sagte der Zeitung „Euro am Sonntag“. Während SAP mit Mietsoftware aus dem Internet kräftig wächst, leidet die Software AG unter dem Trend zu Cloud-Produkten. Mit der Auffassung, die standardisierten Cloud-Produkte setzten sich nicht für komplexe Anwendungen in den Firmen durch, hatte sich das Unternehmen nur zögerlich nach diesem Trend gerichtet. Nun müssen die Südhessen umsteuern.

Von

rtr

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